OFC: Kutz sieht in Doppelfunktion kein Problem

Erster Schritt der Neustrukturierung

Das neue Sprachrohr der OFC-GmbH: Remo Kutz ist seit gestern Vizepräsident und Geschäftsführer in Personalunion.
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Das neue Sprachrohr der OFC-GmbH: Remo Kutz ist seit gestern Vizepräsident und Geschäftsführer in Personalunion.

Offenbach - Am Donnerstag befand sich Remo Kutz noch im Vorruhestand. Damit ist es nun vorbei. Als Geschäftsführer der OFC GmbH soll er unter anderem dafür sorgen, dass der Verein und die Gesellschaft wieder als eine Einheit wahrgenommen werden. Von Christian Düncher 

Eine Verbesserung des Marketings zählt ebenfalls zu den vorrangigen Aufgaben. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte die Vereinsführung der Offenbacher Kickers per Pressemitteilung bekanntgegeben, was gestern exklusiv in unserer Zeitung zu lesen war: die sofortige Trennung von Geschäftsführer David Fischer. Im Schreiben war zwar von einer einvernehmlichen Trennung die Rede, zumindest Fischer ist die Entscheidung aber offenbar schwergefallen. „Kickers Offenbach ist etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches. Ein Verein mit einem unglaublich großen schlagenden Herzen - den großartigen Fans“, wird er zitiert. „Ich habe es nie als Verpflichtung oder Aufgabe gesehen, hier arbeiten zu dürfen, sondern immer als Ehre empfunden, in so einem Traditionsverein tätig sein zu dürfen. Ich wünsche dem OFC alles Gute und werde dem Verein stets verbunden bleiben.“

Helmut Spahn, der neue OFC-Präsident, wünschte Fischer gleichfalls alles Gute und dankte ihm für die „konstruktive, kooperative, wenn auch nur sehr kurze Zusammenarbeit“. Die Trennung sei aber unumgänglich gewesen und ein „erster Schritt einer erfolgreichen Neustrukturierung des Clubs“. Die Kickers sollen endlich wieder als eine Einheit wahrgenommen werden. Fischer traute man das nicht zu. Es habe zuletzt eine Trennung zwischen dem Verein und der GmbH gegeben. Daher habe man „eine fristgerechte Kündigung vereinbart“, so Spahn. Da Nachfolger Remo Kutz auf ein Gehalt verzichtet, habe die Entscheidung keine finanziellen Auswirkungen. Folglich sei eine Zustimmung von Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt auch nicht erforderlich gewesen. Der Jurist bestätigte dies auf Anfrage, bedauerte die Trennung, nannte diese aber konsequent – von beiden Seiten. „Ich habe immer gut mit David Fischer zusammengearbeitet und denke, dass er großen Anteil am Erfolg der vergangenen Saison hatte“, so Kleinschmidt.

Künftig soll Remo Kutz für Erfolg sorgen – als Vizepräsident des Vereins und Geschäftsführer der GmbH in Personalunion. Diese Doppelfunktion wird teilweise kritisch gesehen. Kritiker sehen darin sogar einen Verstoß gegen die Satzung. Kutz stellte jedoch klar, dass man dies bedacht und mit dem DFB besprochen habe. „Ich sehe hier keinen Rechtsbruch. Zur Not lege ich mein Amt als Vizepräsident vorübergehend nieder. Dass ich auf beiden Seiten sitze, kann für die Neuausrichtung nur gut sein“, betonte der ehemalige Unternehmer, der sich offiziell seit dem 1. Januar 2015 im Vorruhestand befindet. Sein neuer Job als OFC-Geschäftsführer sei kein richtiges Arbeitsverhältnis, sondern eine Ergänzung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Kutz will bessere Strukturen schaffen - vor allem im Marketing. „Da werden wir zwei, drei Projekte starten.“ Das Nachwuchsleistungszentrum soll zudem in Zukunft ein wichtigerer Bestandteil werden.

Bilder: Mitgliederversammlung bei Kickers Offenbach

Bis zum 31. Juli will Kutz die Weichen stellen (auch im sportlichen Bereich), so lange ist seine Tätigkeit befristet. „Das ist aber die Maximalzeit“, betonte Spahn. „Remo hilft, damit wir in Ruhe einen Nachfolger suchen und präsentieren können. Das kann in zwei, drei oder sechs Monaten sein.“ Gespräche mit möglichen Kandidaten habe es noch nicht gegeben. „Es melden sich aber viele Leute, die Interesse haben.“

Fischer war gestern noch auf der Geschäftsstelle. Am Montag und Dienstag soll die Übergabe an Kutz erfolgen. Bis Mittwoch will sich dieser einen Überblick über die Zahlen verschaffen, zumal die Wechselfrist für Profis am 31. Januar endet und daher so schnell wie möglich geklärt werden soll, ob die Kickers in personeller Hinsicht noch einmal nachlegen können. Auf der Geschäftsstelle soll es derweil vorerst keine weiteren Änderungen geben. Die Arbeitsverträge von Mara Dittrich (Leiterin Marketing, Sponsoring und Presse) und des Leiters der Geschäftsstelle, Thomas Adler, haben weiterhin Bestand. Spahn und Kutz gehen davon aus, dass beide diese erfüllen werden. Eine Trennung komme von Seiten der Kickers nur in Frage, wenn sich die finanzielle Situation anders darstelle als erwartet. Damit rechnet von den Verantwortlichen allerdings niemand.

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