Interesse via Twitter

Rapper liebäugelt mit Footballteam: Kauft Diddy die Panthers?

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Sean "Diddy" Combs will ins Sport-Business einsteigen. Foto: Marcio Jose Sanchez

Auf Twitter bewirbt sich US-Rapper Sean "Diddy" Combs um den Kauf der Carolina Panthers. Ihr aktueller Besitzer will sich nach Rassismus- und Sexismus-Vorwürfen zurückziehen.

Charlotte - US-Rapper Sean "Diddy" Combs hat Interesse am Kauf des Football-Teams Carolina Panthers. "Ich möchte die Panthers kaufen", twitterte Diddy am Sonntag (Ortszeit). "Erzählt es weiter. Retweeted!", forderte er seine Follower auf.

Etwas später twitterte Diddy ein Foto von sich, das ihn während der Halbzeitshow des Superbowls 2003 zeigt - in einem Trikot der Panthers. "Das ist Gottes Arbeit. Es ist Zeit", schrieb Combs darunter. "An alle NFL-Besitzer, es ist Zeit für Vielfalt!! Es ist Zeit für einen schwarzen Besitzer". 

Nur Stunden zuvor hatte der bisherige Besitzer des Teams, Jerry Richardson, angekündigt, die Panthers zum Saisonende verkaufen zu wollen. Er glaube, es sei an der Zeit, an einen neuen Besitzer zu übergeben, schrieb Richardson in einer Stellungnahme. Hintergrund dürften laut US-Medien Vorwürfe gegen den ehemaligen Profifootballer wegen sexueller Übergriffe und rassistischer Äußerungen am Arbeitsplatz sein. Die Profiliga NFL leitete wegen der Vorwürfe Untersuchungen gegen Richardson ein.

Sportteams sind gängige Geldanlage der Stars

Die Idee des Multitalents Combs, der unter anderem auch als Produzent und Modedesigner erfolgreich ist, in den Football einzusteigen, ist nicht neu. Bereits im Oktober twitterte Combs: "Ich hatte den Traum, ein NFL-Team zu besitzen, jetzt ist es mein Traum, unsere eigene Liga zu besitzen". Hintergrund war damals die Debatte über den Protest afroamerikanischer Sportler gegen Rassismus. "VERKAUFT MIR DIE NFL JETZT", forderte Diddy damals.

Für Prominente in den USA ist der Teilbesitz einer Sportmannschaft mehr als ein cooles, neues Spielzeug. Statt noch einer luxuriösen Villa, einer Jacht oder einem Privatjet gönnen sich millionenschwere Musiker und Schauspieler wie Will Smith, Usher, Jennifer Lopez und einst Jay-Z hin und wieder Anteile an mehr oder weniger erfolgreichen Basketball- oder Footballteams. Das kann als Geldanlage gedacht oder einfach mit dem Wunsch verbunden sein, der heimischen Mannschaft unter die Arme zu greifen - von kostenlosen Tickets, Spielernähe und Prestige ganz zu schweigen.

Nicht sehr überraschend also, dass Rapper und Produzent Sean „Diddy“ Combs sich als neuer Eigentümer der Carolina Panthers ins Spiel gebracht hat. In einem Video auf Instagram sagte er: „Ich werde der beste NFL-Besitzer sein, den ihr euch vorstellen könnt.“ Hunderttausendfach wurde der Clip geklickt, Rap und Football sind einfach gutes Entertainment.

Diddy will mehr als nur spielen. Bis heute gebe es keinen Afroamerikaner, der Mehrheitsanteile an einer NFL-Mannschaft hat, twitterte er hinterher. „Lasst uns Geschichte schreiben“. Der Schritt wäre überfällig in einer Liga, die zu 70 Prozent aus schwarzen Spielern besteht. Die einzigen nicht-weißen Besitzer von Mehrheitsanteilen sind der in Pakistan geborene Shahid Khan (Jacksonville Jaguars) und die aus Südkorea stammende Kim Pegula (Buffalo Bills). In der Basketballliga NBA sind 91 Prozent der Mehrheits-Eigentümer weiß. Und fast drei Viertel der Spieler schwarz.

Diddy findet schnell Unterstützer

Es dauerte nicht lang, bis auch der schwarze Basketball-Superstar und Panthers-Fan Stephen Curry seinen Hut in den Ring warf. „Ich bin dabei!“, twitterte er in Richtung Diddy, der den Deal mit seiner Antwort „Meld' dich bei mir“ offenbar tatsächlich ins Rollen bringen will. Die nach „Forbes“-Schätzungen 2,3 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) könnte Diddy, dessen Vermögen dem Magazin zufolge bei 820 Millionen Dollar (700 Mio Euro) liegt, keineswegs allein aufbringen. Auch drei schwarze Ex-Footballspieler kündigten Interesse an.

Und Diddys Plan geht noch weiter: Sollte er die Panthers tatsächlich kaufen, will er Colin Kaepernick unter Vertrag nehmen. Der frühere Quarterback der San Francisco 49ers steht seit März ohne Team da. Sein Kniefall-Protest gegen Polizeigewalt beim Abspielen der Nationalhymne hatte zu einer landesweiten Debatte geführt, in die sich sogar Präsident Donald Trump einschaltete. Kaepernick meldete sich auf Twitter und erklärte, ebenfalls einsteigen zu wollen - allerdings nicht als Quarterback auf dem Feld, sondern als Teilhaber.

Der Alleskönner Diddy hat schon mit seiner Modemarke sowie mit Tequila-, Wodka- und Wassermarken und einem TV-Kabelsender gute Geschäfte gemacht. Würden die Panthers Teil seines Portfolios, könnte der Verein sich ein wenig von den Negativschlagzeilen vergangener Tage befreien. Der bisherige Besitzer Jerry Richardson hatte den Verkauf nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe und rassistischer Äußerungen angekündigt, die NFL ermittelt.

Aber Diddy wäre nicht Diddy, wenn der politisch motivierte Zug nicht auch mit Partys und guter Stimmung verbunden wäre: „Ich werde die beste Halbzeit-Show haben, die beste Auswahl an Musik und wir werden Super Bowl nach Super Bowl gewinnen“, posaunte der Rapper im Video. Dass er die Mannschaft darin fälschlicherweise als „North Carolina Panthers“ bezeichnete - eher Nebensache.

dpa

Tweet Diddy Oktober

Tweet Diddy Sonntag

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