Musikvideo über Amoklauf nicht verherrlichend

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Das Video „Zahltag“ von Kaas thematisiert zwar einen Amoklauf. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Tübingen ist es aber nicht eindeutig gewaltverherrlichend.

Reutlingen - Der Reutlinger Rapper “Kaas“ muss sich nicht für sein Musikvideo “Amok Zahltag“ verantworten, das unmittelbar nach dem Amoklauf von Winnenden im Internet verbreitet wurde.

Das Video sei nicht eindeutig gewaltverherrlichend, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Tübingen am Montag. Die Ermittlungen gegen den Musiker seien eingestellt worden. In dem Lied hatte der Rapper einen Amoklauf besungen. Dazu zeigte das Video, wie ein Jugendlicher aus Frust über sein Leben bewaffnet in eine Schule geht und Menschen erschießt. Unmittelbar nach dem Amoklauf hatte die Darstellung bundesweit Kritik ausgelöst.

“Wenn man den Film anschaut, kann man schon auf die Idee kommen, dass Gewalt verharmlost wird. Aber das ist nur eine Interpretation“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wenn man sich intensiver mit dem Werk beschäftige, könne es auch als Appell gegen Gewalt verstanden werden. “Herr Kaas zeigt Gewalt nicht als Lösungsmittel“, sagte der Sprecher. Damit sei das Video durch die Kunstfreiheit geschützt.

dpa

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