Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Deutschland: Hunderte feiern - Polizei räumt Hotspots - erstes Bundesland führt Tests für alle ein

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt.Trotzdem feiern Hunderte. Die Polizei schreitet ein. Alle Infos im News-Ticker.

  • Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen weiter an. Doch der R-Wert liegt jetzt wieder unter der kritischen Marke von eins (Update vom 28. Juni, 9.33 Uhr).
  • Die Coronavirus-Pandemie „ist noch nicht vorbei“. Kliniken bereiten sich bereits jetzt auf eine zweite Welle vor (siehe Update vom 26. Juni 2020)
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* sowie die aktuellen Fallzahlen in Deutschland als Karte*. Derzeit gelten zudem folgende Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*. Alle Infos zum Thema gibt es auch auf unserer Facebook-Seite Corona-News.

+++ Dieser Ticker endet hier. Alle Infos zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland finden Sie in unserem neuen Ticker

Update vom 28. Juni, 9.42 Uhr: In Bayern soll künftig deutlich mehr auf das Coronavirus getestet werden. Die Tests sollen „massiv“ ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München sagte, als sie eine „Corona-Testoffensive“ ankündigte. Jeder Bürger soll sich künftig auf eine Infektion testen können, so die Devise.

„Ein Eckpunkt unseres bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf Sars-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben“, so Huml. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“ Tests für Menschen mit konkreten Symptomen einer Covid-19-Erkrankung sollen jedoch Vorrang haben.

Während der Freistaat Bayern die Testkapazitäten ausweiten will, kam es im oberbayerischen Landkreis Starnberg erneut zu einem Corona-Ausbruch. Zehn Mitarbeiter eines Catering-Unternehmens sind positiv getestet worden - nun wurden erste Maßnahmen ergriffen*. 

Update vom 28. Juni, 9.33 Uhr: Innerhalb des gestrigen Samstags haben die lokalen Behörden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 256 Corona-Infektionen gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise insgesamt 193.499 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus angesteckt, meldete das RKI (dem unterdessen auch eine Panne passierte) am frühen Sonntagmorgen (Datenstand 28. Juni, 0 Uhr). 

Laut RKI-Angaben starben 8957 mit dem Virus infizierte Personen in Deutschland - dabei handelt es sich um ein Plus von drei im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch am Vortag.

Die Reproduktionszahl, oder kurz R-Wert, lag mit Datenstand Samstag, 27. Juni (0 Uhr), bei 0,62. Zum Vergleich: Am Vortag lag der Wert bei 0,57. Dies bedeutet, dass der Wert in den vergangenen beiden Tagen unterhalb der kritischen Marke 1 lag und ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. 

Was ist in Deutschland eigentlich erlaubt und was nicht? Ein Überblick über die Corona-Regeln in allen Bundesländern. Derweil haben britische Forscher mutmaßlich ein neues Mittel entdeckt, dass das Sterberisiko nach einer Covid-19-Infektion rapide senken soll: „Es könnte tatsächlich Leben retten.“

Corona in Deutschland: NRW derzeit stark von lokalen Ausbrüchen betroffen - 421 Neuinfektionen an einem Tag

Update vom 27. Juni, 22.00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen greift das Coronavirus am heftigsten um sich. Lokale Ausbrüche wie in Gütersloh (s. Update vom 27. Juni, 17.10 Uhr) machen sich hier natürlich in den Zahlen stark bemerkbar. 

421 neue Fälle hat das Bundesland alleine heute gemeldet. In ganz Deutschland waren es insgesamt 598. Allerdings werden über das Wochenende nicht sämtliche Zahlen bekannt gegeben. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein pausieren die Berichterstattung an Samstag und Sonntag.

Update vom 27. Juni, 21.19 Uhr: In der Nacht auf Samstag (27. Juni) kam es in Köln und Düsseldorf zu gleich mehreren großen Personenansammlungen, die von der Polizei aufgelöst werden mussten.

Corona in Deutschland: Hunderte feiern - Polizei räumt Hotspots in Köln und Düsseldorf

In Köln wurden die Beamten von einem Mitarbeiter des Ordnungsdiensts informiert. Hunderte Menschen waren um den Stadtgarten im belgischen Viertel zusammengekommen und feierten ausgelassen. 

Das Einschreiten der Polizei wurde von den Beteiligten nicht ohne Weiteres akzeptiert. "Teilweise waren die Leute stark alkoholisiert und uneinsichtig", sagte ein Polizeisprecher dem WDR. Nach der Räumung wurden einige Platzverweise ausgesprochen. 

Coronavirus: Vielerorts muss die Polizei für die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen sorgen, wie hier in Berlin.

Eine ganz ähnliche Nacht ereignete sich zeitgleich in Düsseldorf. In der Altstadt musste die Polizei an einem beliebten Party-Hotspot für Ruhe sorgen. „Das waren die bekannten Treffpunkte“, zeigt sich ein Sprecher informiert, „an denen wir auch in den letzten Tagen mehrmals eingreifen mussten.“

Corona in Deutschland: Neue Lockdown-Entscheidung in Gütersloh steht an

Update vom 27. Juni, 17.10 Uhr: Seit dem massiven Corona-Ausbruch in der Wurstfabrik von Fleischmagnat Clemens Tönnies, ist die Lage im Kreis Gütersloh - vorsichtig ausgedrückt - angespannt. Tausende Menschen stehen unter Quarantäne. 

Nach 4100 Corona-Tests in der Allgemeinbevölkerung gewinnt man den Eindruck, die konsequenten Maßnahmen der Verantwortlichen hätten sich ausgezahlt. Neun Infektionen wurden bislang nachgewiesen. 

Das ist eine sehr niedrige Infektionsrate“ freut sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), prescht aber nicht vor und stellt klar: „Ich will das jetzt überhaupt nicht beurteilen.“ Bis zum 30. Juni ist der regionale Lockdown befristet. Spätestens am Dienstag müssen die Politiker also entscheiden, ob er verlängert wird oder auslaufen kann. Von den großflächigen Tests, erhofft man sich ein Bild zu gewinnen, inwieweit sich das Coronavirus ausgebreitet hat.

Corona in Deutschland: RKI meldet überraschende Wende mit neuem R-Wert-Rekord

Update vom 27. Juni, 14.53 Uhr: Im Hamburger Schanzenviertel trafen sich am letzten Wochende trotz Corona-Abstandsregeln zahlreiche Menschen auf der Straße und tranken vor den Bars an der Sternschanze. Videoaufnahmen von Hamburg1 zeigen die Szene.

Die Polizei griff laut dem Lokalmedium nicht ein. Für die Gastronomen ist die Situation schwierig. Die Einhaltung der Abstandsregeln durchzusetzen schwer möglich. „Samstagabend, wenn die Leute etwas getrunken haben und wir sagen: ‚Haltet Abstand‘ hören die nicht auf uns“, so ein Wirt gegenüber Hamburg1, „Andererseits kann ich auch die Polizei verstehen. Die wollen das die Regeln eingehalten werden. Ist halt schwierig für uns.“

Anwohner des Schanzenviertels beschwerten sich zudem über den Dreck, den die Feiernden hinterlassen, und den Lärm, den sie machen. Weil Diskotheken und Clubs weiterhin geschlossen blieben, würden noch mehr Menschen als sonst in das Viertel kommen, heißt es in dem Videobeitrag.

Nun hat die Polizei reagiert und hat ein temporäres Ausschankverbot verhängt. Das Bezirksamt hat „für insgesamt 19 Lokale und Kioske im ereich Sternschanze ein zeitliche begrenztes Alkoholverkaufsverbot verfügt“, twittere die Polizei Hamburg. Das Verbot soll Freitag und Samstag von jeweils 17 bis 6 Uhr gelten.

