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Finanzierung für 25-Millionen-Neubau steht auf „sicherem Fundament“

Noch zehn Spiele, dann wird gebaut

Offenbach ‐ „Volltreffer“, freut sich Oberbürgermeister Horst Schneider. „Unsere Bank und die Offenbacher Kickers verbinden Tradition, Regionalität und die Nähe zu den Menschen“, sieht Jürgen Weber, Vorstandsvorsitzender der Sparda Bank Hessen, viele Gemeinsamkeiten zwischen seiner 110 Jahre alten Bank und dem 108 Jahren alten Verein. Von Jochen Koch

Taufpaten für das neue Sparda-Bank Hessen Stadion, von links: Hans-Joachim Hellhake, Jürgen Weber (Vorstände Sparda-Bank), Oberbürgermeister Horst Schneider, Dieter Lindauer (Geschäftsführer Sport und Freizeit GmbH Offenbach).

© Georg

Taufpaten für das neue Sparda-Bank Hessen Stadion, von links: Hans-Joachim Hellhake, Jürgen Weber (Vorstände Sparda-Bank), Oberbürgermeister Horst Schneider, Dieter Lindauer (Geschäftsführer Sport und Freizeit GmbH Offenbach).

 „Eine ideale Konstellation“, nennt Thomas Kalt, Vizepräsident der Offenbacher Kickers, die gestern offiziell besiegelte Partnerschaft. Die Sparda-Bank Hessen wird ab 1. Mai 2010 Namensgeber des neuen Stadions in Offenbach, das mindestens bis 2019 Sparda-Bank Hessen Stadion heißen wird. Dafür zahlt die Bank pro Jahr 500.000 Euro. Nicht an die Kickers, sondern an die Sport und Freizeit GmbH Offenbach (SFO), die den Stadionneubau für die Stadt betreut. „Wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt, haben wir null Ausfallrisiko“, betonte Oberbürgermeister Horst Schneider die Solidität der Genossenschaftsbank.

Der Vertrag mit dem neuen Namensgeber ist nicht an eine Spielklasse gebunden. „Wir hoffen natürlich auf die Bundesliga, aber wir wären auch in der vierten Liga dabei“, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber.

Fans sagen weiter „Bieberer Berg“

Lesen Sie dazu außerdem den Kommentar „Stadion auf dem Berg“.

Offiziell fehlt im neuen Stadion dann der Name Bieberer Berg. „Wenn wir auch noch Bieberer Berg dran gehängt hätten, wäre es bei sechs Wörtern unaussprechlich geworden. Aber in Fankreisen und in Volkes Mund wird der Bieberer Berg weiter bestehen“, weiß Jürgen Weber, dass 88 Jahre Tradition auch durch die Umbenennung nicht gelöscht sein werden. „Das ist für uns alle eine Umgewöhnung, viele Fans werden sich am Anfang ein Stück schwer tun damit. Doch einen zentralen Wunsch der Fans haben wir erfüllen können, wir spielen künftig weiter in einem Stadion und keiner Arena. Und an der Geographie ändert sich auch nichts. Wir spielen weiterhin auf dem Bieberer Berg. Aber man muss akzeptieren, dass es für ein neues Stadion auch einen neuen Namen gibt. Die Entwicklung ist nun mal so, in Deutschland, in Europa“, verweist Vizepräsident Thomas Kalt auf die finanzielle Notwendigkeit.

Mit den 500.000 Euro sowie der Miete der Kickers als Hauptnutzer (450.000 Euro jährlich) will die SFO als Stadionbetreiber die Betriebskosten decken. Die SFO kann im Stadion weiterhin die Tribünennamen separat vermarkten. „Durch die Kooperation mit der Sparda-Bank Hessen steht die Finanzierung nun auf einem sicheren Fundament“, so Oberbürgermeister Schneider. Das Land Hessen steuert zum 25-Millionen-Projekt zwölf Millionen Euro bei, die Stadt über ihre Tochter Stadtwerke insgesamt zehn Millionen Euro. Entgegen ersten Plänen soll das Fassungsvermögen von bisher 18.000 auf 20.500 Plätze erweitert werden.

Landeszuschuss für Stadionneubau

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Nach der Unterschrift des Namensgebers fehlt nur noch die Ausgliederung der Kickers-Profiabteilung in eine GmbH, dann kann die europaweite Ausschreibung beginnen. Die Mitglieder haben für die Ausgliederung gestimmt, müssen aber noch den Vertrag, der noch nicht formuliert ist, genehmigen. Das sollte bis März passieren, denn die SFO will spätestens im April den Neubau ausschreiben. Baubeginn könnte nach dem letzten Spiel dieser Saison im Mai sein. Wenn dieser Zeitplan aufgeht, bedeutet das, dass im „alten“ Stadion nur noch zehn Spiele stattfinden, das nächste am Freitag (18.30 Uhr) gegen Erfurt, ehe mit dem Abriss der Haupttribüne der Neubau an gleicher Stelle beginnt.

Die Kickers werden während der gesamten Bauphase nicht umziehen, sondern weiter im Stadion spielen. Innerhalb von drei Monaten soll die neue Haupttribüne mit neun Logen, 900 Business-Plätzen und der Geschäftsstelle errichtet werden. Allerdings wünscht der Verein, dass die Baumaßnahmen der Haupttribüne nicht während des Spielbetriebs stattfinden. „Das geht nicht wegen der Geschäftsstelle, wegen den Einnahmen, die uns besonders im VIP-Bereich wegfallen würden“, hofft OFC-Finanzmanager Jörg Hambückers auf die Fertigstellung schon in der Sommerpause.

Im zweiten Bauschritt käme die Stahlrohrtribüne dran. Dort entsteht eine überdachte Tribüne, überwiegend mit Sitzplätzen, möglicherweise auch mit Stehplätzen, die durch Klappsitze zu Sitzplätzen umfunktioniert werden können. Eine Statik-Untersuchung hat ergeben, dass die Waldemar-Klein-Tribüne nicht erhalten werden kann. „Da geht nichts mehr“, ist für SFO-Geschäftsführer Dieter Lindauer ein Neubau unumgänglich. Ob die Stehplatz-Tribüne oder die Henninger-Tribüne (Richtung Bieber) als dritter Bauschritt in Angriff genommen wird, hängt noch von der Ausschreibung ab. Auch die von Polizei und Stadt gewünschte Verlegung oder zumindest Umgestaltung der benachbarten B448 ist noch nicht geklärt.

Der Stadion-Neubau soll in einem Jahr gemeistert werden, damit das erste Spiel in der Saison 2011/12 im neuen Stadion angepfiffen werden kann. „Nun müssen nur noch die Kickers am Ball bleiben“, sagt Oberbürgermeister Schneider, „und den Aufstieg in die 2. Liga schaffen.

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