Sieg in Oslo

Kommentar: Star aus dem Nichts

Steuererhöhungen, Wirtschaftskrise, Inflation - wenn interessiert das im Moment? Eine 19-jährige Abiturientin versetzt die als nüchtern verschrienen Deutschen in einen kollektiven Rausch. Ein ganzes Land kreist um ihren „Satellite“. Lena-Mania nennt sich das oder weniger gestelzt: „Wir sind Lena.“ Von Angelika Dürbaum

Das Phänomen hat viele Seiten, die wichtigste dürfte sein: Lena gibt allen den Glauben zurück, dass Märchen und Träume wahr werden können, und sei es drumherum auch noch so finster. Keine überdrehte Pop-Zicke oder aufgetakelte Schlager-Tussi, kein Retortenstar à la Bohlen.

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Lena hat es aus dem Nichts zum europaweiten Star geschafft. Und ist dabei ein Mädchen wie Hunderttausende andere auch. Mal cool, mal vorlaut, mal schräg, mal schüchtern. Dank ihrer wird Jugend auch nicht mehr wie so oft nur mit Ausweglosigkeit gleichgesetzt.

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Ein gefälliges Lied, auf das sich gut tanzen lässt, ein unprätentiöser Auftritt auf der großen Showbühne und ein Künstler mit Ausstrahlung - so einfach war es letztlich für Deutschland den Eurovision Song Contest zu gewinnen, nach jahrzehntelangem Desaster. Stefan Raab, der das neue Konzept ersann, die Lied-Auswahl zur nationalen Aufgabe erklärte und die alte Tante ARD auf Trab brachte, konnte sein Glück denn auch kaum fassen.

Ach, wäre das schön, wenn Lenas Sieg der Auftakt für ein tolles Sommermärchen 2010 wäre. Schließlich beginnt in wenigen Tagen die Fußball-WM. Und um Steuererhöhungen, Wirtschaftskrise und Inflation können wir uns später ja immer noch kümmern.

@angelika.duerbaum@op-online.de

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