"Problemlöser genügt nicht"

BER: Schwierige Suche nach Flughafenchef

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Flughafen-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck.

Berlin - In seiner Not greift der Berliner Flughafen-Aufsichtsrat bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer auf einen Headhunter zurück. Billig wird der neue Flughafenchef nicht zu haben sein.

Neuer Geschäftsführer der Berliner Flughafengesellschaft könnte aus Expertensicht auch ein Branchenfremder werden. Auf der schwierigen Suche nach einem Flughafenchef sei auch eine „kreative Lösung“ möglich, sagte der Frankfurter Personalvermittler Oliver Badura (40) in Berlin. Der Flughafen-Aufsichtsratschef und Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte vor einer Woche angekündigt, einen so genannten Headhunter zu beauftragen, um einen Nachfolger für Flughafenchef Rainer Schwarz zu finden.

Schwarz war wegen schwerer Mängel bei Planung und Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld Mitte Januar entlassen worden. Die Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg, ursprünglich für Oktober 2011 geplant, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Badura rechnet damit, dass der neue Geschäftsführer deutlich mehr verdienen will als Schwarz, der zuletzt ein Grundgehalt von 355 000 Euro plus variabler Vergütung bekam. „Ich sehe das eher so zwischen 800 000 und 1,2 Millionen Euro Gehalt“, sagte Badura.

"Anforderungen sind enorm nach oben gestellt"

„Die eigentliche Aufgabenstellung ist hier, ein Problem zu lösen, die Kuh vom Eis zu kriegen“, führte Badura aus. Dabei seien verschiedene Lösungsvarianten zu verfolgen. Am Ende könne auch eine Personalkombination herauskommen, die am Anfang noch nicht absehbar gewesen sei. „Sie müssen eben die passenden Leute dazu finden.“

Mit der Berufung des ehemaligen Frankfurter Flughafenchefs Wilhelm Bender zum Chefberater der Geschäftsführung sei „der richtige Weg“ beschritten worden. „Er hat die Qualifikation, jetzt erst mal den Karren herauszuziehen“, sagte Badura.

Zum Profil des künftigen Flughafenchefs sagte er: „Die Anforderungen sind natürlich aufgrund der Situation enorm nach oben geschnellt. Sie brauchen einen Topmanager mit einer Riesenerfahrung, auch international.“ Der Gesuchte sollte „so um die 50 sein, eine gewisse Seniorität und Autorität muss sein, jetzt in diesem Stadium sowieso“. Zugleich müsse er aber auch Erfahrung im Umgang mit Politikern und Public Relations haben. „Ein Problemlöser allein reicht nicht.“

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Nicht nur wegen der Absage mehrerer Geschäftsführer anderer Flughäfen sieht Badura „nicht die erste Riege - die aktuellen Vorstände -, sondern die zweite Riege, die direkt dahinter steht“, als potenzielle Kandidaten für Berlin. Für diese Manager aus der zweiten Reihe wäre die Aufgabe am Hauptstadtflughafen „der nächste Karriereschritt“.

Denkbar wären auch Spitzenleute von Zulieferern der Flughafenbranche, von flughafennahen Dienstleistungsunternehmen oder Baufirmen, sagte der Personalvermittler. Als geeignet könnte sich auch jemand von außerhalb des Flughafenbetriebs erweisen, „der schon in der Öffentlichkeit gestanden hat, voll unter Beschuss und unter Zeitdruck war und das Problem gelöst hat“. Dafür gebe es das Vorbild Toll Collect. Das von dem Unternehmen aufgebaute Lkw-Mautsystem erlebte eine Pannenserie. Nach einem Managementwechsel funktionierte es dann.

dpa

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