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Pokalspiel der Kickers gegen 1. FC Nürnberg am Dienstag „steht auf der Kippe“

„Hier herrscht Ausnahmezustand“

Offenbach ‐ Auf dem Bieberer Berg waren am Sonntag Bagger am Werk. Aber es geht noch nicht mit dem Abriss des alten Stadions los, stattdessen sollten die Schneemassen aus dem Stadion geschafft werden. Von Jochen Koch

Pokalspiel Kickers FC Nürnberg Dienstag

© Scheiber

Auch am Wochenende wurde im Stadion Bieberer Berg mit Hilfe von Großgeräten wie diesem Bagger der Schnee zunächst vom Spielfeld geräumt und dann vor das Stadion transportiert.

Am Samstag war der Rasen mit Hilfe des Kickers-Sponsors EVO fast komplett vom Schnee befreit, gestern Mittag war der Rasen wieder von einer zehn Zentimeter hohen Schneeschicht bedeckt. „Ich wusste nicht, dass Offenbach ein Schneeloch ist“, nimmt Wolfgang Wolf die weiße Pracht mit Galgenhumor.

Dabei ist dem Kickers-Trainer vor dem DFB-Pokalspiel am Dienstag (19 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg überhaupt nicht zum Lachen zumute. „Hier herrscht der Ausnahmezustand. Derzeit steht das Spiel auf der Kippe“, berichtete Wolf gestern Nachmittag.

Die Schneemassen der letzten Tage haben nicht nur das Spielfeld unter sich begraben. Auch rund um das Stadion, auf den Parkplätzen, auf den Zufahrtswegen und auf den ausverkauften Zuschauerrängen liegt der Schnee fast 20 Zentimeter hoch und muss in eineinhalb Tagen bis Dienstagnachmittag komplett geräumt werden. Wolf bleibt nur die Hoffnung, dass die Helfer das Schneechaos bis Dienstag einigermaßen in den Griff bekommen. Als dann gestern Nachmittag wieder Stunden lang Schnee vom Himmel fiel, schwand so langsam die Zuversicht bei den Verantwortlichen. „Jetzt wird es zeitlich eine ganz enge Kiste“, sagte Sportmanager Andreas Möller. „Jetzt zählt fast jede Minute. Wir können nur hoffen, dass die Schneefälle bald aufhören.“ Heute wollen Vertreter des DFB die Bedingungen im Stadion prüfen.

Wobei der DFB sicher auf eine Austragung drängen wird. „Das Problem bei einem Ausfall wäre der Nachholtermin“, sagt Möller. Am Mittwochabend wird das Viertelfinale ausgelost. Gespielt wird am 25./26. Januar. Da die Bundesliga an den Wochenenden 15./16. und 22./23. Januar spielt, bliebe als Nachholtermin nur Mittwoch, 19. Januar. Einen Tag vorher kommen die Kickers aus dem Trainingslager in der Türkei zurück.

„Alle Vorteile liegen auf Nürnberger Seite“

„Hier wird alles Menschenmögliche getan, vom Verein, von der Stadt, von Helfern, sogar die Mannschaft hat Schnee geschippt. Aber ob es reicht?“ Für Trainer Wolf und die Mannschaft sind es katastrophale Bedingungen, die die Vorbereitung auf das Pokalspiel zur Farce werden lassen. „Seit sechs Wochen haben wir nicht mehr auf echtem Rasen trainiert. Schnee, Hartplatz, Kunstrasen, Soccerhalle, so bereiten wir uns auf das Pokalspiel vor“, sagte Wolfgang Wolf vor dem gestrigen Training, das um 19.00 Uhr (auch die Anstoßzeit am Dienstag) unter Flutlicht auf den Kunstrasen am Wiener Ring stattfand - allerdings unter extrem widrigen Bedingungen. Der Kunstrasenplatz war nicht komplett geräumt. Eigentlich hatte Wolf im Stadion trainieren wollen. Aber trotz Rasenheizung, die auf Hochtouren läuft, „geht gar nichts.“

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1. FC Nürnberg sucht in Offenbach Gold

Für Wolf herrschen vor dem Pokalspiel gegen den Tabellen-11. der Bundesliga nicht nur wegen der zwei Spielklassen Unterschied „ungleiche Voraussetzungen.“ Die Kickers müssen nicht nur die miserablen Trainingsbedingungen verkraften, sondern sind durch die Spielausfälle gegen Sandhausen und in Saarbrücken auch zwei Wochen ohne jegliche Wettkampfpraxis.

„Alle Vorteile liegen auf Nürnberger Seite“, sagt Wolf, der auch personell einige Sorgen hat. Sein Topstürmer Olivier Occean (neun Saisontreffer) kann zwar nach fünfwöchiger Verletzungspause (Muskelfaserriss) wieder beschwerdefrei trainieren. „Aber wie lange er ohne Spielpraxis und unter diesen extremen Platzverhältnissen spielen kann, wissen wir nicht.“ Dennoch wird Wolf den kanadischen Nationalspieler von Beginn an spielen lassen. Ebenso wie Rechtsverteidiger Alexander Huber, der gegen Nürnberg sein erstes Spiel nach fünfmonatiger Verletzungspause absolvieren wird.

Immerhin stehen Markus Husterer nach überstandener Grippe und Sead Mehic, der zuletzt wegen einer Aduktorenzerrung pausiert hatte, am Dienstag wieder zur Verfügung. Ob sie gebraucht werden, hängt allerdings vom Wetter ab.

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