De Niro vergibt zwei Preise an "Die Fremde"

New York - Mit ihrem Debüt “Die Fremde“ hat die Berliner Regisseurin Feo Aladag den höchsten Preis des Tribeca Filmfestivals in New York gewonnen.

Die “Ehrenmord-Geschichte“ wurde zum besten Spielfilmbeitrag des Festivals gekürt. Der Preis für die beste Schauspielerin ging an ihre Hauptdarstellerin, Sibel Kekilli. Diese hatte schon den Deutschen Filmpreis für die Rolle verliehen bekommen.

Die Gründer der Tribeca Festspiele, Hollywoodstar Robert De Niro und die Produzentin Jane Rosenthal, überreichten Aladag den mit 25 000 Dollar (19 000 Euro) dotierten Hauptpreis in der Nacht zum Freitag persönlich. Zusätzlich erhielt sie ein Kunstwerk, das Gemälde “Study: Northern City Renaissance“ von Stephen Hannock. Kekilli, die mit ihrer Rolle in Fatih Akins “Gegen die Wand“ bekannt geworden war, gewann zwei Flugtickets an jedes beliebige Ziel in der Welt.

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vor einer Woche in Berlin hatte Feo Aladag die Bronzene Lola gewonnen. Michael Haneke schnappte ihr mit “Das weiße Band“ den Hauptpreis weg.

Stars, Glamour und Lola: Bilder vom Deutschen Filmpreis

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Die Tribeca-Jury begründete ihre Entscheidung für Aladag mit den Worten: ““Die Fremde“ beleuchtet die Suche einer Frau nach persönlicher Freiheit. Das ist ein häufig dargestelltes Thema, aber selten ist es mit einer solchen Menschlichkeit, Tiefe und Aktualität sowie einem solchen Geschick dargeboten worden. “Die Fremde“ ist die fesselnde und herzerweichende Geschichte einer Frau, die sich in einer gewalttätigen Beziehung befindet. Diese Frau muss sich nicht nur von der Ehe, sondern auch von den kulturellen Vorurteilen und Bindungen befreien, die sich aus ihr ergeben.“ Kekilli verkörpert in “Die Fremde“ eine junge Deutsch-Türkin auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann in Istanbul und anschließend auch vor dem Unverständnis der eigenen Familie in Berlin.

Nach der nochmaligen Aufführung der preisgekrönten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sollte am Sonntagabend der letzte Vorhang der neuntägigen Veranstaltung fallen. Das Tribeca Filmfest hatte in diesem Jahr 132 Beiträge aus 38 Ländern vorgestellt, darunter auch Björn Richie Lobs Dokumentarfilm “Keep Surfing“ über die unter Surfern weltweit berühmte Welle im Münchner Eisbach.

Tribeca gilt nach Sundance in Park City (Utah) als das zweitgrößte Festival für den Unabhängigen Film (Indie) in den USA. De Niro und Rosenthal hatten es nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geschaffen, um den besonders schwer getroffenen Stadtteil im Süden Manhattans wieder mit Leben - und Kultur - zu füllen.

dpa

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