Heimspiele am Bornheimer Hang?

OFC erwägt Umzug nach Frankfurt

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Wird das Volksbank Stadion die neue Heimspielstätte der Kickers in der Regionalliga Südwest?

Offenbach - Seine Regionalliga-Mannschaft hat der OFC allmählich zusammen. Es fragt sich nur, wo die Rot-Weißen künftig kicken werden. Von Frank Pröse

Weil Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt den alten Mietvertrag mit der Stadt kündigen muss und sich beide Parteien bisher nicht auf neue Konditionen einigen konnten, stehen die Kickers am Montag eventuell ohne Spielstätte da.

In seiner Not hat Kleinschmidt nach Informationen unserer Zeitung beim FSV Frankfurt nachgefragt. Der hat nach dem Abstieg seiner U-23-Mannschaft Kapazitäten frei und kann sein Stadion für 100.000 Euro pro Saison an den OFC vermieten. Doch mit den Sponsoren Sparda Bank und EVO dürfte es angesichts der Präsenz von Frankfurter Volksbank und Mainova am Bornheimer Hang Probleme geben. Die Fans würden den Umzug nach Frankfurt schon gar nicht mitmachen, das ist aus Reaktionen auf den einst geäußerten Vorschlag für ein gemeinsames Stadions bekannt.

30.000 Euro fehlen für Miete

Gerade einmal 30.000 Euro sollen die Vertreter der Stadt und der Insolvenzverwalter bei der Miete für das Sparda Bank Hessen Stadion auseinanderliegen. 200.000 Euro benötigt die Stadiongesellschaft SBB, um den bisher schon hohen Verlusten nicht noch weitere Miese hinzuzufügen. Im Aufsichtsrat der Stadtgesellschaften (SOH) war man sich nach Angaben von Bürgermeister Peter Schneider (Die Grünen) am Mittwochabend einig, dem OFC keine weiteren Zugeständnisse machen zu können.

OFC: Interview mit Insolvenzverwalter Kleinschmidt

Dr. Andreas Kleinschmidt

Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt zu Besuch bei der Offenbach-Post. Wir haben mit ihm über die Zukunft des OFC gesprochen. Spielen die Kickers in dieser Saison ihre Regionalliga-Heimspiele am Bornheimer Hang? Und was sagt Kleinschmidt zum Führuungschaos beim OFC?

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Schneider: „Wir verzichten mit Blick auf die vereinbarte halbe Million Euro Jahresmiete bereits auf 300 000 Euro und sind außerdem vom Regierungspräsidium angehalten, nicht unter die marktübliche Miete zu gehen.“ Die Kickers sollen auch die Geschäftsstelle auf dem Bieberer Berg aufgeben. Die muss die Stadiongesellschaft anderweitig vermieten, um die schwarze Null erzielen zu können. Etwa 70 000 Euro an Nebenkosten könnten die Kickers nach den Unterlagen der SOH sparen, wenn sie auf dem Gelände am Wiener Ring trainieren würden. Ein entsprechender Vorschlag der Stadt ist laut SOH-Geschäftsführer Peter Walther von den Kickers abgelehnt worden.

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Walther sieht in der Anfrage beim FSV einen neuen Versuch, die Stadt unter Druck zu setzen: „Beim OFC werden sie sich aber verrechnen, wenn sie spekulieren, dass die Stadt bei der Stadionmiete letztlich nachgibt. Wir sind da festgelegt, ich denke nicht daran, der Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht für Ermittlungen zu geben, wie das in Duisburg mit meinem Pendant passiert ist.“

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