Update vom 27. Juni, 13.56 Uhr: In einem Interview hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals über den europäischen Umgang mit der Corona-Pandemie gesprochen. Per Video warnt sie die Bürger Deutschlands.

Corona in Deutschland: RKI meldet Wende mit neuem R-Wert-Rekord - jedoch in der anderen Richtung

Update vom 27. Juni, 8.52 Uhr: In der Coronavirus-Krise lässt der Situationsbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Freitag in Deutschland vorerst aufatmen. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, wieder gesunken - und das, nachdem sie in den vergangenen Tagen immer wieder die kritische Grenze von eins massiv überstiegen hatte. Der Wert sank sogar massiv ab - und liegt nun auf 0,57. 

Vor fünf Tagen hatte die Reproduktionszahl noch deutlich über 2 gelegen. Nun entspricht sie mit 0,57 einem Rekordtief (Vortag: 0,59; Stand: 26. Juni, 0 Uhr). Das geglättete Wochen-R sinkt ebenfalls, von 1,11 auf 1,02. 

Die zuvor hohen Werte seien auf „lokale Ausbrüche“ zurückzuführen, schreibt das RKI im Lagebericht. Besonders die Fälle rund um die Fleischfabrik Tönnies in Nordrhein-Westfalen wirkten sich stark aus. Weil die Infektionszahlen in Deutschland aber „insgesamt auf einem niedrigen Niveau liegen“, beeinflussten diese Ausbrüche den R-Wert besonders stark. 

Das RKI meldet am Samstag, 27. Juni, insgesamt 192.556 Infizierte, das sind 477 mehr als am Vortag. Demnach sind 6985 aktive Coronavirus-Fälle in Deutschland gemeldet. 8948 Menschen sind an den Folgen einer Coronavirusinfektion gestorben. 

Coronavirus in Deutschland: Keine Beherberung für Besucher aus Infektions-Hotspots in Sachsen-Anhalt

Update vom 26. Juni, 19.38 Uhr: In Sachsen-Anhalt dürfen einreisende Besucher aus Landkreisen mit einem hohen Corona-Infektionsgeschehen vorerst nicht in Beherbergungsbetrieben wie Hotels oder Campingplätzen übernachten. Diese Regelung gelte ab Samstag, teilte das Landesverwaltungsamt als zuständige Behörde am Freitag mit. Das Verbot gilt nicht für Menschen, die nachweisen können, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

Coronavirus in Deutschland: R-Wert erreicht Rekordtief

Update vom 26. Juni, 19.13 Uhr: Neue Zahlen vom Robert-Koch-Institu: Die Reproduktionszahl fällt auf ein Rekordtief

Update vom 26. Juni, 15.41 Uhr: In Deutschland wird nach den Corona-Urlaubs-Lockerungen* an diesem Wochenende die erste große Reisewelle des Sommers erwartet.  In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein starten die Sommerferien. In Mecklenburg-Vorpommern haben sie bereits begonnen. Der ADAC rechnet deshalb mit langen Staus auf den Autobahnen.

Besonders auf den klassischen Urlauberrouten A3, A7, A8 und A9 sei mit viel Verkehr zu rechnen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Auch auf der A1 und der A7 Richtung Norden würden Staus erwartet. Neben Autofahrern aus Deutschland seien auch Urlauber aus Skandinavien unterwegs. „Dazu kommt, dass es gerade rund 750 Baustellen gibt.“

Coronavirus in Deutschland: Lage in Pflegeheimen weiter angespannt? Keine Zahlen verfügbar

Update vom 26. Juni, 12.18 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie stellt besonders für Pflegeheime eine große Herausforderung dar. Doch offizielle Zahlen zum Infektionsgeschehen in den Heimen gibt es offenbar noch immer nicht. Die Bewohner sind Risiko-Patienten. Nicht selten entwickeln sich die Heime zu Infektionsherden. Dennoch hat die Bundesregierung wohl keine Daten zum Coronavirus-Verlauf in Pflegeheimen vorliegen. Das berichten Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). 

Auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Pia Zimmermann zu Corona-Fällen in deutschen Pflegeheimen konnte die Regierung offenbar nicht antworten. Auch zu Zahlen von Verstorbenen oder bereits wieder gesundeten Heimbewohnern konnte nicht geantwortet werden.  

„Nach nur wenigen Tagen lagen Zahlen zum Corona-Infektionsgeschehen in der Fleischindustrie vor“, empörte sich der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, gegenüber dem RND. „Doch wie es bei den über 800.000 Pflegebedürftigen in den Heimen aussieht, ist weiterhin unklar.“ (nai)

Coronavirus in Deutschland: Lockdown in Göttinger Hochhauskomplex beendet - jedoch nicht für alle

Update vom 26. Juni, 10.09 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch in einem Göttinger Wohnkomplex in Niedersachsen scheint weitgehend unter Kontrolle zu sein. Die allgemeine Quarantäne für rund 700 Bewohner ist um Mitternacht beendet worden, sagte ein Stadtsprecher am Freitagmorgen. Doch nicht für alle. Der Zaun werde vorerst nur auf einer Seite abgebaut. 

An einer anderen Straße finden weiterhin Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne-Pflicht gilt, das Gelände nicht verlassen. Bis Dienstag soll es zweimal täglich kostenlose Mahlzeiten geben.

Ziel der Quarantäne war, den Coronavirus-Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt, sagte die Leiterin des Göttinger Krisenstabs, Petra Broistedt, am Donnerstag. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte das Krisenmanagement der Stadt gelobt. 

Derweil verwundert in der bayerischen Lnadeshauptstadt München ein Corona-Plakat - scheinbar von Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) - Meint die Kanzlerin das wirklich ernst? (dpa/nai) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Corona in Deutschland: „Pandemie ist noch nicht vorbei“ - Kliniken bereiten sich auf zweite Welle vor

Update vom 26. Juni 2020: Die Kliniken rechnen trotz erster Schritte zu einer Normalisierung noch für mehrere Monate mit einem Betrieb im Krisenmodus. „Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, der Deutschen Presse-Agentur. „Frei gehaltene Personal- und Intensivkapazitäten sind weiter erforderlich - auch für eine mögliche zweite Welle im Herbst.“ Eine Rückkehr zur Regelversorgung wie vor Corona sei bis weit ins nächste Jahr hinein sicherlich nicht möglich.

Die Zahl der Klinik-Aufnahmen von Covid-19-Patienten sinke insgesamt, diese belegten inzwischen auch weniger Intensivbetten mit künstlicher Beatmung. Die Kapazitäten würden aber weiterhin stark begrenzt durch Erfordernisse für eine konsequente Infektionsvermeidung. So sei eine Versorgung im Mehrbettzimmer kaum noch möglich, erläuterte Baum. Kliniken hätten durch Corona auch deutlich höhere Fallkosten - für Corona-Erkrankte seien abgetrennte Intensiv- und Bettenstationen nötig. Personal müsse so weit wie möglich getrennt eingesetzt werden.

Corona in Deutschland: Neue Details nach Absage von Landtagssitzung 

Update vom 25. Juni, 22.07 Uhr: Eine Landtagsitzung in Rheinland-Pfalz ist wegen eines Corona-Verdachtsfalls kurzfristig abgesagt worden (s.u. Update 25. Juni, 10.20 Uhr) - nun gibt es Entwarnung. Die Lantagsabgeordnete sei negativ auf Covid-19 getestet worden. 

Coronavirus in Deutschland: RKI vermeldet aktuellen R-Wert

Update vom 25. Juni, 20.44 Uhr: Die Reproduktionszahl ist für das Infektionsgeschehen in Deutschland bedeutsam.

