Wie gesund ist Papst Benedikt XVI.?

Papst Benedikt XVI. am Montag , 13. Juli 2009, bei einem Spaziergang in Introd (in der Nähe von Aosta).
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Papst Benedikt XVI. am Montag, 13. Juli 2009, bei einem Spaziergang in Introd (in der Nähe von Aosta).

Aosta - Seit er im Sommer 1991 noch als Kurienkardinal einen Schlaganfall gehabt haben soll, ist immer wieder über die Gesundheit von Papst Benedikt XVI. spekuliert worden.

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Offiziell wurde der Hirnschlag nie bestätigt. Man sprach von einem Sturz, bei dem Joseph Ratzinger mit dem Kopf an einen Heizkörper prallte. Aber die Gehirnblutung gilt als offenes Geheimnis - ebenso, dass Benedikt seitdem jeden Morgen blutverdünnende Medikamente nimmt. Vor einigen Monaten hieß es aus Vatikankreisen, der Papst habe sich am Herzen untersuchen lassen. Routine? Nach seinem Sturz in der Nacht zum Freitag in seinem Urlaubsort Les Combes in Norditalien fragt sich die Welt nun erneut. Wie gesund ist der Papst eigentlich?

Papst Benedikt XVI.

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Joseph Ratzinger trat im April 2005 als ältestes Kirchenoberhaupt seit 275 Jahren sein Amt an. Auch im Vergleich zu seinen Vorgängern im 20. Jahrhundert erschien der neue Pontifex vielen deutlich zu alt: Deren Durchschnittsalter liegt zum Zeitpunkt ihrer Wahl bei 65 Jahren. Benedikt war 78. Sein Bruder, der heute 85-jährige Georg Ratzinger , äußerte sich schon damals besorgt, er habe geglaubt, “dass die nicht ganz so stabile Gesundheit“ seines Bruders die Kardinäle bewogen hätte, einen etwas Jüngeren zum Papst zu wählen. Details zum Gesundheitszustand von Benedikt XVI. gab er allerdings nicht preis.

Offenbar topfit bei Bayernbesuch 2006

Beim darauffolgenden Bayernbesuch des frisch gebackenen Papstes 2006 bescheinigten einige Bischöfe dem Kirchenoberhaupt jedoch einhellig eine gute Gesundheit und Kondition. Ärzte zeigten sich beeindruckt, “wie fit“ der Heilige Vater auftrete, wie er “die vielen Termine offensichtlich ohne große Anstrengung“ bewältige.

Ostern 2008 ließ die Tatsache, dass Benedikt auf dem Kreuzweg überraschend nicht wie angekündigt selbst das Kreuz an den letzten drei Stationen übernahm, heftige Spekulationen über seine Gesundheit wieder aufflammen. Der starke Regen und die Kälte hätten einige Änderungen im Programm des Kreuzweges gebracht, erklärte der Vatikan. Im Vorjahr hatte Benedikt das Kreuz jedoch noch an zwei Stationen getragen.

Keine Probleme bei Auslandsreisen

Aber auch wenn er 2009 ebenfalls darauf verzichtete, Ostern das schwere Kreuz zu tragen, schien es dem Papst nicht schlecht zu gehen. So absolvierte er ohne erkennbare Müdigkeit oder Beschwerden die beiden langen und anstrengenden Reisen im März nach Afrika und im Mai in den Nahen Osten.

Außerdem besuchte er die unter anderem die mittelitalienische Erdbebenregion Abruzzen und legte seine dritte Enzyklika “Caritas in veritate“ (Die Liebe in der Wahrheit) pünktlich zum italienischen G8-Gipfel vor. Kurz vor seiner Abreise in die Sommerferien traf er sich schließlich noch bei brüllender Julihitze erstmals mit US-Präsident Barack Obama.

dpa

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