Marco Völler (20) auf dem Weg zum Basketball-Profi

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    • 18.12.09
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Völler arbeitet wie eine Maschine

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Langen ‐ Eine kuriose Szene gab es beim Spiel des TV Langen in der 2. Basketball-Bundesliga am Samstag in Hannover: Als Marco Völler zwei Freiwürfe zugesprochen bekam, zogen die Fans Pappmasken mit dem Konterfei von Marcos berühmtem Vater auf und sangen „Es gibt nur ein' Rudi Völler“. Von Stefan Moritz

Marco Völler

© Petrow

Marco Völler

Beide Freiwürfe verfehlten den Korb. „Ich hatte so etwas geahnt, da ich die Masken schon vorher gesehen hatte“, sagt Marco Völler, „es macht auch keinen Unterschied, ob die beim Freiwurf pfeifen und Buh rufen oder so etwas. Dass ich nicht getroffen habe, lag bestimmt nicht daran.“ Trainer Fabian Villmeter pflichtet ihm bei: „Wir erleben öfter Anspielungen an seinen Vater, meistens lässt Marco das cool von sich abperlen.“

Zu Beginn nur Ersatz für Brice Brooks

Der 20-Jährige, der auch die Nummer neun, mit der sein Vater berühmt wurde, auf dem Trikot trägt, hat sich beachtlich weiterentwickelt in dieser Saison. Zu Beginn nur als Ersatz für Brice Brooks vorgesehen, nutzte er seine Chance, als der US-Profi nach dem dritten Spieltag verletzt ausfiel und ist seitdem Leistungsträger geworden. „Eine wirklich beachtliche Entwicklung aus der Jugend über den Ergänzungsspieler zum Leistungsträger, nachdem ihn in der vergangenen Saison, seinem ersten Herren-Jahr eine Knieverletzung zurückgeworfen hatte. Mit seinem Ehrgeiz, Trainingsfleiß und seinen guten körperlichen Voraussetzungen sehe ich bei ihm noch gehöriges Entwicklungspotenzial“, sagt Villmeter über den 1,98 Meter großen Offenbacher, der erst mit 14 Jahren beim EOSC mit dem Basketballspielen begann, in der U18 des TV Langen Deutscher Meister wurde und in dieser Saison nach bestandenem Abitur in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen wurde.

Den Vater immer im Blick. Hannover-Fans versuchten, Marco Völler beim Freiwurf mit Rudi-Völler-Masken zu irritieren.© PetrowDen Vater immer im Blick. Hannover-Fans versuchten, Marco Völler beim Freiwurf mit Rudi-Völler-Masken zu irritieren.

In elf Trainingseinheiten pro Woche arbeitet Marco Völler nun „wie eine Maschine“ (Villmeter) an der Verwirklichung seines Traums als Basketball-Profi. „Es ist mein Ziel, als Profi in der ersten Liga zu spielen. Und das traue ich mir auch zu“, sagt Völler, der mit seinen Leistungen nur bedingt zufrieden ist. „Er muss noch konstanter werden“, sagt auch Villmeter, „in einigen Spielen war er richtig gut, in anderen unauffälliger und hatte Foulprobleme.“ „Es ist eine Gratwanderung zwischen nötiger Aggressivität, um den Ball zu bekommen, und Foulspiel“, sagt Völler, „da arbeite ich dran.“ Im letzten Spiel vor der Feiertagspause Samstag (19.30 Uhr) in der Langener Sehring-Halle gegen die Essen Baskets will Marco Völler auf jeden Fall noch einmal alles geben, damit der TV Langen mit einem Sieg im Kellerduell gegen den Tabellenvorletzten den letzten Tabellenplatz verlässt.

Heimspiel gegen Essen

 Letztmals im TVL-Kader stehen wird Brice Brooks, dessen zum Jahresende auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. „Wir hatten uns mehr erwartet von ihm“, sagt Villmeter, „er kam spät, war nicht fit und dann warf ihn seine Verletzung zurück und Marco hat eben die Rolle gut übernommen. Und jetzt brauchen wir statt eines dritten Power Forwards eher einen zweiten Center.“

Als Ersatz für Völler hat der TV Langen noch Roland Wiertel. Der ebenfalls erst 20 Jahre alte Jura-Student aus Frankfurt überzeugt in der Offensive, hat aber in der Defensive noch Schwächen. „Sonst würde er länger spielen“, sagt Villmeter, „es ist aber deprimierend, wenn wir 20 Sekunden gut verteidigen, aber dann den Rebound nicht holen. Da ist Marco aufmerksamer.“ Für den herausragenden Center Alonzo Hird, der seine Patellasehnenreizung überwunden hat, gibt es dagegen keine Alternative im Kader. „Wir sind vorsichtiger geworden nach den Fehlgriffen mit Jeremy Sampson und Brice Brooks“, sagt Villmeter, der hofft, dass der Neue zum Trainingsauftakt nach der Weihnachtspause am 28. Dezember in Langen ist.

Marco Völler hat in dieser Saison im Schnitt pro Spiel 30 Minuten Einsatzzeit und dabei neun Punkte erzielt und sechs bis sieben Rebounds geholt. Foto: Postl

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