  • Das Robert-Koch-Insitut (RKI) schätzt in den R-Wert auf 0,59 (Datenstand 25. Juni, 0.00 Uhr). Am Vortag lag der R-Wert noch bei 0.72. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Ob der R-Wert weiter nach unten geht, wird sich zeigen. Noch ist das Rekordtief vom 4. Juni mit 0,57 nicht erreicht.
  • Das sogenannte 7-Tage-R liegt nach RKI-Angaben bei 1.11 (Vortag: 1,17). Das 7-Tage-R spiegelt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

In Deutschland gibt es nach der RKI-Statistik und dem Datenstand (s.o.) rund 6350 aktive Corona-Infektionen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind aktuell in Deutschland 7.742 Corona-Fälle aktiv (Stand: 25. Juni; 20.59 Uhr). 

Allerdings melden einige Landkreise keine oder nur wenige Corona-Infektionen, andere haben sich zu Hotspots entwickelt.

Coronavirus in Deutschland: Wird Quarantäne für Hochhaus in Göttingen verlängert? 

Update vom 25. Juni, 19.12 Uhr: Die Corona-Quarantäne für den Göttinger Wohnkomplex läuft an diesem Donnerstag um Mitternacht aus. Das teilte die Stadt mit. Individuelle Quarantäne-Anordnungen von Infizierten und Kontaktpersonen würden aber weiter fortbestehen und auch kontrolliert.

Die Stadt Göttingen (Niedersachsen) hatte vergangene Woche ein Gebäude unter Vollquarantäne gestellt. 700 Bewohner waren davon betroffen. Vergangenes Wochenende kam es zu Krawallen an dem Hochhaus (s.u. Update 20. Juni, 18.57 Uhr).

Coronavirus in Deutschland: Ein Wohnkomplex in Göttingen (Niedersachsen) stand unter Quarantäne.

Coronavirus in Deutschland: 79 Mitarbeiter bei Döner-Produzent infiziert

Update vom 25. Juni, 16.42 Uhr: Die Fleischproduktion in Deutschland  hat sich zu neuen Corona-Hotspots entwickelt. Ein Döner-Produzent bei Duisburg im Kreis Wesel (NRW) meldet weitere Corona-Infektionen. Nun sind 79 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vor fast 24 Stunden waren es noch 17 Corona-Fälle gewesen (s.u. Update vom 24. Juni, 21.05 Uhr). 200 Miarbeiter wurden getestet, 120 Ergebnisse stünden nach Angaben der Behörden noch aus. 

Coronavirus-Ausbruch bei Döner-Produzenten in NRW. 79 Mitarbeiter sind bis zum Donnerstag (25. Juni) positiv getestet worden.

Coronavirus in Deutschland: Infektionszahlen in Deutschland und Europa steigen

Update vom 25. Juni, 14 Uhr: Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus und nimmt nun offenbar wieder an Fahrt auf. Nach Monaten der abnehmenden Infektionszahlen in Europa ist das Coronavirus auf dem Kontinent laut dem Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO wieder auf dem Vormarsch. 

Demnach hätten 30 Länder in der europäischen Region im Laufe der vergangenen beiden Wochen wieder steigende Fallzahlen vermeldet, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Dabei handele es sich demnach um die ersten Anstiege wöchentlicher Neuinfektionen in Europa seit Monaten.

Doch neben Ländern wie Deutschland, hätten auch Spanien, Polen und Israel schnell auf die gefährlichen Ausbrüche reagiert, die mit Schulen, Kohlebergwerken und Lebensmittelproduzenten zusammenhingen, sagte Kluge. „Wo neue Cluster aufgetaucht sind, wurden diese durch schnelle und gezielte Eingriffe kontrolliert - das sind sehr gute Nachrichten.“ Deshalb würden die beteiligten Behörden für ihr Verhalten gelobt werden. 

Doch auch weltweit würde sich die Pandemie derzeit weiter beschleunigen, am Sonntag sei deshalb ein Spitzenwert an Corona-Fällen gemeldet worden. Mindestens 183.000 Personen seien nur am Sonntag weltweit positiv auf das Virus getestet worden. 

Der prozentuale Anteil Europas nehme dabei ab. Dennoch gebe es in der Region täglich fast 20.000 neue Infektionen und mehr als 700 Todesfälle.

Coronavirus in Deutschland: Landtag sagt Sitzung ab

Update vom 25. Juni, 10.20 Uhr: Wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls hat der Landtag in Rheinland-Pfalz die für heute angesetzte Plenarsitzung kurzfristig abgesagt. Wie der Landtag am Morgen mitteilt, sei nach der Plenarsitzung am Mittwoch bekannt geworden, dass eine Abgeordnete Kontakt zu einem offiziell am Coronavirus Erkrankten hatte. Sie wurde am Donnerstagmorgen selbst auf das Virus getestet, das Ergebnis wird laut SWR für den Abend erwartet. Die Abgeordnete befindet sich demnach in häuslicher Quarantäne.

Das Coronavirus breitete sich zu Beginn der Pandemie in Ischgl aus, nun überrascht eine Antikörper-Studie aus Österreich.  

Coronavirus in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen gemeldet

Update von 7.33 Uhr: Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Pandemie gewarnt. „Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind“, betonte Braun. Deshalb sei die Aufgabe jetzt, „jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden“.

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, „wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei“. Ähnlich sieht es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Er sagte bei „RTL Aktuell“ unter Verweis auf die Corona-Ausbrüche in Gütersloh, Göttingen und Berlin, man sehe: „Dort, wo man es dem Virus zu leicht macht, wo einige sorglos sind, wo Abstände, Hygiene nicht eingehalten wird, da verbreitet sich das Virus wieder ziemlich schnell.“ Es sei wichtig, „dass wir uns das alle bewusst machen: Auch im Sommer, das Virus ist noch da“.

Video: Virenschleuder Billigfleisch? Erneut Corona bei Wiesenhof

Coronavirus: Lauterbach hält zweite Welle für möglich - und schließt weiteren Lockdown aus

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schließt sich dem an: „Die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steigt. Die Leute verhalten sich derzeit zunehmend unvorsichtig. Wenn man abends vor allem durch Großstädte geht, hat man den Eindruck, dass vor allem jüngere Menschen sich so verhalten, als hätte es Corona nie gegeben.“ Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten, so Lauterbach, und: „Große Sorgen mache ich mir um die Schulen. Einen Regelbetrieb nach den Sommerferien so wie vor Corona, halte ich für nicht möglich.“ Trotzdem hält er einen weiteren deutschlandweiten  „Lockdown“ für ausgeschlossen. „Einen bundesweiten Lockdown, wie wir ihn gehabt haben, wird es nicht noch einmal geben. Solche Maßnahmen sind nicht wiederholbar. Aber es wird dann Beschränkungen geben“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ/Donnerstag).

Corona in Deutschland: 630 neue Fälle - R-Wert sinkt

Update vom 25. Juni, 6.20 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 630 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise damit 192.079 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das RKI meldete (Stand 25. Juni, 0 Uhr). 8927 Menschen starben in der Bundesrepublik an den Folgen - ein Plus von 13 im Vergleich zum Vortag. Rund 176.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Schätzungen des RKI bei 0,72 (Stand 24. Juni, 0 Uhr). Am Vortag lag der Wert noch bei 2,02. Auch der Sieben-Tage-R-Wert sank: Von 1,67 auf 1,17. Dieser Wert unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen und zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Coronavirus in Deutschland: Auch Dönerfleischproduktion in Moers betroffen

Update vom 24. Juni, 21.05 Uhr: Die Fleischindustrie steht in der Coronavirus-Pandemie weiter im Fokus. Nach Corona-Ausbrüchen in mehreren Schlachthöfen ist nun auch eine Dönerfleischproduktion in Moers bei Duisburg betroffen.

Wie der Kreis Wesel an diesem Mittwoch berichtete, wurden 17 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. 

Insgesamt habe der Betrieb 275 Mitarbeiter. Die Infizierten seien in Quarantäne, das gelte vorsorglich auch für 43 weitere Personen, hieß es weiter. Der Betrieb wurde vorläufig geschlossen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: R-Wert sinkt wieder deutlich

Update vom 24. Juni, 18.20 Uhr: Der R-Wert ist in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland wieder deutlich gesunken. 

Nachdem die Reproduktionszahl zwischenzeitlich wegen der Corona-Ausbrüche in mehreren Schlachthöfen bundesweit gestiegen war, lag der R-Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI), Stand 24. Juni (0 Uhr), bei 0,72 - und damit deutlich unter dem kritischen Wert 1. 

Zum selben Zeitpunkt gab es dem Bericht zufolge 191.449 bestätigte Corona-Fälle in Deutschland insgesamt. 176.300 zwischenzeitlich Infizierte galten wieder als Genessen, 8.914 Personen waren an oder mit Covid-19 gestorben.

Update vom 24. Juni, 18 Uhr: Mitten in der Coronavirus-Pandemie: Russland feiert den Sieg über Nazi-Deutschland mit zehntausenden Soldaten und Zuschauern. Nicht nur Wladimir Putin trägt keine Mundschutzmaske. Abstandsregeln gibt es trotz hoher Corona-Zahlen keine.

Corona-Krise in Deutschland: Nächster Coronavirus-Ausbruch in Schlachthof

Update vom 24. Juni, 17.30 Uhr: Deutschland hat womöglich seinen nächsten Corona-Ausbruch in einem Schlachthof. Wie der NDR am Mittwochnachmittag berichtete, handelt sich um einen Betrieb in Essen im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen).

Wie der Sprecher des Schlachthofes Danish Crown demnach bestätigte, gebe es in der Belegschaft (mindestens) drei positive Corona-Fälle. Zudem sei ein neuer Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Dem Sprecher zufolge will Danish Crown noch am Mittwoch 350 Mitarbeiter auf Covid-19 testen lassen. Insgesamt arbeiten in dem Fleischereibetrieb rund 1.500 Personen.

Zuvor war ein Corona-Ausbruch in der Putenschlachterei Geestland im Landkreis Oldenburg (ebenfalls Niedersachsen) bekannt geworden. Nach dem Start eines Coronavirus-Massentests unter Mitarbeitern des Betriebs des Wiesenhof-Konzerns ist demnach die Zahl der Covid-19-Infizierten auf 35 gestiegen.

Update vom 24. Juni, 6.50 Uhr: Binnen eines Tages haben die lokalen Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 587 neue Corona-Infektionen gemeldet. Wie das RKI am frühen Mittwochmorgen vermeldete, haben sich damit seit Beginn der Corona-Krise 191.449 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 24. Juni, 0 Uhr).

Corona-Lage in Deutschland: Bislang 8914 Covid-19-Tote beim RKI gemeldet

Laut RKI-Angaben starben in Deutschland bislang 8914 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 19 im Vergleich zum Vortag. Die Infektion überstanden haben etwa 176.300 Menschen, schätzt das RKI. Das sind 600 mehr als noch am Tag zuvor. Nach RKI-Schätzungen lag außerdem die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, mit Datenstand 23. Juni, 0 Uhr, bei 2,02 (Vortag: 2,76). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Personen ansteckt. Dabei bildet der R-Wert jeweils das Infektionsgeschehen jeweils etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

RKI-Chef Lothar Wieler informierte am Dienstag über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland.

Das vom RKI ebenfalls veröffentlichte 7-Tage-R sank mit Datenstand 23. Juni, 0 Uhr, auf 1,67 (Vortag: 1,83). Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. 

Damit liegen die R-Werte in Deutschland zwar immer noch über der kritischen Marke von 1, doch es ist zumindest wieder ein rückläufiger Trend erkennbar. Weitaus beunruhigender sind derzeit allerdings Forschungsergebnisse von US-Wissenschaftlern. Sie haben eine Mutation des Coronavirus entdeckt, die den Erreger noch infekti��ser machen könnte. Neuigkeiten gibt es außerdem aus Österreich: Kanzler Sebastian Kurz hat an diesem Mittwoch erneut weitreichende Lockerungen bekanntgegeben. Doch die österreichischen Behörden haben nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies im Kreis Gütersloh eine partielle Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. 

Corona-Lage in Deutschlang: Derzeit 6267 akut infizierte Personen

Update vom 23. Juni, 22.42 Uhr: Offenbar gibt es in Deutschland aktuell 6267 mit dem Coronavirus akut infizierte Menschen. Rund 100 mehr, als noch am Montag. 

Aus dem täglichen Situationsbericht des Robert-Koch-Instituts geht hervor, dass sich bisher 190.862 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert haben. 175.700 Infizierte wieder genesen. 8.895 Covid-19-Patienten erlagen bisher den Folgen der Infektion. Der R-Wert sinkt mit Datenstand 23.06.2020, 0:00 Uhr leicht auf 2,02 (Vortag: 2,76). 

Corona-Lage in Deutschland: Veranstalter will Konzerte mit App-Pflicht

Update vom 23. Juni, 21.58 Uhr: Von dem mindestens noch bis Ende August geltenden Verbot für Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind auch Konzerte betroffen. Um diese Events bereits früher wieder möglich zu machen, äußert Veranstalter Peter Schwenkow in der Bild einen Vorschlag: „Es wäre für die Veranstalter kein Problem, die Geschäftsbedingungen dahingehend anzupassen, dass nur noch Besucher zugelassen werden, die die neue Corona-Warn-App auf ihrem Handy installiert haben.“

Der CDU-Politiker aus Hamburg verweist auf den Unterschied zwischen Konzerten und anderen Events: „Im Gegensatz zu Weinfesten, Kirmesveranstaltungen und anderen Großveranstaltungen kontrollieren wir Veranstalter seit jeher den Zugang zu unseren Events. Neben der Eintrittskarten-Kontrolle werden seit vielen Jahren auch Taschenkontrollen zur Sicherheit der Veranstaltung und ihrer Besucher durchgeführt.“

Alternativ könne auch „die Eintragung mit allen Kontaktdaten in eine am Einlass ausliegende Liste“ verlangt werden. Zudem betont Schwenkow: „Im Falle sogenannter personalisierter Eintrittskarten ist der Besucher ohnehin bekannt. Insofern würde das Veranstaltungsverbot aufgrund einer nicht vorhandenen Nachverfolgung entfallen.“

Update vom 23. Juni, 16.50 Uhr: Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund „einiger“ Coronafälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks auf Anfrage mit. Die betroffenen Haushalte wurden demnach unter Quarantäne gestellt. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt.

Unter den Infizierten seien auch Kinder, hieß es. Schulen, Kitas sowie Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Schul- und Kitaaufsicht seien umgehend informiert worden. „An den betroffenen Schulen und Kitas werden nun ebenfalls Testungen angeboten“, erklärte die Sprecherin weiter.

Update vom 23. Juni, 16.34 Uhr: Die nächste schlechte Nachricht nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies: Nun ist auch ein Wiesenhof-Schlachthof betroffen*. Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs der Wiesenhof (PHW)-Gruppe im niedersächsischen Wildeshausen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bei 23 von 50 Mitarbeitern sei eine am Montag erfolgte Reihentestung positiv verlaufen, sagte ein Landkreis-Sprecher. Der PHW-Gruppe zufolge sollen nun alle mehr als 11000 Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden. PHW hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland Putenspezialitäten.

