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Pascal Roller will Basketball nach Hamburg bringen

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Pascal Roller im Januar auf der Baustelle der neuen Sporthalle.
Pascal Roller im Januar auf der Baustelle der neuen Sporthalle. © dpa

Hamburg - Jahrelang war Pascal Roller als Basketball- Nationalspieler das Gesicht der Frankfurt Skyliners. Mit hanseatischem Kaufmannssinn will er seinen Sport jetzt in Hamburg etablieren - ausgerechnet im einstigen Schmuddelviertel.

Pascal Roller sitzt in einem schmucklosen Büro in einem Neubau in Hamburg-Wilhelmsburg. Ein Tisch, ein paar Stühle, ein Flipchart, sonst nichts. Und Pascal Roller - Glatze, Dreitagebart, legeres Hemd - ist mittendrin. Aus beinahe nichts etwas Neues erschaffen, das ist sein Auftrag hier in Hamburg. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, eine Sportart nach Hamburg zu bringen, die derzeit de facto fehlt“, sagt er.

Diese Sportart, die Roller meint, hat ihn einst zum Star gemacht. Als Basketball-Nationalspieler gewann er an der Seite von Dirk Nowitzki EM-Silber und WM-Bronze. Als Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners wurde er zum Aushängeschild der Bundesliga (BBL). Jetzt will er als Gesellschafter selbst ein neues Team aufbauen: die Hamburg Towers. Der Name soll Verlässlichkeit vermitteln. Ebenso wie Pascal Roller.

Der 37-Jährige gilt als umgänglich, mehr noch: als Publikumsmagnet. Um sein immer korrektes Auftreten zu würdigen, benannte die BBL sogar ihren Preis für den sympathischsten Spieler der Liga nach ihm. Mit 1,80 Metern hat Roller nicht die raumgreifende Statur, die von einem Basketballer erwartet wird. Doch er hat sich durchgebissen - auch dank intensiven Ballett-Trainings. „Zehn Jahre lang habe ich das gemacht, sogar mit Aufführungen“, sagt Roller und grinst. Beweglicher sei er dadurch geworden. Doch mit 15 Jahren entschied er, die Ballettschuhe an den Nagel zu hängen. „Basketball war alternativlos.“

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An Hamburg muss sich der frühere „Mr. Skyliners“ noch gewöhnen. Im August zog er mit seiner Familie um, nachdem er zweieinhalb Jahre lang gependelt war. Den Weg zur Arbeit fährt er mit der S-Bahn, ein Auto hat er schon lange nicht mehr. „Ich bin ein Stadtmensch“, sagt er. Im Büro ist Roller ein Perfektionist. Auf seine jetzige Aufgabe hat er sich akribisch vorbereitet: Schon als Spieler schloss er ein Bachelor-Studium ab. Nach dem Karriereende legte er im Fernstudium an der Universität Ca’Foscari in Venedig einen Master in Sportmanagement nach. Das Ergebnis ist ein Geschäftsmann hanseatischer Prägung: sachlich, zurückhaltend, realistisch.

„Wir sind nicht das zweite Bayern München“, betont Roller vor dem Auftakt in der 2. Liga ProA, für die Hamburg eine Wildcard bekommen hat. „Wir wollen ein breites Fundament aufbauen. Was wir jetzt als Basis schaffen, soll auch in zehn Jahren noch da sein.“ Vom Aufstieg in die BBL könne in den ersten Jahren keine Rede sein. Tatsächlich sind die Hamburg Towers noch eine Baustelle, ebenso die Halle, in der sie im Oktober ihr erstes Heimspiel austragen wollen. „Die größte Aufgabe wird sein, die Hamburger hierher zu bekommen“, sagt Roller. Denn der Stadtteil Wilhelmsburg galt lange als schmuddelig und langweilig. Bescheiden formuliert Roller sein Ziel: „Wenn der erste Spieltag läuft, es keinen Spielabbruch gibt, viele Leute da waren - dann mache ich einen Haken dran. Dann sind wir angekommen.“

dpa

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