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Henin und Serena im Melbourne-Finale

Finale Henin gegen Serena - Auch Murray weiter

Melbourne - Titelverteidigerin Serena Williams, die überraschend starke Rückkehrerin Justine Henin sowie Herren-Spieler Andy Murray stehen im Endspiel der Australian Open.

© AP

Justine Henin ließ ihrer Gegnerin keine Chance

Justine Henin schreibt weiter an der zweiten Auflage des Tennis-Wunders. Wie Kim Clijsters vor ein paar Monaten in Flushing Meadows greift die Belgierin bei den Australian Open gleich in ihrem Comeback-Grand-Slam gegen Serena Williams nach den Sternen. Nur noch der Titel fehlt. Zwanzig Monate hatte die zierliche Belgierin kein Turnier gespielt, sich eine Auszeit gegönnt und erfahren, “dass ich auch ohne Tennis existieren kann“, wie sie erzählte. Ihrer sportlichen Wiedergeburt hat das nur gutgetan. Das Halbfinale am Donnerstag bewies es. Und die bedauernswerte Chinesin Jie Zheng bekam es beim 6:1, 6:0 zu spüren. Justine Henin buchte für Samstag ihr drittes Endspiel Down Under, in dem die Siegerin von 2004 auf die Titelverteidigerin aus den USA trifft.

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Auch Andy Murray schickt sich an, Tennis-Geschichte zu schreiben. Als erster Brite seit 33 Jahren schaffte der 22-Jährige in Australien den Sprung ins Endspiel, das sein erstes bei einem Grand Slam ist. Zwar musste der Weltranglisten-Vierte im spannenden Grundlinien-Duell gegen Marin Cilic den ersten Satz im Turnierverlauf abgeben, doch seinem in 2:42 Stunden errungenen 3:6, 6:4, 6:4, 6:2-Erfolg stand der erste Kroate in einem Melbourne-Halbfinale nicht entgegen.

“Es war ein unglaublich hartes Match. Am Ende war er nach drei Fünfsatz-Matches wohl ein bisschen müde“, sagte Murray, der wild entschlossen ist, es dem legendären Fred Perry gleichzutun, der 1934 letzter Spieler aus Großbritannien war, der die Australian Open gewinnen konnte. Dagegen stehen der Schweizer Roger Federer oder der Franzose Jo-Wilfried Tsonga, die am Donnerstag spielfrei hatten.

“Ich habe meinen Job perfekt gemacht“, sagte Justine Henin - und Jie Zheng konnte nicht anders als zustimmend zu nicken. Gnadenlos war sie von der Rückkehrerin in ihrem zweiten Grand-Slam-Halbfinale nach Wimbledon 2008 über den Platz geschickt worden. Wie die Geschichte vom Hasen und dem Igel mutete die Partie an, in der die Wallonin kaum Fehler machte. “Ich wusste, ich muss sehr vorsichtig sein. Aber das war ich auch - und sehr konzentriert“, sagte Henin, die wie Clijsters bei den US Open als Spielerin ohne Ranking ins Finale stürmte.

Erst nach dem dritten Turnier wird Justine Henin wieder in der Weltrangliste geführt. Bislang steht nur das Turnier in Brisbane Anfang des Jahres mit dem Finale gegen Clijsters zu Buche. Schon jetzt hat sie Platz 40 erreicht - als Neueinsteigerin, wie es in Hitlisten heißt. “Ich bin wirklich überrascht, wie gut ich schon wieder mithalten kann. Aber wie schnell es auch anders laufen kann, kenne ich nur zur Genüge“, meinte sie und erinnerte an Wimbledon, wo sie zweimal im Finale stand, aber nie gewann. Bei den drei anderen Grand Slams hat sie insgesamt siebenmal triumphiert.

“Ich habe von Match zu Match gedacht und jetzt ist nur noch eines übrig“, so Justine Henin. Schon im vorigen Juli, also Wochen vor dem Triumphzug der besten Comeback-Mutter, wie die Flämin Clijsters nach dem Triumphzug genannt wurde, habe sie sich zur Rückkehr entschieden. “Irgendwann möchte ich auch eine Familie haben und Kinder“, sagte die UNICEF-Botschafterin, die sich auch um krebskranke Kinder kümmert.

Die reichste Tennisspielerin Serena Williams, die mit knapp 30 Millionen Dollar soviel Preisgeld kassiert hat wie keine andere in ihrem Job, hat in Australien viermal gesiegt und insgesamt elf Grand- Slam-Trophäen gesammelt. Wie heiß sie dennoch ist, bewies sie im 7:6 (7:4), 7:6 (7:1)-Tiebreak-Krimi gegen die Semifinal-Novizin Na Li. Die Chinesin nahm den Kampf beeindruckend clever an und zeigte keinerlei Respekt vor der temperamentvollen Amerikanerin.

Als Final-Vorbereitung spielte die 28-Jährige mit Schwester Venus Williams und zog ins Doppel-Endspiel gegen Liezl Huber/Cara Black (USA/Simbabwe) ein. Ihre Gedanken freilich kreisten um den Showdown gegen Henin. Mit einem markigen Schrei der Erlösung quittierte Serena Williams den gegen Na Li nach 2:02 Stunden verwandelten fünften Matchball. In ihrem fünften Endspiel Down Under wird es nicht leichter werden. “Wir sind beide Kämpfernaturen“, meinte die wieselflinke Henin, die von den dreizehn Vergleichen sieben verlor. Zuletzt gelangen ihr in Miami 2008 nur zwei Spielgewinne. Sechs Wochen später trat sie zurück.

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