Künstliche DNA soll Einbrecher abschrecken

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Die Polizei stellt mit einer Schwarzlicht-Taschenlampe künstliche DNA in einem Röhrchen in Bremen vor (Archivbild).

Bremen - Mit künstlicher DNA will die Polizei die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bremen senken. Seit Montag verteilen Beamte eine farblose Flüssigkeit für ein Pilotprojekt kostenlos an 2000 Haushalte.

Damit sollen sie Bürger ihre Wertgegenstände markieren. In zwei Stadtteilen in Bremen und Bremerhaven würden zudem Schilder aufgestellt, die auf die künstliche DNA hinweisen, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Rainer Gausepohl. Dadurch sollen Einbrecher abgeschreckt werden. Bremen ist bundesweit das erste Bundesland, das künstliche DNA testet.

Die künstliche DNA haftet ähnlich wie ein durchsichtiger Lack auf den markierten Gegenständen und kann mit UV-Licht sichtbar gemacht werden. “Sie ist wie die menschliche DNA unverwechselbar“, sagte Gausepohl. Die Flüssigkeit enthält außerdem winzige Mikrochips mit einer Nummer, die den Besitzern zugeteilt ist. Diese können Polizisten mit einem Computermikroskop entziffern und so die Eigentümer des Diebesguts identifizieren.

Seit Mitte Oktober wird künstliche DNA bereits in Schulen eingesetzt, um Einbrüche aufzuklären. Nach Angaben der Innenbehörde zeigen Erfahrungen aus Großbritannien und den Niederlanden, dass sich die Zahl der Einbrüche und Diebstähle mit ihrer Hilfe deutlich reduzieren lässt. Im vergangenen Jahr gab es in Bremen knapp 2900 Wohnungseinbrüche. Das Land und private Sponsoren finanzieren das 90 000 Euro teure Pilotprojekt.

Voraussichtlich bis Ende des Jahres sollen auch Tankstellen künstliche DNA einsetzen. Bei Überfällen können die Angestellten per Knopfdruck eine Art Dusche mit dem Stoff auslösen. Das Spray bleibt mehrere Tage auf der Haut oder Kleidung des Täters und kann ihn so überführen.

dpa

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