Enkelin missbraucht: Bewährungsstrafe für Opa

Ellwangen - Jahrelang hat er seine Enkelin schwer sexuell missbraucht. Nun musste sich ein 70 Jahre alter Baden-Württemberger dem Gericht stellen - und bekam eine Bewährungsstrafe.

ber Jahre hinweg hat ein Rentner aus Baden-Württemberg seine Enkelin schwer sexuell missbraucht. Vom Landgericht Ellwangen wurde er dafür am Donnerstag zur einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. „Ich kann nur um Verzeihung bitten“, sagte der 70-Jährige. „Wenn ich das alles rückgängig machen könnte, würde ich es tun.“ Der Witwer hatte zuvor gestanden, sich zwischen 2003 und 2011 an seiner etwa acht Jahre alten Enkelin vergangen sowie ein weiteres Mädchen angefasst zu haben. Das Gericht wertete unter anderem das Geständnis als strafmildernd, zudem sei der Mann nicht vorbestraft.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer drei Jahre Haft gefordert. Mit seinem Geständnis habe der Mann seinen Opfern zwar eine erneute Aussage erspart. Allerdings habe er „eine erhebliche Anzahl“ schwerer Straftaten begangen. „Ich sehe mich deshalb außerstande, Bewährung zu beantragen“, sagte der Anklagevertreter.

Der Verteidiger zeigte sich optimistisch, dass sein Mandant keine weiteren Straftaten begehen werde. „Ich nehme ihm ab, dass er sich von Kindern fernhalten wird“, sagte der Anwalt. Das Gericht folgte seinem Antrag nach einer zweijährigen Bewährungsstrafe.

In seiner Urteilsbegründung ging der Richter von einem minderschweren Fall aus. Der Fall sei im unteren Rahmen dessen, was unter schweren Missbrauch falle. Der Richter ermahnte den Mann, sich von Kindern fernzuhalten. „Leichtes Anfassen reicht schon“, sagte er, dann könne die Aussetzung der Freiheitsstrafe widerrufen werden. Mit dem Urteil verknüpft ist die Weisung, dass der Mann keine Kinder unter 14 ohne einen Erziehungsberechtigten in seine Wohnung lassen darf.

Ans Licht gekommen waren die Taten, als der Mann 2011 beobachtet wurde, wie er ein Nachbarskind intim berührte. Seine inzwischen 17 Jahre alte Enkelin las von dem Fall in der Zeitung und beschloss, zur Polizei zu gehen.

dpa

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