So ein Schrott!

Kommentar: Neue Regelung für Verbraucher

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Für ausgediente Elektroartikel gibt es von nächster Woche an eine weitere Rückgabemöglichkeit. Ob Föhn oder Telefon – Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern können dann auch zu Online-Händlern geschickt werden, die sie unentgeltlich entsorgen müssen. Von Peter Schulte-Holtey

Ob die Regelung wirklich praktikabel ist, darf bezweifelt werden – zu aufwendig, zu kompliziert. Einfacher ist die Lösung mittels Wertstofftonne, die sich ja immer mehr durchsetzt. Wichtig ist aber auch die Analyse des wachsenden Problems. Es geht um riesige Mengen ausgedienter „Altgeräte“, die entsorgt werden, weil sie kaputtgegangen sind oder als veraltet gelten. Was derzeit nicht nur Umweltschützer besonders beunruhigt, ist die Tatsache, dass viele Geräte heute von den Kunden deutlich schneller durch ein neues Produkt ersetzt werden als noch vor zehn Jahren.

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Wer sich näher mit dem Thema beschäftig, stößt dann auch schnell auf den immer wieder geäußerten Vorwurf, dass gerade Verschleißteile immer wieder absichtlich so verbaut werden, dass sie nicht lange halten oder eine Reparatur erst gar nicht möglich ist. Und von Umweltschützern wurden ja bereits Belege gesammelt; auf ihrer umfangreichen Liste stehen Kaffeemaschinen, die verklebt und nicht verschraubt sind, elektrische Zahnbürsten, die weggeworfen werden müssen, weil der Akku nicht gewechselt werden kann und Drucker, die Fehlermeldungen senden, obwohl es überhaupt keinen Defekt gibt.

Daraus kann nur der Schluss gezogen werden, dass die Politik der Wirtschaft Mindestanforderungen vorgeben sollte (was die Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte betrifft) – und dass zusätzlich die wachsende Bedeutung von Recycling endlich ernster genommen werden muss.

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