Kinhöfer kritisiert Trainer: Erschweren Leitung "ungemein"

Thorsten Kinhöfer kritisiert das Verhalten der Trainer an der Seitenlinie. Foto: Uwe Anspach
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Thorsten Kinhöfer kritisiert das Verhalten der Trainer an der Seitenlinie. Foto: Uwe Anspach

Frankfurt/Main (dpa) - Der frühere FIFA- und Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat das unbeherrschte Verhalten von Trainern an der Seitenlinie kritisiert.

"Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, dass sich nach dem Skandal von Leverkusen irgendetwas ändert", sagte der 47-jährige aus Herne in einer Kolumne für die "Bild am Sonntag". Der Trainer sei, so seine grundsätzliche Erfahrung, in der Coachingzone "aggressiv, aufbrausend oder despektierlich - seine Spieler nehmen so ein Verhalten wahr und verhalten sich auf dem Feld nicht anders", erklärte Kinhöfer. Das erschwere die Leitung eines Spiels ungemein.

"Deshalb fühlen sich Schiedsrichter manchmal wie der letzte Dreck", meinte der Ex-Referee. Als aktuelles Beispiel nannte Kinhöfer die Ingolstädter Bank beim 1:1 am Samstag in Hamburg. Grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen den Unparteiischen und Trainern nicht schlecht. "Ab Anpfiff ist es allerdings anders." Da lebe ein Chefcoach plötzlich in seiner eigenen Welt. "Und die ist fokussiert auf Erfolg, Erfolg, Erfolg." Kinhöfer plädierte für grundsätzliche Überlegungen, wie beide Seiten in Zukunft miteinander umgehen.

Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte am 21. Februar in der Partie gegen Borussia Dortmund für eine Spielunterbrechung gesorgt, weil er der Aufforderung von Schiedsrichter Felix Zwayer, auf die Tribüne zu gehen, nicht nachgekommen war. Vom DFB-Sportgericht wurde Schmidt deshalb für drei Spiele gesperrt.

Kinhöfer bemängelte zudem das Verhalten von Nationaltorwart Manuel Neuer nach Gegentoren für den FC Bayern München. "Das Heben des Arms ist mittlerweile schon ein Sport bei Neuer", sagte er. "Aber kein Schiedsrichter wird deshalb ein Tor zurücknehmen."

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