Fragen und Antworten

Looks aus dem Netz: Versandhändler stellen Outfits zusammen

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Bitte einmal komplett einkleiden: Auch der Versandhandel Modomoto stellt Kunden zum persönlichen Stil passende, abgestimmte Outfits zusammen. Foto: Modomoto

Stylisten stellen komplette Outfits zusammen, doch sie lernen ihre Kunden gar nicht persönlich kennen. Modeberatung findet im Netz eine neue Plattform: Einige Versandhändler bieten inzwischen komplette Outfits an, basierend auf der Angabe persönlicher Vorlieben.

Karstädt/Berlin (dpa/tmn) - Hemd, Hose, Schuhe - alles einzeln kaufen? Wem das zu anstrengend ist, der kann sich von Stylisten online ganze Outfits zusammenstellen lassen.

Immer mehr Versandhändler bieten mittlerweile solche sogenannten Kleider-Boxen an. Gerade Männer sollen damit angeworben werden, es gibt aber auch Angebote für Frauen, die ungern selbst shoppen gehen, zu wenig Zeit haben oder bei der Zusammenstellung von Kleidern unsicher sind.

Wie funktionieren die Outfit-Boxen?

Zunächst müssen Kunden online einen Fragebogen ausfüllen. Dabei geht es um persönliche Vorlieben, das Budget und natürlich um die Größe. Stylisten stellen daraufhin passende Outfits zusammen. Das fertige Paket mit Schuhen, Hose, Hemd und Pullover kommt direkt nach Hause. Bezahlen muss der Kunde am Ende nur diejenigen Kleidungsstücke, die er tatsächlich behalten will. Die Rücksendung ist meist kostenlos.

Sind die Looks teurer als die Summe der Einzelteile?

Ja und nein. "Innerhalb des Shops sind die Outfits nicht teurer als die Summe der Teile", sagt Martin Groß-Albenhausen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel. Durch die Zusammenstellung der Boxen auf nur einer Website vergleicht der Kunde die Preise der Artikel nicht mehr mit denen anderer Online-Händler. Schnäppchen dürften einem so häufiger entgehen.

Für wen sind die Boxen geeignet?

Vor allem für Kunden, die unsicher sind, kann die Bestellung ganzer Looks eine Erleichterung sein. "Die Methode ist narrensicher", sagt der Stilkritiker Bernhard Roetzel aus Karstädt (Brandenburg). Das Risiko, Teile zu bestellen, die am Ende nicht zusammenpassen, werde auf jeden Fall reduziert. Aber: Die Boxen sprechen vor allem ein gut situiertes Klientel an. "Früher war das der Herrenausstatter, heute eben der Online-Modehändler", sagt Branchenexperte Groß-Albenhausen.

Und wie sehen die Outfits am Ende aus?

"Die Looks, die heute im Internet vorgeschlagen werden, sollen eine möglichst geringe Retourenquote erzielen", sagt Roetzel. "Deshalb sieht man dort nur Zusammenstellungen, die keinerlei Anstoß erregen. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist damit gut bedient." Wirklich ausgefallene oder besondere Outfits sind allerdings nicht dabei. Der Stilexperte rät deshalb dazu, sich besser selbst zu informieren, um nicht von derartigen Angeboten abhängig zu sein.

Homepage Bernhard Roetzel

Homepage Bundesverband E-Commerce und Versandhandel

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