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Corona-PK mit Lauterbach und RKI: Experte schildert gefährliches Delta-Szenario

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Von: Momir Takac, Katharina Haase, Jennifer Lanzinger

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Am Freitag berichten das RKI und die Bundesregierung über die Corona-Lage in Deutschland. Bundesgesundheitsminister Lauterbach befürwortet Lockerungen, allerdings mit Einschränkungen. News-Ticker.

Corona-PK: Flammt nun die Delta-Variante wieder auf? Experte beschreibt düsteres Szenario

Update vom 18. Februar, 8.45 Uhr: „Es ist Licht am Ende des Tunnels“, erklärt Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung Systemimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung bei der Pressekonferenz am Freitag. Es sei wichtig zu wissen wann welche Öffnung zugelassen werde. Lockerungen müssten langsam erfolgen um zwischenzeitlich den Effekt der Lockerung zu registrieren. Es sei noch nicht klar wie ansteckend der Omikron-Subtyp B2 tatsächlich sei. Lockerungen könnten deshalb die Corona-Kurve verlängern oder gar ansteigen lassen.

Die Omikron-Variante könnte die Welt in die Lage einer Endemie führen, so Meyer-Hermann weiter. Dieser Punkt sei noch nicht geschafft, da auch bei Geimpften eine Infektionswahrscheinlichkeit bestehe. Das Impfen sei hier ein entscheidender Faktor. Meyer-Hermann erklärt auch, dass im Herbst die gefährlichere Delta-Variante wieder ansteigen könne, wenn der Großteil der Menschen bislang nur die Omikron-Variante gehabt habe. Auch Long Covid spiele eine große Rolle, viele Menschen würden massive langfristige Folgen haben. Auch Long Covid Symptome seien deutlich milder wenn der Erkrankte zuvor gegen das Coronavirus geimpft wurde.

Update vom 18. Februar, 8.40 Uhr: RKI-Vizepräsident Lars Schaade äußert sich bei der Pressekonferenz ebenfalls, er vertritt RKI-Chef Lothar Wieler. Der Grund für den Ersatz ist bislang nicht bekannt. Das Virus werde langsam ausgebremst, so Schaade. Unter Beobachtung der Situation seien langsame Lockerungen möglich. Kliniken und Intensivstationen seien weiterhin stark belastet. Es sei in der Zukunft nicht auszuschließen, dass die Zahlen noch einmal steigen. Aktuell würden Ausbrüche in beispielsweise Pflegeheimen wieder öfter auftreten. Dort sei es wichtig, die Schutzmaßnahmen weiter einzuhalten. Vor Besuchen in Pflegeheimen sei es deshalb wichtig einen Corona-Test zu machen, auch wenn man bereits genesen oder geimpft ist.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es weitere Corona-Wellen geben wird“, so Schaade weiter. Deshalb sei es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Immunität gegen das Coronavirus aufweisen.

Corona-Pressekonferenz: Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor extremen Lockerungen

Update vom 18. Februar, 8.30 Uhr: Die Omikron-Welle bleibt in Deutschland weiterhin auf starkem Niveau. Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt auf der Pressekonferenz, dass der Schutz einzelner besonders gefährdeter Gruppen besonders wichtig war. „Uns ist es bisher gelungen durch die Omikron- und auch durch die Delta-Welle gut zu kommen“. Die Sterbezahl pro eine Million Einwohner habe gehalten werden können. Die vorsichtige Vorgehensweise sei aus seiner Sicht wichtig gewesen. „Dafür stehe ich auch weiterhin“, erklärt Lauterbach.

„Ein Dank an alle, die sich hier fair und vorsichtig verhalten haben“, so Lauterbach. Die Gefahr sei jedoch noch nicht ganz durchgestanden. So rücke der Subtyp der Omikron-Variante B2 aktuell in den Fokus. Diese sei ansteckender als Omikron B1. Vor allem die nachlaufende Hospitalisierung sei weiterhin ein Risiko, da sich diese Zahl erst bis zu 14 Tage nach einer Infektion niederschlagen könnte. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sieht Lauterbach aktuell jedoch nicht. Maßvolle Lockerungen seien somit möglich, maßlose Lockerungen befürwortet Lauterbach jedoch nicht. „Das ist ein langsamer Ausstieg aus den Maßnahmen, die wir beschlossen haben“; so der Gesundheitsminister weiter.

„Wenn wir zu schnell öffnen, dann steigen die Zahlen wieder“, so Lauterbach bei der Pressekonferenz. Dadurch würde nicht nur die Welle verlängert werden, die Kurve könne dadurch auch wieder ansteigen. Karl Lauterbach appelliert in der Pressekonferenz deshalb an die Politik, nicht über die beschlossenen Lockerungen hinauszugehen. „Das ist alles auf Kante genäht“.

