Neue Spezialeinheit

Schutz von Pflegeheimen: Söder erklärt neue Corona-„Taskforce“ - klare Worte zu Lockerungen

Alten- und Pflegeheime sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat deshalb eine schützende Spezialeinheit geplant.

  • Die Corona-Pandemie* setzt Alten- und Pflegeheimen besonders zu.
  • Nicht selten führt eine einzige Infektion mit dem Virus dort zu einem Massenausbruch.
  • In Bayern soll eine neue „Taskforce“ die Heime bereits ab Montag besser vor neuen Covid-19-Erkrankungen schützen.

München - Die Zahl der Corona-Infektionen* in Deutschland ist nach wie vor viel zu hoch. Zwar wurde das exponentielle Wachstum durch den „Lockdown Light“ im November gestoppt, die Zahlen sanken jedoch nicht. Da bereits viele Krankenhäuser in Deutschland an ihre Belastungsgrenzen stoßen und die Zahl der freien Intensivbetten weiter sinkt, wurde von der Regierung nun ein erneuter „harter Lockdown“ verordnet, der seit vergangenen Mittwoch (16. Dezember) in Kraft ist.

Coronavirus in Bayern: Söders neue Taskforce startet ab Montag - Schutz in Alten-und Pflegeheimen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte, gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), als erster für eine solch harte aber wohl notwendige Maßnahme plädiert. In Bayern sind die Infektionszahlen mit am höchsten. Dies hängt zum einen natürlich damit zusammen, dass Bayern auch nach Nordrhein-Westfalen, die höchste Einwohnerzahl hat. Jedoch ist in Bayern auch sie Sterberate extrem hoch, was mit den häufigen Massenausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen in Zusammenhang stehen könnte, wie sie zum Beispiel im Landkreis Erding in den letzten Wochen* vermehrt aufgetreten sind.

Die meisten Bewohner solcher Einrichtungen zählen alleine schon aufgrund ihres Alters zur Hochrisikogruppe für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung und sind zudem oft durch Krankheiten vorbelastet. In Bayern gab es (Stand 19. Dezember) bislang 5156 Todesopfer aufgrund einer, durch eine Corona-Infektion ausgelöste, Covid-19-Erkrankung. Wie die Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München berichtet*, sind mehr als 3200 der Toten über 80 Jahre alt gewesen.

Corona-Schutz in bayerischen Pflegeheimen: Das sind die Pläne für Söders Spezialeinheit

Um weitere Massenausbrüche in Alten- und Pflegeheimen zu verhindern und die Bewohner besser zu schützen, hat die Söder-Regierung nun eine Spezialeinheit aufgestellt. Die neue „Taskforce“ soll bereits am Montag (21. Dezember) starten. Sie besteht aus mehr als 200 Mitarbeitern der Landesämter für Pflege und Gesundheit sowie der Heimaufsichten vor Ort und soll den Schutz aller Bewohner der insgesamt 2300 Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen in Bayern garantieren, berichtet die Bild-Zeitung. In einem Interview ließ Söder dort verlauten: „Ziel ist es, die am stärksten Betroffenen besonders zu schützen.“ Die neue Impf-Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht zudem vor, dass Personen über 80 Jahre und Pflegepersonal mit als erstes von der neuen Corona-Impfung profitieren sollen. Dies könnte die Heime zusätzlich entlasten.

Um den Schutz in den Heimen besser garantieren zu können, sieht Söder vor allem regelmäßige Testungen des Personals vor. Jeder, der in einer solchen Einrichtung arbeitet, soll ab kommenden Montag mindestens zwei Mal pro Dienstwoche auf eine Corona-Infektion getestet werden. Auch Besucher, sofern erlaubt, sollen künftig nur mit einem negativen (Schnell)-Testergebnis Zutritt zu den Heimen bekommen. Bei einem positiven Testergebnis sollen in der betreffenden Einrichtung nun sofortige Reihentestungen erfolgen. Zudem herrscht strenge Maskenpflicht (Mund-Nase-Schutz) bei Personal und Bewohnern. Besucher werden nur mit einer FFP2-Maske eingelassen.

Harter Lockdown in Bayern: Söder erteilt baldigen Lockerungen klare Absage

Mit diesen sofort in Kraft tretenden Maßnahmen, so glaubt auch Klaus Holetschek (56), bayerischer Staatssekretär für Gesundheit und Pflege, könne ein größeres Ausbruchsgeschehen in einmalig betroffenen Einrichtungen künftig verhindert werden. Ob sich die Gesamt-Infektionszahlen jedoch so schnell wie erhofft senken lassen - das steht derzeit noch in den Sternen.

Söder selbst ist da eher skeptisch und bereitet die Einwohner Bayerns bereits mit warnenden Worten auf einen Lockdown vor, der über den 10. Januar hinausgehen könnte: „Die aktuellen Zahlen sind so hoch, dass es falsch wäre, schon jetzt in eine Debatte um Lockerungen einzusteigen.“

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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