Tochter klagte wegen Urheberrechtsverstößen

Gericht verbietet Loriot-Biografie

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Der Bucheinband zeigt die erste Loriot-Biografie (undatiertes Handout), die nicht einmal zwei Wochen nach seinem Tod am 02.09.2011 auf den Markt kam.

Braunschweig - Eine Loriot-Biografie muss vom Markt genommen werden. Der Grund: Der Autor hatte sie mit zu vielen Zitaten des Humoristen ausgeschmückt. Loriots Tochter klagte deshalb vor Gericht.

Eine Biografie über den Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot muss wegen Urheberrechtsverstößen vom Markt genommen werden. Das Braunschweiger Landgericht entsprach am Mittwoch der Klage einer Tochter von Loriot. In dem Buch aus dem Münchner Riva-Verlag, das kurz nach Loriots Tod erschienen war, seien zu viele Zitate, die gegen das Urheberrecht verstießen, hieß es. Der Humorist Vicco von Bülow war im August 2011 gestorben.

Beide Parteien zeigten sich zunächst mit dem Urteil zufrieden. Der Verlag erklärte, mit den Änderungen schnellstmöglich in den Druck zu gehen. Da das Buch derzeit nicht lieferbar sei, wurde eine Internetseite mit Informationen zum Buch gesperrt.

Die Biografie enthält insgesamt rund 80 Zitate aus den Werken Loriots ebenso wie aus Interviews und anderen Quellen. Die Klägerin beanstandete davon 68 Zitate. Bei 35 von ihnen stimmte die Kammer zu und sieht ebenfalls eine Urheberrechtsverletzung. Dabei geht es nicht um das grundsätzliche Zitierrecht, sondern um die Art und Weise. Der Autor einer Biografie müsse sich inhaltlich mit dem jeweiligen Zitat auseinandersetzen, ein Zitat dürfe jedoch nicht nur zum Ausschmücken, um seiner selbst Willen, benutzt werden. Die Kosten des Verfahrens müssen sich die beiden Parteien teilen.

dpa

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