50 Kilometer-Ultra-Marathon

Tag der Rekorde an der Gänsbrüh

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Jubelnd absolviert Sieger Florian Neuschwander beim Ultramarathon in Dudenhofen die letzten Meter, der Streckenrekord unter drei Stunden ist ihm gewiss. Der Schweizer Christoph Geiger (Jahrgang 1942, Nummer 115) hat zu diesem Zeitpunkt erst knapp die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Nach 6:59:58 Stunden überquert aber auch er als 587. die Ziellinie.

Offenbach - Die 15. Auflage des Rodgau Ultramarathons über 50 Kilometer erfüllte die Erwartungen: Titelverteidiger Florian Neuschwander aus Trier stellte einen Streckenrekord auf, die Teilnehmerzahl war die bisher höchste der vergangenen 15 Jahre. Von Patrick Leonhardt

Und nach zwei zweiten Plätzen triumphierte Astrid Staubach zum zweiten Mal nach 2011. „Ich bin ein bisschen müde, aber es war hier richtig geil“, meinte Florian Neuschwander. Gerade hatte der 32-Jährige aus Trier beim 15. Ultra-Marathon des Rodgau Lauftreffs über 50 Kilometer rund um die Gänsbrüh in Dudenhofen den Streckenrekord des Ukrainers Evgenii Glyva aus dem Jahr 2012 (3:02:31) in 2:58:42 Stunden um knapp vier Minuten unterboten und war als erster Läufer in Rodgau unter der Drei-Stunden-Marke geblieben.

Ansonsten aber machte Neuschwander einen ziemlich frischen Eindruck, nachdem er zuvor beinahe über die Strecke geflogen war und den Zweitplatzierten Oleksandr Holovnytskyy aus der Ukraine um sieben Minuten distanziert hatte. Dritter wurde nach einer taktisch guten Leistung Tobias Hegmann (3:08:58), der sich noch vom fünften Platz vorkämpfte. Dabei hatte es lange Zeit nicht nach einem derart souveränen Sieg des Titelverteidigers ausgesehen. Evgenii Glyva allerdings fiel nach sehr gutem Start auf den sechsten Platz zurück.

21 Minuten besser als im vergangenen Jahr

Bei den Frauen landete Astrid Staubach (LG Vogelsberg) einen Start-Ziel-Sieg. „Eigentlich hatte ich daran gedacht, das Rennen abzubrechen, aber in Führung liegend konnte ich das nicht“, sagte sie. Die Angst lief zudem mit, nachdem Staubach im vergangenen Jahr in der letzten Runde noch abgefangen worden war und Zweite wurde. In 3:41:57 Stunden unterbot die Vogelsbergerin heuer nicht nur die angestrebten 3:45 Stunden, sondern verbesserte ihre Zeit aus dem vergangenen Jahr um über 21 Minuten.

Nach drei dritten Plätzen belegte die Schweizerin Gabriele Werthmüller (LG Derendingen) mit rund elf Minuten Rückstand in 3:53:04 Stunden den zweiten Platz vor ihrer Landsmännin Ricarda Bethke (4:01:47) auf Rang drei. Sina Manishe (LG Seligenstadt) legte die 50 Kilometer in 4:13:59 Stunden zurück und sicherte sich damit in der weiblichen Hauptklasse den ersten Platz.

Bilder vom Ultra-Marathon

Ultramarathon über 50 Kilometer

„Das war schon ärgerlich und ein bisschen tragisch, aber es gibt Schlimmeres“, fasste Thomas Fischer vom Rodgau Lauftreff seine Vorstellung zusammen. Er erreichte nach 4:00:04 Stunden das Ziel. „Unterwegs habe ich gar nicht auf die Uhr geschaut, in den letzten drei Runden habe ich zu viel Zeit verloren. Die letzten 700, 800 Meter habe ich nochmals alles gegeben und dann springt die Uhr drei Meter vor dem Ziel auf vier Stunden um“, beschrieb er sein dramatisches Finale. Kleiner Trost: Die 50 Kilometer ist Fischer bereits mehrfach unter vier Stunden gelaufen. „Die Bedingungen waren zu dieser Jahreszeit jedenfalls ideal“, sagte er. Obwohl es am Donnerstag geregnet hatte, war die Strecke bis auf ein kleines Stück im Wald frei von Matsch und somit sehr gut zu laufen.

Insgesamt waren 835 Läufer auf die zehnmal zu umrundende Fünf-Kilometer-Strecke gegangen – zwei mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012. 587 Teilnehmer überquerten die Ziellinie – auch das ist ein neuer Rekord (bisher 558 in 2012). „Da spielten sicher die guten äußeren Bedingungen eine wichtige Rolle“, so Fischer.

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