Offenbach - Die Frist für Wechsel innerhalb der Rugby-Bundesliga ist abgelaufen. Von Christian Düncher
Während vor allem die drei „Profiklubs“ Heidelberger RK, SC Frankfurt 1880 und TV Pforzheim auf dem Transfermarkt aktiv waren, setzt der RK Heusenstamm weiter konsequent auf den eigenen Nachwuchs.
Langeweile sieht RKH-Trainer Jens Steinweg im Rugby-Oberhaus dennoch nicht aufkommen. „Wir als RK Heusenstamm haben in der Liga genug Spannung“, sagte Steinweg im Interview mit dem Internetportal totalrugby.de. „Ich glaube, die Frage ist: Wird es für den Heidelberger RK und den SC Frankfurt 1880 nicht langweilig? Bietet die Liga genug Wettkampf für diese beiden Klubs? Es ist ja nicht nur Spannung da, wenn es um Platz eins geht, sondern die Spannung hat sich insgesamt erhöht - zum Beispiel bei der Frage, wer in die Play-offs kommt.“
Dass sich die Anzahl der „Profiklubs“ durch den Aufstieg des TV Pforzheim von zwei auf drei erhöht hat, sieht Steinweg ebenfalls nicht als Problem: Pforzheim sei finanziell „weit entfernt“ vom Heidelberger RK und dem SC Frankfurt 1880, meint der RKH-Trainer. „Andere Heidelberger Klubs stecken mindestens genauso viel Geld in ihre Teams.“ Vereine wie der RK Heusenstamm, der DSV Hannover 78 und der RK 03 Berlin werden aufholen, da sie junge Mannschaften haben, ist sich Steinweg sicher. „Die anderen Mannschaften sind von der Altersstruktur am anderen Ende der Skala und haben meist den Verjüngungsprozess noch nicht einmal eingeleitet.“
Von einer Ausgliederung der Profiteams in eine eigene Liga hält Steinweg nichts: „Um das deutsche Rugby richtig vorwärts zu bringen, muss man nicht aus Klubsicht denken, sondern Regional-Auswahlen gründen oder die Landesverbandsauswahlen wieder aufleben lassen“, so der RKH-Trainer. „Es war damals der größte Fehler vom DRV, die Landesverbandsmeisterschaft im 15er-Rugby sterben zu lassen. Es ist einfacher, Sponsoren für eine Region zu finden als zum Beispiel für Heusenstamm. Da müsste aber ein klares Konzept her, und alle müssten die Vereinsbrille abziehen. Davon sind wir aber noch sehr weit entfernt.“
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