Dreister Trick

Betrüger erschummelt 45.000 Euro mit einer Pfandflasche - und kriegt nun große Ehre

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Die Band „Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen“ (l.) hat dem Pfandflaschenbetrüger (Symbolfoto) einen Song gewidmet.

Weil er dringend Geld brauchte, hat ein Mann in Köln einen dreisten Trick angewandt. Mit einer einzigen Pfandflasche erschummelte er 45.000 Euro. Jetzt wird ihm noch eine Ehre zuteil.

Köln - Das Amtsgericht Köln hat einen 37-jährigen Getränkehändler im November 2016 wegen „Gewerbsmäßigem Betrug“ zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Mit Hilfe eines manipulierten Pfandautomaten hatte der Mann nahezu 45.000 Euro ergaunert.

Die Technik ausgetrickst

Im Jahr 2013 hatte der der Getränkehändler sich selbstständig gemacht, doch das Geschäft lief schlecht. Etwa 5000 Euro investierte er, um mithilfe eines Magnetsensors und einer Art Holztunnel seinen eigenen Leergutautomaten zu manipulieren und das Zerschreddern der Pfandflasche zu verhindern, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. 

Anonym verraten

Insgesamt 177.451 Male legte der Mann anschließend immer die gleiche Flasche in den Automaten ein und kam schließlich auf eine Leergut-Summe von 44.362,75 Euro. Die Deutsche Pfandgesellschaft, die für die Aufstellung der Automaten und die Auszahlung des Pfands verantwortlich ist, hatte zunächst keinen Verdacht geschöpft. Erst als ein anonymer Hinweis bei der Polizei einging, hatte diese auf die Fährte des Pfand-Schummlers gebracht.

Große Ehre für den Betrüger

Der Fall ging, spätestens beim Prozess, um die Welt. Und jetzt wird dem Betrüger auch noch eine riesige Ehre zuteil: Er bekommt einen eigenen Song! Eine Soul-Punk-Pop-Band aus Hamburg und Berlin namens „Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen“ hat ein Lied darüber geschrieben. „Der große Kölner Pfandflaschenbetrug“ ist auf deren kommendem Album, das am 14. Juli erscheint, enthalten.

Nach einem gepfiffenen Intro würdigen die Musiker den gewieften Trickser. „Grandioser Trick, muss man erst mal bringen“, singen sie. „Ein Coup wie ein Bild, so wunderschön.“ 

In Reimform schildert die Band auch noch mal, wie der Trick ablief: „Den Scanner hat er manipuliert / Und den Flaschenschacht derart frisiert / Dass obwohl die Flasche erkannt / Sie nicht geschreddert, Gewinn war das Pfand. (...) Knapp 50.000 hat er so gemacht / ‚Nur noch ein Jahr‘, hat er sich gedacht / Und man hätte ihn wohl auch nicht erwischt / Bis ein Denunziant ihn leider verpfiff.“ 

Die Band ist beim Label Tapete Records unter Vertrag.

Pfand-Ärger gibt es nun auch in München - wegen 1,44 Euro landete ein Paar vor Gericht, wie tz.de berichtet.

kah/lin


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