Neuer Corona-Ausbruch in Deutschland: Wiesenhof-Mitarbeiter betroffen

Landrat Carsten Harings (parteilos) kündigte an, dass zusammen mit dem Unternehmen nun Maßnahmen ergriffen werden sollen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Ursachen aufzuarbeiten. Schon Anfang Juni waren Mitarbeiter getestet worden, dabei wurde ein Infektionsfall entdeckt. Von den aktuell 23 Infizierten waren dem Landkreis zufolge zuvor 22 negativ getestet worden. Ein neuer Mitarbeiter sei bei den Tests Anfang Juni noch nicht dabei gewesen. Zur Unterstützung bei der weiteren Kontaktermittlung forderte die Kreisverwaltung beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt zusätzliche Containment-Scouts an.

Update vom 23. Juni, 16.06 Uhr: Der Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies beeinflusst das Infektionsgeschehen in Deutschland nach wie vor massiv. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat deshalb am Dienstagvormittag einen regionalen Lockdown für den Landkreis Gütersloh ausgerufen. Dort sitzt die betroffene Fleischfabrik. Mittlerweile wurde außerdem bekannt, dass auch für den Nachbarlandkreis Warendorf ein weitgehender Lockdown gelten soll. Genau wie im Kreis Gütersloh gebe es Kontaktbeschränkungen, Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen würden verboten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. Ab Donnerstag würden zudem Schulen und Kitas im Kreisgebiet geschlossen.

Clemens Tönnies ist gleichzeitig übrigens Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke 04. Spätestens jetzt ist der Unternehmer allerdings völlig untragbar und muss schlicht weg. Ein Kommentar*.

Trotz Corona-Ausbrüchen: Weitere Regionen heben Kontaktbeschränkungen auf

Update vom 23. Juni, 15.32 Uhr: RKI-Leiter Lothar Wieler gab am Dienstagvormittag in einer Pressekonferenz ein Statement zum stark angestiegenen R-Wert und rief die Bevölkerung bei dieser Gelegenheit erneut zur Vorsicht auf. Nun wurde im Laufe des Tages bekannt, dass trotz der Appelle Wielers, die Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin zu beachten, in weiteren Regionen die Kontaktbeschränkungen abgeschafft werden sollen. So hat der Berliner Senat beschlossen, dass die Kontaktbeschränkungen komplett wegfallen

Bisher galt in der Hauptstadt, dass sich wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Und nicht nur in Berlin, auch in Sachsen-Anhalt sollen die coronabedingten Kontaktsperren weiter gelockert werden. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte am Dienstag in Magdeburg, dass ab Anfang Juli nur noch die Empfehlung gelten soll, sich mit maximal zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige Kontakte zu haben. Auf Bußgelder solle dann verzichtet werden. 

Corona-Ausbrüche in Deutschland: Wieler warnt Bevölkerung

Update vom 23. Juni, 10.40 Uhr: In der Fragerunde im Anschluss von Wielers Statement ging es unter anderem um die lokalen Corona-Ausbrüche wie beispielsweise bei Tönnies in Gütersloh* und wie sie das Infektionsgeschehen in ganz Deutschland beeinflussen. „Wir gehen zurzeit davon aus, dass die Mehrheit der Veränderungen in Fallzahlen und R-Wert von Ausbruchsgeschehen getrieben ist, aber sicher sind wir uns da noch nicht“, gab Wieler zu. Er denke aber auch nicht, dass die Lockerungen im Hinblick auf Neuinfektionen völlig folgenlos bleiben. 

Er mahnt daher alle, vorsichtig zu bleiben. Es gebe keinen Grund zu denken, dass Massenveranstaltungen wie Demonstrationen keine Ansteckungen zur Folge hätten. Auf Nachfrage erklärte Wielers Mitarbeiterin außerdem, dass im Falle von lokalen Ausbrüchen auch eine erneute Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen und Beschränkungen nicht ausgeschlossen sei. Diese wird derzeit vor allem im Landkreis Gütersloh diskutiert. 

RKI-Chef Lothar Wieler informierte am Dienstag über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland.

Corona-Ausbrüche in Deutschland: Wieler nennt Faktoren für Infektionen auf Schlachthöfen

„Wir wissen noch nicht genau, was eine Rolle spielt“, räumte RKI-Chef Wieler im Hinblick auf Faktoren für die Corona-Ausbrüche auf Schlachthöfen hin. Das liege an dem jeweiligen Schlachtbetrieb und den Wohnsituationen der Mitarbeiter. „Wenn man beengt wohnt, ist das generell ein Faktor, der die Virusübertragung erleichtert“, erklärt der Experte. In Schlachthöfen könne auch die Temperatur eine Rolle spielen, da Fleisch in Schlachthöfen ja kühl gelagert werden müsse. 

Außerdem seien Aerosole ein Faktor, da es an Schlachthöfen zur Verbreitung von Aerosolen kommen könne. Weiter komme es auch darauf an, wie nah die Mitarbeiter in den Schlachthöfen beim Arbeiten beieinander stehen würden. Angesprochen auf die Option regionaler Lockdowns sagte Wieler, dass grundsätzlich der Richtwert der Regierung (die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, Anm. d. Red.), maßgeblich sei. Ansonsten müsse die Entscheidung über einen regionalen Lockdown vor Ort getroffen werden. „Natürlich haben die Verantwortlichen auch im Blick, dass sich sowas regional ausbreiten kann“, betonte Wieler. 

Corona-Krise in Deutschland: Massive Herausforderungen durch lokale Ausbrüche

Update vom 23. Juni, 10.24 Uhr: Weiter erklärte die Expertin des RKI bei der Pressekonferenz, dass es zuletzt es sehr viele regionale Ausbruchsgeschehen gegeben habe, die massive Herausforderungen bergen würden. Besonders betroffen seien derzeit der Landkreis Gütersloh und der Nachbarlandkreis Warendorf, erklärte die RKI-Mitarbeiterin. In Göttingen seien vor allem Wohnkomplexe betroffen, genauso wie in Magdeburg. „Dort stehen sehr viele Haushalte unter Quarantäne“, berichtete die Mitarbeiterin. Auch in Neukölln stehen demnach aktuell 370 Landkreise unter Quarantäne. Besonders betroffen seien dabei Menschen in eher schwierigen sozialen Bedingungen, sagte die Expertin.

Die Fabrik des Fleischkonzerns Tönnies in Gütersloh ist derzeit wegen eines massiven Corona-Ausbruchs unter den Mitarbeitern geschlossen.

Coronavirus in Deutschland: Sprunghafte Anstiege des R-Werts vor allem wegen lokalen Ausbrüchen

Update vom 23. Juni, 10.18 Uhr: Eine Mitarbeiterin des Robert-Koch-Instituts erklärte im Anschluss an Wielers Statement noch die aktuelle Entwicklung der Reproduktionszahl. Die sprunghaften Anstiege des R-Werts sei vor allem auf lokale Ausbrüche zurückzuführen. Als Brennpunkte nannte die Mitarbeiterin Gütersloh, Göttingen, Magdeburg und Neukölln.

