Drittes Urteil nach Mord mit 107 Messerstichen

Bielefeld - Im Mord-Prozess um den grausamen Tod eines 24-Jährigen wurde der dritte Täter verurteilt. Drei Drogenabhängige hatten den Bekannten mit 107 Messerstichen getötet. Ihr Motiv:

In einem Gewaltexzess mit 107 Messerstichen ermordeten drei Drogenabhängige aus Bielefeld vor knapp zwei Jahren einen Bekannten (24). Am Dienstag hat das Landgericht Bielefeld einen der Täter (36) zu zwölfeinhalb Jahren Haft wegen Mordes verurteilt. Für dieses Gemetzel unter Junkies hatten vor einem Jahr bereits zwei Russlanddeutsche wegen gemeinschaftlichen Mordes Freiheitsstrafen von elfeinhalb und zehneinhalb Jahren bekommen.

Der nun verurteilte Mordkomplize hatte die Ermittler ursprünglich auf die Spur der Drogenbande gebracht. Damals gestand der 36-Jährige, Augenzeuge der Tat vom 25. September 2008 gewesen zu sein. Auch habe er den Mord mit einem Mobiltelefon fotografiert. An der Tat selbst sei er aber nicht beteiligt gewesen.

Die Mittäter waren im Sommer 2009 nach der Aussage des Kronzeugen auch verurteilt worden. Sie gaben ihre Beteiligung zu, belasteten aber auch den Kronzeugen schwer. Das Motiv für die Bluttat soll gewesen sein, dass das Opfer seine Aidsinfektion verschwieg, aber mit seinen Drogenkomplizen Rauschgiftbestecke teilte und reinigte. Das Opfer war in einer Wohnung zunächst gefoltert worden. Dann wurde der Mann zu einem kleinen Teich gefahren, exekutiert und im Wasser versenkt. Spaziergänger fanden die Leiche wenige Stunden später.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare