Computerpanne macht Patienten fälschlich zu HIV-Infizierten

Berlin - Ein fehlerhaftes Computerprogramm hat Tausende Patienten fälschlich als HIV-infizierte ausgewiesen. Die Krankenkassen bekamen dafür viel Geld, berichtet der „Spiegel“.

Die Krankenkassen bekamen deshalb laut “Spiegel“ aus dem Gesundheitsfonds mehrere Millionen Euro für Aids-Infizierte, die es gar nicht gibt. Dies meldete das Hamburger Magazin am Samstag vorab. Eine bei Augenärzten verbreitete Praxis-Software habe vielen Patienten fälschlich eine Kodierziffer angehängt, die auf eine Ansteckung mit dem Aids-Virus HIV hinweise. Auf Grundlage dieser falschen Codierung bekamen die zuständigen Krankenkassen dann Extra-Zuschüsse aus dem Gesundheitsfonds. Diese betragen etwa 10.000 Euro pro Patient und Jahr.

Fachleute der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) schätzen die Höhe der Fehlzuweisungen laut “Spiegel“ für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung auf 160 Millionen Euro. Der Hersteller der Praxis-Software spreche von einem “Anwendungsfehler“. Dieser sei zum zweiten Quartal dieses Jahres vollständig behoben worden.

Die Panne wurde der Meldung zufolge entdeckt, nachdem sich einige Abrechnungsexperten der Kassen über einen sprunghaften Anstieg der HIV-Infektionen gewundert hatten. Auch das Alter der vorgeblich Betroffenen erregte ihr Misstrauen: Fast alle Neuinfizierten waren deutlich älter als 65 Jahre.

dpa

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