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Rugby: Neuer Coach für Südafrikas Nationalteam: Meyer trainiert die „Springboks“

Meyer trainiert die „Springboks“

Offenbach – Bei den „Springboks“ hat nach der gescheiterten Titelverteidigung der Neuaufbau begonnen. Der Rugby-Weltmeister von 2007, der vergangenes Jahr bei der WM in Neuseeland im Viertelfinale ausgeschieden war, wird künftig von Heyneke Meyer trainiert. Von Christian Düncher

Heyeke Meyer

© dpa

Neuer Coach für Südafrikas Nationalteam: Heyeke Meyer trainiert die „Springboks“.

So richtig glücklich war man mit ihm in Südafrika nie: Pieter de Villiers, der 2008 die Nachfolge von Jake White als Trainer der Rugby-Nationalmannschaft angetreten hatte, sollte den WM-Sieger von 2007 in der Weltspitze etablieren. Doch stattdessen ging es unter seiner Regie runter – vom ersten auf den vierten Platz des IRB-Rankings.

Bei der Weltmeisterschaft im September/Oktober 2011 in Neuseeland war für den Titelverteidiger bereits im Viertelfinale Endstation – 9:11 gegen Australien. Kritik an de Villiers hatte es aber schon lange davor gegeben. Dass der südafrikanische Rugby-Verband (SARU) dem dunkelhäutigen und im Herren-Bereich recht unerfahrenen Coach die Aufgabe übertragen hatte, das Nationalteam zu trainieren, war von vielen Fans als politische Entscheidung bewertet worden. Zumal der Verband betonte, dass die Hautfarbe durchaus eine Rolle gespielt habe.

Rückhalt für de Villiers nicht besonders groß

Bei den Anhängern war der Rückhalt für de Villiers folglich nicht besonders groß. Er habe sich meisterhaft darin verstanden, „jedes sich bietende Fettnäpfchen anzusteuern“, heißt es auf totalrugby.de. Sein Umgang mit der Presse sorgte ebenso für Kontroversen wie zahlreiche seiner Aussagen. So bezeichnete er nach einer Niederlage die Neuseeländer als Betrüger und nahm seinen Spieler Schalk Burger in Schutz, nachdem dieser dem Iren Luke Fitzgerald bei einem Spiel in die Augen gegriffen hatte und daraufhin acht Wochen gesperrt worden war. Zum unglücklichen Wirken des Pieter de Villiers passt, dass er sich nach seinem Rücktritt erneut als Trainer der „Springboks“ ins Gespräch brachte.

Doch diesmal entschied sich der Verband für Heyneke Meyer, der bereits vor der Verpflichtung de Villiers‘ 2008 als aussichtsreicher Kandidat galt und einiges vorzuweisen hat. Der 44-Jährige spielte zwar nie selbst auf höchstem Niveau Rugby, arbeitet aber bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich als Trainer. So führte er die Blue Bulls 2007 als erstes südafrikanisches Team zum Titelgewinn in der „Super Rugby“-Liga. 2008 übernahm er die Leicester Tigers, verließ den englischen Profiklub jedoch nach nur einem Jahr aus familiären Gründen und arbeitete zuletzt wieder in Südafrika. Sein Vertrag als Coach der „Springboks“ gilt vier Jahre, also bis nach der WM 2015 in England.

Euphorie in Südafrika ist groß

Die Euphorie in Südafrika ist so groß, dass sogar über ein Comeback von Victor Matfield spekuliert wurde. Der Zweite-Reihe-Stürmer, der erst vor wenigen Wochen seinen Rücktritt erklärt hatte, dementierte dies jedoch umgehend. Als Führungsfigur hätte Matfield sicher wertvolle Dienste leisten können. Einen 34-Jährigen zu reaktivieren, wäre jedoch sicher nicht das passende Signal für einen Neuaufbau gewesen - auch wenn Matfield immer noch die Klasse hat, um einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

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