Amnestie für Besitzer illegaler Waffen bringt Teilerfolg

Berlin - Die nach dem Amoklauf von Winnenden beschlossene Amnestie für Besitzer illegaler Waffen hat zumindest einen Teilerfolg gebracht.

In Nordrhein-Westfalen wurden bis Ende November doppelt so viele Waffen zurückgegeben wie im Vorjahr. In Bayern ist die Zahl der vernichteten Gewehre, Pistolen und Messer sogar noch deutlicher gestiegen.

Illegale Waffen können noch bis zum 31. Dezember straffrei der Polizei überlassen werden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann rief dazu auf, die Möglichkeit der Waffenabgabe vor dem Jahreswechsel noch zu nutzen. “Jede illegale Waffe weniger bedeutet ein Mehr an Sicherheit für alle“, erklärte er.

Die Bundesregierung hatte nach dem Amoklauf von Winnenden im März, bei dem ein 17-Jähriger in einer Schule 15 Lehrer und Schüler und sich selbst tötete, zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren das Waffenrecht geändert. Zu den Neuregelungen zählte eine fünfmonatige Amnestie für Besitzer illegaler Waffen, die am 1. August startete.

Ab dem 1. Januar 2010 müssen Personen, die verbotenerweise im Besitz von Waffen sind, wieder mit Geld- oder Haftstrafen rechnen. Eine erste Amnestie hatte 2003 nicht den erhofften Erfolg gebracht. Jetzt scheint es besser zu laufen. “Die Aktion war ein großer Erfolg“, sagte der Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts, Ludwig Waldinger, der Nachrichtenagentur DAPD.

Die Zahl der bei den Polizeidienststellen zur Vernichtung abgegebenen Waffen habe sich deutlich erhöht. Während man im vergangenen Jahr etwa 7.000 Schusswaffen vernichtet habe, seien es in diesem Jahr bereits 17.000. Es sei davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte dieser Waffen aufgrund der Amnestieregelungen abgegeben worden seien. Bis zum 1. Oktober seien zudem 550.000 Schuss Munition an die Polizei überreicht worden. Seitdem werden die Patronen nicht mehr gezählt, sondern gewogen. Bis Anfang Dezember kam noch einmal eine Tonne Munition zusammen.

Noch keine bundesweite Statistik

Auch in Nordrhein-Westfalen fiel die

Bilanz durchweg positiv aus. Bis Ende November wurden 34.000 Waffen abgegeben und damit doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. “Offensichtlich hat Winnenden viele dazu bewegt, die Waffen abzugeben“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf. Die Amnestie scheint aber nicht überall so stark gegriffen zu haben wie in Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Berlin wurden nach Polizeiangaben bis Mitte November 34 illegale und 202 legale Waffen sowie 202 Schuss scharfe Munition abgegeben. Auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover blieb die Zahl der abgegebenen Waffen nach Angaben der Stadtverwaltung trotz Amnestie mit 200 bis 250 relativ stabil. Eine bundesweite Statistik gibt es noch nicht.

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