Schulte hat sich etabliert

„Pressing-Opfer“ ist beim OFC gesetzt

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Dennis Schulte jubelt mit Torwart Daniel Endres nach dem Sieg im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC. Der 24-Jährige hat diese Saison auf der ungewohnten Position als Innenverteidiger als einziger Feldspieler der Offenbacher Kickers alle 18 Pflichtspiele bestritten. Das schaffte außer ihm nur Endres.

Offenbach - Er ist diese Saison bislang der Dauerbrenner unter den Feldspielern beim Fußball-Regionalligisten Offenbacher Kickers: Dennis Schulte stand in allen 18 Pflichtspielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz – obwohl er nicht auf seiner Lieblingsposition zum Einsatz kommt. Von Christian Düncher 

Nur Torhüter Daniel Endres hat genauso oft gespielt. Dennis Schulte weiß, was ihn morgen erwartet, wenn die Offenbacher Kickers um 20.15 Uhr (live Sport1) Hessen Kassel empfangen. „Die Gegner suchen sich immer einen Innenverteidiger aus, den sie anlaufen“, sagt der 24-Jährige. Und er ist oft das bevorzugte Ziel – aus einem naheliegenden Grund. Schulte sei zwar ein „richtig starker Verteidiger“, wie OFC-Trainer Rico Schmitt betont, hat jedoch gelegentlich Probleme, wenn er den Ball mit dem rechten Fuß spielen muss.

Als „Pressing-Opfer“ hat der Coach den einstigen U18-Nationalspieler (ein Einsatz) daher bezeichnet und ihm geraten, sich zu wehren. „Dennis, werde Täter“, lautete die Aufforderung. Schulte weiß um diese Schwäche. „Ich werde mich davon aber nicht verrückt machen lassen. Es kann schon mal vorkommen, dass der Ball weg ist, wenn ich mit rechts kläre oder passe. Aber ich arbeite daran.“

Absicherung an der Mittellinie

Ausbaufähig ist auch seine Trefferquote. Ein Tor in 42 Regionalliga-Spielen (2013/14 bei 1899 Hoffenheim II) ist auch für einen Verteidiger mager. Daran ändert auch der Treffer im Hessenpokalspiel in Sand nichts. „Ich hatte durchaus noch die eine oder andere Chance. Aber wir hatten vergangene Saison ja insgesamt Probleme damit, Tore zu erzielen“, sagt der 1,86 Meter große Defensivspieler. Zudem steht er bei den Standards zumeist als Absicherung an der Mittellinie. „Wir haben viele große kopfballstarke Leute. Alle können nun mal nicht mit nach vorne“, so Schulte.

Dass sich der Trainer nach dem Ausfall von Abwehrchef Marcel Wilke für Schulte als Ersatz entschied, überraschte den Spieler selbst – zumal in Stefano Maier und Klaus Gjasula andere Alternativen zur Verfügung gestanden hätten. Doch beide waren anderweitig eingeplant. Und Schulte hatte bereits gegen Ende der vergangenen Saison innen ausgeholfen. „Er kennt diese Position von anderen Stationen“, begründete der Coach die Entscheidung. Eine Umstellung war es für ihn dennoch. Beim 1.FC Köln II hatte er fast nur außen gespielt, in Jena vor dem Wechsel zum OFC nur vereinzelt in der Innenverteidigung. „Es ist ein Unterschied, ob man ab und zu auf einer Position spielt, oder über einen längeren Zeitraum“, sagt er.

Rückblick: OFC in Kassel

Inzwischen hat sich Schulte längst im Abwehrzentrum eingelebt. „Ich bin aufgrund meiner Leistungen aktuell gesetzt. Aber es gibt immer Konkurrenzkampf“, weiß er. Schmitt ist mit dem 24-Jährigen jedenfalls sehr zufrieden: „Dennis hat diese Saison auch in persönlicher Hinsicht einen Sprung gemacht. Es gab Phasen, in denen er etwas taumelte, aber sein Spiel ist insgesamt sicherer geworden. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus.“

Gegen „die sehr schwierige Aufgabe“ (Schmitt) Hessen Kassel muss sich Schulte wohl auf einen neuen Nebenmann einstellen. Der Einsatz seines bisherigen Partners Giuliano Modica ist wegen einer Fußverletzung höchst fraglich. Schmitt hofft zwar noch auf Modicas Einsatz. Als Alternativen stehen aber Marcel Wilke, der gestern in der Verbandsliga-Reserve Spielpraxis sammelte, und der im Hessenpokal eingesetzte Stefano Maier bereit. Ganz gleich, wer mit ihm verteidigt, die Zuversicht ist groß bei Dennis Schulte: „Wenn wir in den ausstehenden fünf Spielen konzentriert bleiben, können wir auf Platz eins überwintern.“

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