Corona in Deutschland - Wie ist die aktuelle Pandemie-Lage?

Update vom 18. Februar, 6.35 Uhr: Am heutigen Freitag um 8.30 Uhr berichten Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der RKI Vizepräsident Lars Schaade und Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung Systemimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, über die aktuelle Corona-Lage.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Freitag erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 1371,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1385,1 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1472,2 (Vormonat: 553,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 220.048 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 240.172 Ansteckungen.

Corona in Deutschland: Inzidenz erneut gesunken - doch Omikron-Subtyp gibt Anlass zur Sorge

Am Mittwoch hatten Bund und Länder auf einer gemeinsamen Konferenz einen Lockerungsfahrplan für Deutschland beschlossen, der mit den Aufhebungen aller tiefgreifenden gesellschaftlichen Maßnahmen am 20. März enden sollte. Dennoch gibt es auch Grund zur Sorge.

Die nach ersten Erkenntnissen noch schneller übertragbare Variante BA.2 von Omikron hat nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts in Deutschland merklich zugelegt. Der Anteil in einer Stichprobe untersuchter Corona-Fälle sei zuletzt auf 14,9 Prozent gestiegen, hielt das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend fest. Diese Angabe bezieht sich auf die Woche bis zum 6. Februar - für die Woche davor gibt das RKI den Anteil mit 10,4 Prozent an.

Neuer Omikron-Subtyp BA.2: Was sagen Lauterbach und Schaade zu den neuen Erkenntnissen?

Zwar lägen noch nicht ausreichend Daten vor, um die Eigenschaften des Subtyps hinsichtlich der Krankheitsschwere genauer beurteilen zu können. Durch die voranschreitende Ausbreitung und leichtere Übertragbarkeit von BA.2 sei aber „eine langsamere Abnahme oder eine erneute Zunahme der Fallzahlen nicht auszuschließen“, heißt es.

Zu einer solchen Entwicklung könnten demnach auch die geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen und eine damit verbundene Zunahme von Kontakten beitragen. Experten wiesen zuletzt verstärkt auf BA.2 als möglichen Unsicherheitsfaktor hin. In Ländern wie Dänemark breitete sich der Subtyp bereits stark aus. Dies ist demnach auch in Deutschland möglich und könnte nach Einschätzung vieler dafür sorgen, die Omikron-Welle noch zu verlängern.

Genesenenstatus: Gericht erklärt Verkürzung durch das RKI für rechtswidrig

Erstmeldung vom 17. Februar: München - Die Corona-Lage in Deutschland scheint auf dem Weg der Entspannung zu sein. Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch (16. Februar) hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Höhepunkt der Omikron-Welle für überschritten erklärt. Kurz darauf einigten sich die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz beim Corona-Gipfel dann auch auf einen Lockerungsfahrplan bis zum 20. März.

Der Positivtrend drückt sich auch in jüngsten Zahlen aus. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* sank den siebten Tag in Folge - wenn auch zunächst nur leicht. Auch wenn das RKI stets warnt, dass der Wert aufgrund von „Untererfassung“ nur bedingt aussagekräftig ist, lässt sich eine Tendenz erahnen.

Einen genauen Bericht zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland wollen Experten am Freitag in der Bundespressekonferenz geben. Neben Gesundheitsminister Karl Lauterbach* wird Michael Meyer-Hermann sprechen. Er ist Leiter der Abteilung Systemimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Ein bekanntes Gesicht wird allerdings nicht dabei sein. RKI-Chef Lothar Wieler fehlt und wird durch seinen Vize Lars Schaade vertreten.

PK zur Corona-Lage in Deutschland: Genesenenstatus dürfte Thema werden

Neben den aktuellen Corona-Zahlen dürfte auch der Genesenenstatus Thema sein. Durch eine Mitte Januar in Kraft getretenen Verordnung war dem Robert-Koch-Institut die Entscheidungsmacht in die Hände gefallen, wer in der Corona-Pandemie unter welchen Umständen und für wie lange als genesen gilt. Prompt hatte das RKI verfügt, dass die Dauer des Genesenenstatus von 180 auf 90 Tage herabgesetzt wurde.

Es folgten Klagen von Bürgern, die jetzt Erfolg hatten. So entschied neben anderen Gerichten etwa das Berliner Verwaltungsgericht im Eilverfahren, dass nicht das RKI, sondern die Bundesregierung* selbst über die Geltungsdauer des Genesenenstatus entscheiden müsse. Zwischenzeitlich hatte das Robert-Koch-Institut präzisiert, dass die Verkürzung des Genesenenstatus nur Ungeimpfte betreffe. Beim jüngsten Corona-Gipfel wurde zudem beschlossen, dass das RKI künftig nicht mehr autark entscheiden darf. (AFP/dpa/mt) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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