Insgesamt habe das RKI mittlerweile über 190.862 Covid-19 Corona-Fälle übermittelt bekommen, darunter auch 8895 Todesfälle, berichtete die Mitarbeiterin. Alleine am gestrigen Montag wurden 500 Fälle übermittelt. In den letzten sieben Tagen gab es deutschlandweit 4,7 Fälle pro 100.000 Einwohner. „Die Zahl der Genesenen wird aktuell auf 175.700 geschätzt“, sagte die Mitarbeiterin. „Der Anteil der Verstorbenen an den Erkankten ist 4,7 Prozent, das ist im internationalen Vergleich ziemlich gut aber immer noch hoch“, sagte die Mitarbeiterin.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Chef Wieler warnt wegen lokaler Ausbrüche

Update vom 23. Juni, 10.10 Uhr: „Die derzeitigen Ausbruchsgeschehen, beispielsweise in Fleischfabriken, können über Kontakte auch leicht in die Bevölkerung übertragen werden“, warnte Wieler. Deshalb sei es weiterhin wichtig, sich an die Abstandsregeln und Maskenpflicht* zu halten. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, auch nicht in Deutschland, mahnte Wieler. Fast 12 Miollionen Menschen haben die Corona-Warn-App innerhalb weniger Tage heruntergeladen, berichtete der RKI-Leiter außerdem.

Update vom 23. Juni, 10.08 Uhr: Die Zahl der übermittelten Todesfälle ist in den letzten Wochen stark gesunken, erklärte Wieler. Das liege unter anderem daran, dass ältere Personen mittlerweile weniger von Corona betroffen seien. Die täglich neu übermittelten Corona-Todesfälle würden derzeit im unteren zweistelligen Bereich liegen, berichtet Wieler.

Corona-Ausbrüche in Deutschland lassen R-Wert stark ansteigen

Update vom 23. Juni, 10.06 Uhr: Wieler geht darauf ein, dass sich die Lage in Europa derzeit stabilisiere. Nun geht er explizit auf Deutschland ein: „Allgemein haben wir aus vielen Kreisen in den letzten sieben Tagen keine oder nur sehr wenige Fälle übermittelt bekommen haben“, sagte er.

Aus 137 Kreisen wurden keine Fälle übermittelt. In den letzten Wochen wurden im Mittel etwa 350 Fälle übermittelt. Seit letztem Dienstag steigen die Zahlen wieder etwas an, das liege aber an lokalen Ausbrüchen. R-Faktor seit dem 21. Juni zwischen 2 und 3. Stand heute liegt der R-Wert bei 2,76 und das stabilere 7-Tage-R  wird auf 1,73 geschätzt. Die derzeit beobachteten Ausbrüche beeinflussen den R-Wert laut Einschätzung des RKI massiv. 

Update vom 23. Juni, 10.03 Uhr: RKI-Leiter Lothar Wieler informiert nun über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland und weltweit. Zunächst geht er auf Daten der WHO ein. Rund 8,8 Millionen Fälle seien weltweit bekannt. Nahezu alle Länder sind betroffen. 

Anschließend geht er darauf ein, dass vor allem die USA und Brasilien stark betroffen seien. Gründe dafür seien Lockerungen der Abstandsregeln, ohne dass die Fallzahlen zuvor gesunken seien. Auch in Saudi-Arabien und im Iran gebe es starke Anstiege der Fallzahlen. Gründe seien auch hier Lockerungen aber auch erhöhte Testkapazitäten.

Corona-Ausbrüche in Deutschland: RKI-Leiter gibt Live-Statement ab

Update vom 23. Juni, 9.57 Uhr: Vertreter des Robert-Koch-Instituts werden in wenigen Minuten eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland geben. Anlässe dafür könnten der zuletzt stark gestiegene R-Wert und der Corona-Massenausbruch bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen sein.

Update vom 23. Juni, 6.35 Uhr: Die Zahl der in Deutschland offiziell mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt weiter an. Wie das Robert Koch-Institut am Dienstag berichtet, haben die lokalen Behörden binnen der letzten 24 Stunden 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt.

Ingesamt 8895 nachweislich mit dem Virus infizierte Personen sind nach RKI-Angaben in Deutschland gestorben, das bedeutet ein Plus von zehn im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona-Ausbrüche in Deutschland: Reproduktionszahl macht riesigen Sprung

Update vom 22. Juni, 21.50 Uhr: Infolge mehrerer Ausbrüche des Coronavirus in einzelnen Regionen Deutschlands hat sich die für die Ausbreitung wichtige Reproduktionszahl (R-Wert) zuletzt deutlich erhöht. Nachdem sie am Sonntag auf 2,88 angestiegen war, sank der Wert mit Datenstand 22.6. 0.00 Uhr allerdings wieder etwas - auf 2,76. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der Anstieg hänge mit lokalen Häufungen zusammen, wobei insbesondere der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen eine große Rolle spiele, wie das RKI in seinem Lagebericht mitteilte.

„Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark“, heißt es darin weiter. In den vier Stadt- und Landkreisen Gütersloh, Warendorf, Magdeburg und Berlin-Neukölln sind demnach in den vergangenen sieben Tagen merklich viele Sars-CoV-2 Fälle registriert worden. Dabei führt das RKI die Fälle in den NRW-Landkreisen Gütersloh und Warendorf auf den Ausbruch in dem fleischverarbeitenden Betrieb Tönnies zurück.

Corona-Ausbrüche in Deutschland: Reproduktionszahl macht riesigen Sprung

Update vom 22. Juni, 15.57 Uhr: Der Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies (NRW) macht der Bundesregierung Sorgen. Es handele sich um einen „massiven Ausbruch“, der sehr ernst zu nehmen sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Für die Region bestehe ein hohes Infektionsrisiko. Es sei nun alles zu tun, um diesen Ausbruch einzudämmen. Im Kreis Gütersloh wurden auf 100.000 Einwohner 243 Neuinfektionen in den vergangenen Tagen erfasst. Über 1300 Tönnies-Mitarbeiter psotiv auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse von Proben stehen noch aus.

Die Reproduktionszahl - der R-Wert- ist auf 2,88 gestiegen, teilte das Robert-Koch-Insitut (RKI) mit. Das 7-Tage-R schätzt das RKI auf 2.03. Der Ausbruch in NRW spiele eine große Rolle, schreibt das RKI in seinem Lagebericht. Das RKI weist daraufhin, dass die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen. Lokale Ausbrüche beeinflussten den Wert der Reproduktionszahl relativ stark, hieß es. Die Entwicklung in den nächsten Tagen müsse beobachtet werden.

Coronavirus in Deutschland: Festnahme nach Hochhaus-Krawallen gegen Quarantäne 

Update vom 22. Juni, 9.34 Uhr: Bei einem Wohnkomplex in Göttingen ist es am Wochenende die Lage eskaliert. 700 Bewohner stehen dort unter Quarantäne. Dann flogen Flaschen, Steine, Metallstangen und Haushaltsgegenstände und acht Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Nun hat es eine Festnahme gegeben, berichtet ndr.de. Am frühen Sonntagabend sei ein Tatverdächtiger auf dem Gelände wiedererkannt und festgenommen worden. Der Mann wurde nach Feststellung seiner Personalien auf der Dienststelle wieder entlassen. Weitere Angaben habe die Polizei nicht gemacht. Bei den Krawallen am Samstagabend hatten laut Polizei zeitweise bis zu 100 Bewohner versucht die Quarantäne-Absperrung zu durchbrechen und dabei Polizisten attackiert.

Corona in Deutschland: RKI meldet 6174 aktive Corona-Fälle

Update vom 22. Juni, 7.25 Uhr: Binnen eines Tages haben die lokalen Behörden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 537 Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich damit 190.359 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, meldete das RKI am frühen Montagmorgen (Datenstand 22. Juni, 0 Uhr). 

