Offenbach ‐ „Ein wunderschönes Ziel ist für uns greifbar nahe gerückt“, freut sich Waldemar Klein, bald 90-jähriger Ehrenpräsident der Offenbacher Kickers, auf ein neues Stadion in Offenbach. Von Jochen Koch

© Gamer
Mit roter Stimmkarte für die Ausgliederung in eine GmbH: Das Kickers-Präsidium mit (von links) Schatzmeister Horst Zang, Vizepräsident Volker Eckrich, Präsident Dieter Müller, Ehrenpräsident Waldemar Klein, Vizepräsident Thomas Kalt.
Bei der Jahreshauptversammlung machten die 271 anwesenden Mitglieder mit überwältigender Mehrheit (259 Ja-Stimmen, fünf Nein, sieben Enthaltungen) den Weg für die Ausgliederung der Profiabteilung in eine GmbH und damit den Stadion-Neubau frei.
Vizepräsident Thomas Kalt, der das Stadionprojekt maßgeblich vorangetrieben hat, hatte in seiner fast halbstündigen Rede besonders zwei Männern für die Vorarbeit gedankt. Waldemar Klein, „weil er uns immer wieder Türen beim Ministerium in Wiesbaden geöffnet hat“, und dem früheren Vizepräsident Thomas Delhougne, den „Vater der gesamten Stadion-Entwicklung“. Den größten Beifall der Mitglieder erhielt aber Horst Jung. „Das war der schönste Moment, als Sie hier eingelaufen sind“, würdigte Kalt die Verdienste des langjährigen Hauptsponsors (Portas), der sich zwischenzeitlich aus Verärgerung einige Zeit zurückgezogen hatte.
Nach Kalts langen Erläuterungen für die Notwendigkeit der Ausgliederung waren fast alle Vorbehalte aus dem Weg geräumt. Alle im Vorfeld gestellten Anträge wurden zurückgezogen. „Wir können den Weg freimachen, weil alle Wünsche und Forderungen in den Grundlagenvertrag zwischen der neuen GmbH und dem Verein aufgenommen werden sollen“, sagte Thomas Delhougne. Nur ein Mitglied wollte sich mit dem Procedere nicht abfinden und kündigte einen juristischen Einwand wegen der nicht fristgemäßen Einladung an. Was aber Vereinsanwalt Dr. Hans-Peter Adler umgehend als falsch bezeichnete.
Eine aus acht Personen bestehende Arbeitsgruppe soll den Grundlagenvertrag ausarbeiten. Wichtige Eckpunkte sind die Besetzung des Aufsichtsrates (7 bis 9 Personen), externe Gesellschafter dürfen sich nur bis zu einer zu bestimmten Quote beteiligen, die Bezuschussung der Abteilungen im Verein, nur das Präsidium darf den GmbH-Geschäftsführer bestimmen und der Verein muss immer die Mehrheit an der GmbH besitzen. Die Anregung, dass man auch Vereinsmitglieder als Gesellschafter aufnehmen kann, soll ebenfalls berücksichtigt werden.
Wenn die Mitglieder auf der für April 2010 geplanten außerordentlichen Versammlung den Grundlagenvertrag billigen, erfolgt die Ausgliederung in die GmbH, die ein Stammkapital von einer Million Euro aufweisen muss. „Das wird schwierig, aber kein Hexenwerk“, sagte Kalt. Das Kapital soll ein Mix aus Sachwerten (Rasenheizung/Kabinentrakt) und Bareinlage werden. Dafür soll die Einnahme aus dem Eröffnungsspiel verwendet werden. „Das wird bestimmt ausverkauft sein“, kündigte Kalt einen hochkarätigen Gegner an.
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