Zeche zahlen Beschäftigte

Kommentar: Gezerre um Edeka/Tengelmann-Fusion

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Achim Lederle.

Offenbach - Die Ablehnung der Ministererlaubnis ist eine schallende Ohrfeige für den Wirtschaftsminister. Im Kern wirft das Oberlandesgericht Düsseldorf Sigmar Gabriel vor, die Fusion hemdsärmelig durchboxen zu wollen. Von Achim Lederle

Die „geheimen Gespräche“ mit den Edeka- und Tengelmann-Chefs seien „nicht aktenkundig“ gemacht, die Konkurrenz ausgebootet worden. Kurz: Gabriel sei „befangen“. Tatsächlich hat der Minister trotz der Ablehnung der Fusion durch das Kartellamt in Manier von Altkanzler Gerhard Schröder versucht, die Fusion zu erzwingen. Seine Motive dafür sind jedoch redlich: Es geht ihm vor allem ums Gemeinwohl, das heißt um die 16 000 Arbeitsplätze bei Tengelmann, die im Falle einer Zerschlagung massiv gefährdet sind. Dies hat Gabriel immer wieder betont.

Die Fusion mit Edeka wäre tatsächlich für den Arbeitsplatzerhalt die bessere Alternative. Die Richter haben jedoch in diesem Fall nichts übrig für „Basta“-Alleingänge, sondern fordern einen offenen Wettbewerb. Auch dies ist nachvollziehbar.Das letzte Wort ist im Fusions-Drama noch nicht gesprochen; die Zeche des Gezerres dürften aber wieder einmal die Beschäftigten bezahlen.

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