Coronavirus in Deutschland: R-Wert steigt auf 2,88

Laut RKI-Angaben starben außerdem bisher 8885 mit dem Virus infizierte Menschen in der Bundesrepublik. Dabei handelt es sich um drei Personen mehr als am Vortag. Rund 175.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. In Deutschland sind demnach 6174 Corona-Fälle aktiv.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, stieg laut den aktuellsten Zahlen stark an. Laut RKI-Schätzungen lag der R-Wert mit Datenstand Sonntag, 21. Juni (0 Uhr), auf 2,88 wohingegen der R-Wert am Vortag noch bei 1,79 lag. Der aktuelle R-Wert sagt aus, dass ein Infizierter derzeit im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Zu beachten ist, dass der R-Wert jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor abbildet. Das RKI erläuterte, dass der R-Wert auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche, empfindlich reagiere. Dies könne insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig hohen Schwankungen führen.  

Coronavirus in Deutschland: Auch 7-Tage-R steigt deutlich über kritische Marke

Seit Mitte Mai vermeldet das RKI außerdem ein sogenanntes Sieben-Tage-R. Weil es sich auf einen längeren Zeitraum bezieht, unterliegt es weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das 7-Tage-R stieg nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21. Juni (0 Uhr) auf 2,03. Am Vortag lag es bei 1,55. Dieser Wert zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. 

Damit liegen nun sowohl der tagesaktuelle R-Wert als auch das 7-Tage-R deutlich über der kritischen Marke 1, die nicht überschritten werden sollte, um so das Coronavirus einzudämmen. Ob Politiker aus den steigenden R-Werten Konsequenzen ziehen, bleibt abzuwarten. 

Trotz Corona: Berlin soll seit März 500-Mann-Partys feiern 

Update vom 21. Juni, 17.09 Uhr: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet von Partys im Berliner Stadtteil Neukölln -  mit bis zu 500 Gästen. Nach Corona-Auflagen illegal also. Ein hauseigener Reporter hatte sich nach Angaben des Senders unerkannt unter die Feiernden gemischt. Erst Anfang des Monats erregten Schlauchbootparties trotz Corona auf dem Berliner Landwehrkanal Aufsehen.

„Aber wie siehst Du das hier mit den Abständen?“, fragt der rbb-Reporter einen Gast in einem Raum, oder offenbar ein Kellergewölbe ist. „Corona ist in der Hasenheide schon seit März kein Ding“, lautet die Antwort, begleitet von einem Lacher. Die Hasenheide ist ein Straßenzug in Neukölln. „Und wie lange gibt es diese Partys hier schon?“ ist die Nachfrage. „Das hat sich jetzt immer mehr entwickelt... aber dass es jetzt so extrem ist, das habe ich bislang nicht gesehen.“ Auf den Videoaufnahmen ist zu erahnen, wie Menschen eng beieinander tanzen, Masken sind keine zu erkennen.

Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland geprägt von lokalen Ausbrüchen

Update von 15.24 Uhr: Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland bestimmen weiterhin lokale Virus-Ausbrüche. Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies im Kreis Gütersloh (NRW) sind bisher 1.331 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden, teilen die Behörden mit. Noch stehen die Ergebnisse von 200 Proben aus. Nach Angaben der Robert-Koch-Insituts (RKI) gibt es zudem größere Ausbrüche in Berlin und Hessen. In den meisten Bundesländern ist Zahl der Neuinfektionen weiterhin gering. 

Pressekonferenz zur Corona-Lage in Göttingen: Einsatzkräfte wurden mit Gegenständen beworfen

Update von 14.22 Uhr: Der Einsatzleiter Rainer Nolte äußerte sich anschließend ebenfalls zu der Eskalation. „Letztlich ist es nicht zu einem Ausbruch aus der Quarantäne gekommen“, so sein Fazit. Der Oberbürgermeister habe vor Ort etwas vermitteln können, die Lage habe sich nach und nach beruhigt. „Auch die Nacht ist ruhig verlaufen“, heute habe es ebenfalls keine vergleichbare Eskalation gegeben.

Update von 14.16 Uhr: Der Polizeipräsident kam auf der Pressekonferenz ebenfalls zu Wort. Uwe Lührig. Bis gestern habe es im Bereich des Gebäudekomplexes vereinzelte Einsätze gegeben. Es gab beispielsweise Unmutsäußerungen und Beleidigungen, angeführt von einem Rädelsführer, der schließlich in Gewahrsam kam. „Gestern Nachmittag eskalierte die Lage allerdings erneut.“ In der Spitze waren rund 300 Polizeikräfte im Einsatz. „Bei den gestrigen Ausschreitungen wurden acht Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt“, resümierte Lührig. Einsatzkräfte wurden mit Flaschen, Steinen, Holzlatten und Pyrotechnik beworfen. Die Polizisten ergriffen Maßnahmen. „Der Polizeieinsatz war in dieser Form absolut gerechtfertigt“, so der Polizeipräsident, auch wenn - wie er auch sagte - im Internet anderes zu lesen war.

Corona-Eskalation in Göttingen: Bürgermeister sprach mit zwei Personen aus Hochhaus

Update von 14.10 Uhr: Köhler sprach auch über die Situation am Tag des Zwischenfalls. Es habe keine Hektik geherrscht. Viele Bewohner hätten aber Fragen: Viele wissen nicht, „warum wir das machen“, so Göttingens Bürgermeister über die Corona-Maßnahmen. Die Menschen wollen Sicherheiten, „was mit ihnen in den nächsten Tagen passiert“. Der Bürgermeister selbst war gegen 16 Uhr auf der Straßenseite gegenüber, den Beginn der Demonstration habe er nicht mitbekommen. 

Er habe aber gesehen, wie Dinge geworfen wurden und wie versucht wurde, die vordere Absperrung zu durchbrechen. Gegen 16.30 Uhr bekam er dann von der Polizei die Nachricht, dass man zwei Personen gefunden habe, die bereit waren mit ihm zu sprechen. Der Bürgermeister sprach anschließend mit den zwei Personen und erklärte ihnen, was man in den kommenden Tagen mit den Bewohnern vorhabe: Wer zwei Mal negativ getestet wird, darf die Quarantäne verlassen.

Aus den Demonstranten heraus kamen Aufrufe, dass sich die Menschen aus der Wohnanlage bewegen. Dies habe in den Augen von Köhler die Lage zumindest verschärft. „500 Menschen haben sich den Quarantäne-Anordnungen nicht widersetzt“, stellt der Bürgermeister aber klar. Die Menschen möchten aber Antworten.

Coronavirus: Göttingen spricht von neuer Dimension der Pandemie

Update von 14.02 Uhr: In Göttingen gibt es eine Pressekonferenz zur Corona-Lage. „Die Corona-Pandemie hat eine soziale Dimension erreicht“, so Göttingens Bürgermeister Rolf-Georg Köhler. Der Rathauschef teilt zu Beginn gegen die Eigentümer solcher Wohnhauskomplexe wie in Göttingen aus, dort stehe Profit ganz weit oben. 

In dem Hochhaus war es zuvor zu einem Zwischenfall gekommen (s.u. Update vom 20. Juni, 18.57 Uhr). Zur Entwicklung der Pandemie in dem Wohnkomplex sagte Köhler: Ohne Quarantäne-Verfügung habe man nicht sicherstellen können, an diesem Standort die Infektionsketten zu brechen. Er fügte hinzu: „Ich kann nicht ausschließen, dass dort auch nicht gemeldete Personen sind“.

