Ein Jahr nach dem Stratosphären-Sprung

Was macht eigentlich Felix Baumgartner?

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Der ehemalige Extremsportler Felix Baumgartner ein Jahr nach dem All-Sprung

Wien - Ein ganzes Jahr ist seit seinem Sprung aus dem Weltraum vergangen, nun spricht Felix Baumgartner über sein Privatleben, anstößige Äußerungen und Boris Becker:

Der Sprung hat sein Leben verändert und auch ein bisschen die Welt: Vor einem Jahr hat sich Felix Baumgartner aus fast 39 Kilometern Höhe in die Tiefe gestürzt. Als erster Mensch der Welt durchbrach der Salzburger dabei nur mit einem speziellen Druckanzug bekleidet die Schallmauer.

Als „Mondlandung der jungen Generation“ wurde der waghalsigen Stratosphären-Sprung des Extremsportlers beschrieben. Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgten das Ereignis live. Danach verkündete der 44-Jährige sein Karriereende und sorgte seither eher mit fragwürdigen Aussagen und einer Verurteilung wegen Körperverletzung für Schlagzeilen.

"Ich habe es nicht nötig"

„Du kannst in einer Demokratie nichts bewegen. Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, die sich wirklich auskennen“, sagte er bei dem ersten Besuch in seiner Heimatstadt Salzburg nach dem Rekordsprung. Die politische Ansicht des ausgebildeten Maschinenschlossers brachten ihm viel Kritik und Häme ein.

Mit seiner Meinung möchte der 44-Jährige aber auch weiterhin nicht hinterm Berg halten: Ich habe in meinem Leben so viel Gegenwind bekommen – nicht nur beim Sprung. Ich habe es nicht nötig, mich zu verstellen", verriet er gegenüber der "Bild" Zeitung.

Des Geldes wegen in die Schweiz

Keine Sympathiepunkte sammelte er auch, als er verkündete, nur wegen des Geldes in die Schweiz gezogen zu sein. „In der Schweiz hat man die Möglichkeit, sich mit dem Finanzminister zu einigen. Da muss man Unterlagen auf den Tisch legen und weiß, woran man ist“, erklärte er der „Kleinen Zeitung“. Wieviel er für seinen Sprung erhalten hat, ist bis heute unklar - vermutet werden mehreren Millionen Euro.

Er sei froh nur, all die Jahre überlebt zu haben, sagte der Adrenalin-Junkie nach seiner letzten großen Aktion. Gleich zwei Seiten widmen sich im aktuellen Guinness Buch der Rekorde nur Baumgartners Leistung. Bei den Laureus World Sports Award durfte er die Auszeichnung des Action-Sportlers mit nach Hause nehmen. Für die Vereinten Nationen (UN) ist er nun Sonderbotschafter für Jugendliche.

Aufmerksamkeit wurde Baumgartner bereits mit seinen ersten Basejumps in den 1990ern zuteil. Doch erst nach dem Stratosphärensprung nahm das weltweite Interesse ungeahnte Formen an. Dutzende Medientouren und Auftritte bei Society-Veranstaltungen auf der ganzen Welt folgten. Auf Facebook wird seither jede Begegnung mit Stars wie Tom Cruise und Gerard Butler für seine Anhänger festgehalten. Sein Buch „Himmelsstürmer“ erschien und die Ankündigung, künftig als Helikopter-Pilot arbeiten zu wollen.

Single wegen Egoismus und Abenteuerlust

Gerüchte um Heirat und Kinder heizte Baumgartner nach seinem Sprung selbst immer wieder an. Doch sein Weltrekord brachte ihm privat kein Glück. Seine vierjährige Beziehung mit Nicole Öttl zerbrach im August an seinem neuen Leben: „Fehlende Privatsphäre, viele respektlose Frauen und die unermüdliche Abenteuerlust und somit verbundener Egoismus (des "Heldens") sind einige Dinge mit denen ich nicht mehr weiter leben möchte!“, schrieb Öttl zum Liebesaus auf Facebook.

„Ich bin nicht stolz darauf, wieder Single zu sein“, sagte Baumgartner RTL und zeigte sich sichtlich zerknirscht. Seitdem wartet er auf die Richtige: Hauptsächlich "verbal" müssten sie sich verstehen, und auch "gemeinsam lachen" können, meinte der Österreicher im Interview mit der "Bild" Zeitung.

Ohrfeigen und Faustschläge

Vielleicht störte Öttl auch Baumgartners Zugang zur Kindererziehung. „Ich bin übrigens auch für die gesunde Ohrfeige, wenn's sein muss. War bei meinem Vater nicht anders“, sagte der bislang kinderlose Salzburger der Zeitschrift „Bunte“.

Dabei brachten ihn seine Fäuste kurz nach seinem Stratosphärensprung in Schwierigkeiten. Am Landesgericht Salzburg wurde er wegen Körperverletzung schuldig gesprochen. Er hatte vor drei Jahren einem Lkw-Fahrer im Streit einen Fausthieb versetzt und ihn dabei verletzt.

Seitenhieb gegen Boris Becker

Seine nächste Mission kündigte er vor kurzem auf Facebook an: Dabei soll es nicht mehr in die Luft gehen, sondern hinter das Lenkrad. Ohne Details zu nennen, verriet er, dass er den Nürburgring bezwingen will.

Sollte der Rummel um den 44-Jährigen mal abklingen, würde er sich, so Baumgartner zu "Bild", auch zurückziehen: "Ich will nicht irgendwann im Spätabendprogramm landen und Poker spielen wie Boris Becker. Und das Angebot vom „Dschungelcamp“ habe ich schon vor dem Sprung abgelehnt."

Felix Baumgartner gelingt Rekordversuch - Bilder vom Sprung aus dem All

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dpa/VF

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