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Jan Ulrich wünscht gesperrtem Alberto Contador "viel Kraft"

Ullrich wünscht Contador "viel Kraft"

Bielefeld - Jan Ullrich zeigte sich von der zweijährigen Dopingsperre gegen Alberto Contador überrascht und hat seinem Leidensgenossen Mut zugesprochen.

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„Das ist ein hartes Urteil, damit habe ich nicht gerechnet. Ich wünsche Alberto viel Kraft, dass er im August stark zurückkommt. Ein Fahrer wie er ist toll für die Branche“, sagte Deutschlands einziger Tour-Sieger am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bielefeld.

Ullrich weiß, wie sehr eine Dopingaffäre an den Nerven zehrt. Seine eigene Leidenszeit endet am Donnerstag. Dann wird „Ulle“ nach jahrelanger Hängepartie das Urteil vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne erhalten. Dies gab der CAS am Mittwoch bekannt - zur Freude von Ullrich.

„Das ist ein Glückstag für mich, ich bin froh, dass die Entscheidung kommt. Ich warte seit fast sechs Jahren auf eine Entscheidung, ich habe viel leiden müssen bis hin zum Burn-out. Ich will die ganze Etappe abschließen“, sagte Ullrich bei einer Pressekonferenz in Bielefeld. Mit dem Richterspruch wird der Fall um die Verwicklung des einstigen deutschen Radstars in die 2006 aufgedeckte Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes beendet.

Doping: Die dümmsten Ausreden

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Während Jan Ullrich seine Karriere längst beendet hat, wird Alberto Contador seine Karriere fortsetzen und erhält dabei starken Rückenwind. „Alberto erhält unsere hundertprozentige Unterstützung, bis alles restlos geklärt ist“, sagte Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis. Der Däne begründete die Haltung des Rennstalls mit folgendem Fakt: „Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat festgestellt, dass es keine bewusste Täuschung von Alberto war. Er habe die Substanz unbewusst zu sich genommen.“

Alberto Contador war auch am Tag nach dem CAS-Urteil niedergeschlagen. „Ich komme mir vor wie ein Verbrecher. Aber ich werde weitermachen, obwohl ich mich nicht wohl fühle. Das alles macht mich nur noch stärker“, sagte Contador auf einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pinto.

Der 29-Jährige war am Montag vom CAS wegen einer positiven Dopingprobe (Clenbuterol) bei der Tour de France 2010 mit einer zweijährigen Sperre belegt worden. Die Sperre läuft am 5. August dieses Jahres ab. Zudem wurden ihm der Tour-Titel von 2010 und der Sieg beim Grio d'Italia 2011 aberkannt.

„Ich bin tief enttäuscht. Seit eineinhalb Jahren fühle ich mich so, das wünsche ich niemanden“, sagte Contador im Hotel „Las Artes“ südlich von Madrid: „Das ist ein richtiges Leiden für meine Familie und besonders für meine Frau. All das geht gegen meine Werte, die ich von Kind an gelernt habe“, sagte Contador, der sich „von den Franzosen verfolgt“ fühlt. Der Spanier erklärte erneut, das Mittel Clenbuterol unwissentlich über ein verunreinigtes Steak zu sich genommen zu haben.

„Ich habe alles gemacht, um meine Unschuld zu beweisen“, sagte Contador und schloss weitere rechtliche Schritte nicht aus: „Meine Anwälte arbeiten in alle Richtungen. Ob wir vor ein ordentliches Gericht gehen, müssen sie entscheiden. Ich will aber bis zum letztmöglichen Schritt kämpfen.“ Contador betonte weiter, dass er „die Sperre nicht versteht“ und „echte Qualen“ leidet.

Einen erneuten Start bei der Tour schloss Alberto Contador nicht aus. „Die Sperre läuft im August ab. Wenn ich zurückkomme, will ich wieder bei den besten Rennen dabei sein.“ Seine erste große Rundfahrt nach abgelaufener Sperre könnte die Spanien-Rundfahrt vom 18. August bis 9. September sein.

Fraglich ist aber derzeit, ob das dänische Radteam nach der Verurteilung seines Kapitäns seinen World-Tour-Status behalten wird. Dies prüft derzeit der Weltverband UCI. Wird dieser gestrichen, entfällt die automatische Startberechtigung unter anderem für die drei großen Landesrundfahrten Tour de France, Giro d'Italia und Vuelta.

Mit der Sperre Contadors und der Auslöschung seiner Ergebnisse im betreffenden Zeitraum erfüllt Saxo Bank die erforderlichen sportlichen Kriterien zur Lizenzvergabe nicht mehr. Contador hat mit seinen Resultaten etwa 68 Prozent der Punkte seines Teams eingefahren, teilte die UCI mit. In den nächsten Tagen will der Verband weitere Informationen dazu herausgeben.

Moralische Unterstützung erhält Contador unterdessen in der Heimat, auch von „seinem“ Fußballverein. Der Drittligist Atletico Pionto, bei dem er Ehrenmitglied ist, wird aus Protest gegen die CAS-Entscheidung in den kommenden beiden Heimspielen in symbolischem Outfit auflaufen. In der nächste Partie werden die Spieler in gelben Trikots in Anlehnung an den Führenden bei der Tour de France auflaufen, im folgenden Spiel in rosa Trikos in Erinnerung an den Giro-Spitzenreiter.

sid

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