Coronavirus in Deutschland: Nach Randale - Polizei informiert über Lage in Göttingen 

Update vom 21. Juni, 10.49 Uhr: In Göttingen (Niedersachsen) hat sich die Lage beruhigt. An einem unter Quarantäne stehenden Hochhaus ist es am Samstag zu einem Zwischenfall gekommen (s.u. Update vom 20. Juni, 18.57 Uhr). Die Polizeibeamten seien am Samstagnachmittag mit Gegenständen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag in Göttingen. Weitere Einzelheiten wollten die Polizei und die Stadt Göttingen auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt geben. Die Quarantäne für den Gebäudekomplex gilt zunächst bis einschließlich nächsten Donnerstag (25. Juni). 

Coronavirus in Göttingen: Ein gesamter Wohnkomplex in der Innenstadt steht unter Quarantäne.

Corona in Deutschland: RKI meldet 687 Corona-Infektionen

Update vom 21. Juni, 8.09 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 687 Corona-Infektionen an das Robert-Koch-Institut (RKI) und einen Todesfall in Verbindung mit Covid-19 korrigiert.  (Datenstand: 21. Juni; 0 Uhr). 

Damit haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 189.822 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, davon starben 8.882. Das RKI schätzt 174.900 als genesen, damit sind 6.040 Corona-Fälle in Deutschland aktiv.   

Coronavirus in Deutschland: R-Wert steigt fast auf 2

Update vom 20. Juni, 20.25 Uhr: Der R-Wert reagiert empfindlich auf die jüngsten Corona-Ausbrüche*. Obwohl sie lokal auftreten, beeinflussen Vorfälle wie in Gütersloh, Göttingen oder Berlin den gesamtdeutschen Wert maßgeblich. Steigende Infektionszahlen könne man damit zwar nicht erklären, doch ist der Einfluss der einzelnen Ausbrüche auf den R-Wert nicht zu unterschätzen, erläutert das Robert-Koch-Institut

In Deutschland steht er aktuell bei 1,79 (Datenstand: 20. Juni, 0 Uhr). Sobald die Zahlen 1,0 überschreiten, ist Vorsicht geboten. Denn das bedeutet, dass sich das Virus weiter verbreitet. Jetzt tendiert er gegen zwei, was bedeuten würde, dass jeder Kranke, zwei gesunde Personen ansteckt.  Eine exponentielle Verbreitung würde dafür sorgen, dass das Virus schnell wieder massiv um sich greife. Glücklicherweise haben wir in unsere Beispielrechnung aber auf- und nicht abgerundet. 

In Anbetracht der aktiven Corona-Hotspots kann man erwarten, dass der R-Wert bald wieder sinken dürfte. Er beschreibt schließlich das Infektionsgeschehen von vor einer oder sogar zwei Wochen. Die 7-Tage-Schätzung des RKI liegt ebenfalls darunter, bei 1,55. Sollten sich neue Vorfälle ereignen, wird sich die Zahl aber selbstverständlich nicht bessern.

Coronavirus in Deutschland: Lage in Quarantäne-Hochhaus eskaliert - Bewohner verlieren die Nerven - Polizisten verletzt

Update vom 20. Juni, 18.57 Uhr: In Göttingen stehen 700 Bewohner eines großen Wohnkomplexes unter Quarantäne. Seit Donnerstag sind sie vollständig abgeschottet. Niemand darf das Gebäude verlassen. Knapp 120 der dort teils unter prekären Umständen lebenden Menschen wurden nach Angaben der Stadt positiv auf das Coronavirus getestet.

Am Samstagnachmittag haben einige von ihnen dann wohl die Nerven verloren. Die Quarantänemaßnahmen waren offenbar zwischenzeitlich einfach zu viel für sie. Mehrere Bewohner hätten versucht, vom Gelände zu kommen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf Angaben der Polizei. Die aufgebrachten Bewohner sollen versucht haben, die von den Behörden aufgestellten Zäune zu überwinden.

Der Missmut richtete sich dann aber auch gegen die Polizeibeamten. Aus dem Gebäude heraus sollen Gegenstände auf sie geworfen worden sein. Mehrere Polizisten wurden verletzt.  

Zur gleichen Zeit fand in der unmittelbaren Umgebung des Hochhauses eine große Demonstration gegen steigende Mieten statt. Eigentlich war sie an einem anderen Ort angemeldet, wurde aber kurzfristig dorthin verlegt. Am frühen Abend habe sich die Stimmung rund um den Quarantäne-Komplex wieder beruhigt, berichten Polizei sowie Augenzeugen. Bürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) war zwischenzeitlich hinzugestoßen und hatte das Gespräch mit den Bewohnern gesucht.

Polizeieinsatz vor einem Hochhaus in Göttingen.

Coronavirus in Deutschland: Mehrere neue Hotspots alarmieren - R-Wert übersteigt wichtige Grenze

Erstmeldung vom 20. Juni, 16.06 Uhr: München - Seit Monaten bestimmt die Coronavirus-Pandemie das Leben in Deutschland und fast überall auf der Welt*. Die Lage scheint sich nach und nach zu entspannen, doch Rückschläge bleiben leider nicht aus. Die großen Corona-Ausbrüche rund um die Fabrik von Wurst-Produzent Clemens Tönnies sowie in einer Kasseler Flüchtlingsunterkunft, einem Gebäudekomplex in Göttingen und in mehreren Berliner Wohnblöcken sorgen für alarmierende Zahlen. Derlei lokale Häufungen beeinflussen den R-Wert stark. Eine Erklärung für den generellen Anstieg der Fallzahlen sind sie allerdings nicht, mahnt das RKI.

Coronavirus in Deutschland: Fallzahlen steigen - mehr Menschen stecken sich an 

Der R-Wert in Deutschland* stieg zwischenzeitlich auf 1,06. Ein Wert über eins bedeutet, dass sich das Coronavirus* ausbreitet. Der 7-Tage-R-Wert liegt sogar bei 1,17. Die Behörden haben 601 Neuerkrankungen im Vergleich zum Vortag festgestellt. Stand 20. Juli wurden in Deutschland insgesamt mittlerweile 189.135 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Gestorben sind nach einer Erkrankung, Angaben des Robert-Koch-Instituts zufolge, 8.883 Personen.

Corona-Hotspots in Deutschland - große Ausbrüche in Berlin, NRW und Hessen

Die Zunahme der Fallzahlen* erklären sich auch mit den drei genannten Hotspots, die Corona-Lage ist nicht allerorts so gespannt. In Bayern* scheint sich mittlerweile sogar etwas Erleichterung breit zu machen. Im Berliner Stadtteil Neukölln befinden sich aber etwa 370 Haushalte unter Quarantäne. Auf die allgemeinen Lockerungen* war hier prompt ein großer Ausbruch stattgefunden. Der dortige Bezirksbürgemeister beklagte einen Nachlass der Disziplin, die Corona-Regeln einzuhalten

Die Entwicklungen im Tönnies-Werk im Kreis Gütersloh führten dazu, dass Schulen und Kitas geschlossen wurden. Einen flächendeckenden Lockdown der Region* schließt die Landesregierung nicht mehr aus. Noch am Sonntag will sich das zuständige Kabinett in einer Sondersitzung beraten und die Lage neu bewerten. 

In Kassel wurden bereits am Donnerstag 20 Fälle in nur einem Wohnhaus bekannt. Dabei handelt es sich um eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner leben auf sehr engem Raum und so konnte sich das Virus dort schnell ausbreiten*. Das RKI hatte bereits zuvor gemahnt, die Lebensumstände Geflüchteter seien gerade zu Zeiten von Corona so kaum tragbar. Alle Bewohner bleiben nun zwei Wochen lang in Quarantäne.

Christian Drosten befürchtet schon bald eine Verschärfung der Lage in Deutschland, wie er im Podcast preisgibt.

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Rubriklistenbild: © dpa / Peter Kneffel

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