Polanski-Opfer verlangt: Lasst die Anklage fallen

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Roman Polanski (76) hat 1977 die damals 13-Jährige Samantha Geimer vergewaltigt. Die verlangt nun: „Lasst die Anklage fallen.“

Los Angeles - Die Anklage gegen Starregisseur Roman Polanski (76) soll nach den Wünschen seines Vergewaltigungsopfer fallen gelassen werden.

Wie die “Los Angeles Times“ am Montag berichtete, hat die jetzt 46 Jahre alte Amerikanerin Samantha Geimer einen entsprechenden Antrag bei einem Berufungsgericht in Los Angeles eingereicht.

Die unaufhörliche Publicity seit der Festnahme des Regisseurs in der Schweiz würde ihr Familienleben, ihre Arbeit und ihre Gesundheit belasten, macht die auf Hawaii lebende Frau geltend. In den letzten Wochen seien fast 500 Anrufe von Reportern aus aller Welt bei ihnen eingegangen, erklärt Geimers Anwalt Lawrence Silver in Gerichtsunterlagen. Fotografen würden ihr Haus belagern und ihre Kinder ansprechen. “Lasst sie in Ruhe“, bittet Silver.

Polanski hatte die damals 13-Jährige 1977 im Haus seines Freundes Jack Nicholson betrunken gemacht und vergewaltigt. Auf Antrag der kalifornischen Justiz wurde der Oscar-Preisträger kürzlich in der Schweiz festgenommen. Die USA haben seine Auslieferung beantragt.

Gerichtsunterlagen zufolge hatte sich Polanski 1993 bereiterklärt, seinem Vergewaltigungsopfer mindestens 500 000 Dollar Schadenersatz zu zahlen. Ob er die Vereinbarung eingehalten hat, ist nicht bekannt. Gerichtsdokumenten zufolge versuchte Geimer 1996 noch, das Geld einzutreiben. Ein Jahr später zog sie die Klage zurück und bat den Richter schriftlich, Polanski die Einreise in die USA zu erlauben und das Strafverfahren gegen ihn einzustellen. Polanski hatte in dem US-Verfahren 1978 die Vergewaltigung des Mädchens zugegeben. Für das Geständnis handelten seine Anwälte damals eine milde Strafe aus.

Als es Anzeichen gab, dass der Richter sich nicht an die Absprache halten wollte, war Polanski aus den USA geflohen und nie mehr dorthin zurückgekehrt. Selbst seinen Oscar für den Film “Der Pianist“ nahm er 2003 nicht persönlich entgegen.

dpa

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