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Nach 1:1: Zwischen Verärgerung und Optimismus

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Von: Christian Düncher

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Aufbauarbeit nach dem späten Nackenschlag: Matthias Schwarz (links) tröstet Dennis Schulte nach dem 1:1 gegen die SV Elversberg. © Hübner

Offenbach - Serie ausgebaut, Nimbus als bestes Team der Rückrunde in der Regionalliga Südwest gewahrt: Eigentlich hätten die Offenbacher Kickers nach dem 1:1 im Topspiel gegen Elversberg durchaus Grund zur Freude gehabt, wäre da nicht der späte Ausgleich gewesen.

Sogar der Offenbacher Torschütze war nicht mal ansatzweise in Feierlaune. „Wenn man kurz vor Schluss noch den Ausgleich kassiert, ist man nie zufrieden“, gab Maik Vetter nach dem 1:1 (0:0) im Topspiel zwischen dem Tabellenvierten und dem Tabellenzweiten zu. Die Stimmung sei daher kurz nach der Partie „nicht gut“ gewesen, zumal sich die Kickers den Gegentreffer in der Nachspielzeit in gewisser Weise selbst zuzuschreiben hatten. „Wir waren im Endeffekt nicht clever genug“, kritisierte Vetter. Anstatt für Entlastung zu sorgen und den Ball „vorne festzumachen“, habe man sich nur hinten reingestellt und wurde dafür bestraft. Innenverteidiger Dennis Schule sah es ähnlich: „Tief zu stehen, ist in einem solchen Moment nicht grundsätzlich schlecht. Auch lange Bälle sind ein probates Mittel. Aber dann muss vorne auch jemand sein, der sie annehmen kann. Wir sind zudem nicht nachgerückt.“

Die Verärgerung war umso größer, da der Gegner bis dahin kaum eine Chance hatte. „Nach dem 1:0 war Elversberg so gut wie tot“, meinte Vetter. „Wir sind auch deshalb enttäuscht, weil wir am Drücker waren. Wir wollten gewinnen.“ Und die Gäste aus dem Saarland wollten nach zuvor zwei Niederlagen in Serie auf keinen Fall verlieren. Entsprechend zurückhaltend traten sie auch auf. „Unser oberstes Ziel war es, den Abstand zu halten“, gab Elversbergs Trainer Michael Wiesinger mit Blick auf den Vier-Punkte-Vorsprung auf Offenbach zu. Er sei „heilfroh“, einen Zähler mitgenommen zu haben und sprach von einem „verdammt wichtigen Punktgewinn“.

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Die Kickers fühlten sich unmittelbar nach der Partie wie Verlierer, obwohl sie im neuen Jahr und unter dem neuen Trainer Oliver Reck in sechs Spielen unbesiegt sind. Insgesamt hat der OFC sogar seit acht Spielen nicht mehr verloren, ist damit beste Mannschaft der Rückrunde. Die Aufholjagd wurde somit zwar gestoppt, der Trend spricht jedoch weiter für die Kickers, auch wenn die Spieler das unmittelbar nach der Partie anders sahen. „Wir haben - ganz klar - zwei Punkte verloren“, sagte Kapitän Daniel Endres. „Mit einem Sieg hätten wir noch einmal richtig Druck ausgeübt.“ Dren Hodja geht sogar davon aus, dass sich der OFC nun gar keinen Ausrutscher mehr erlauben darf. „Wenn man ehrlich ist, müssen wir nun wohl alle neun Spiele gewinnen“, meinte der Mittelfeldspieler.

Vetter hatte hingegen relativ schnell wieder seinen Optimismus gefunden. Es werde zwar noch ein, zwei Tage dauern, bis der Rückschlag raus aus den Köpfen sei, gab er zu. „Wenn wir aber so weitermachen, müssen die anderen Team mehr Angst vor uns haben als wir vor ihnen“, betonte der Blondschopf und stellte klar: „Die Hoffnung hatten und haben wir noch immer.“

Auch Reck appellierte, das Positive aus dem Unentschieden gegen den Tabellenzweiten mitzunehmen. Natürlich hätte man das 1:0 über die Runden bringen müssen, sagte der Trainer. Mit dem gezeigten Mut und Esprit könne das Team aber noch viel erreichen. Bedenken, dass im Endspurt die Kraft ausgehen könnte, hat Reck nicht. „Die Mannschaft kann 90 Minuten gehen.“ (cd/jm)

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