Experten-Erklärung zum Schutz aller Gorillas

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2009 wurde zum Jahr des Gorillas erklärt.

Frankfurt/Main - Zu einem besseren Schutz der bedrohten Gorillas in Afrika haben Experten in der sogenannten “Frankfurter Erklärung“ aufgerufen.

Sie wurde auf einem zweitägigen Symposium mit 160 Fachleuten erarbeitet, wie der Frankfurter Zoodirektor Manfred Niekisch am Mittwoch berichtete. Gorillas seien an sechs Fronten bedroht, sagte der Geschäftsführer der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, Christof Schenck. Dazu gehörten die Wilderei - das Fleisch der Tiere ist in Westafrika besonders beliebt -, die Abholzung der Wälder, illegaler Handel, Seuchen wie Ebola, kriegerische Konflikte und ungeregelter Abbau von Bodenschätzen. Die Vereinten Nationen haben 2009 zum Jahr des Gorillas ernannt.

Die “Frankfurter Erklärung“ bezeichnete Niekisch als “eine Art Kompass für alle, die mit Gorillas zu tun haben“. Sie fasse die “weltweite Gorilla-Kompetenz“ zusammen. Die Leiterin der Unterabteilung Naturschutz im Bundesumweltministerium, Elsa Nickel, wies darauf hin, dass die in zehn afrikanischen Staaten lebenden vier Unterarten der Gorillas in den letzten Jahrzehnten “einen enormen Lebensraumverlust“ hätten hinnehmen müssen. Die Menschenaffen seien eine Zeigerart für den Zustand der Regenwälder: “Wo es dem Gorilla gut geht, geht es auch dem Tropenwald und den Menschen dort gut und umgekehrt.“

Niekisch sagte, Gorillas seien auch eine “Art Botschafter“. Es gebe in Gefangenschaft europaweit 420 Exemplare der “faszinierenden Art“ (Nickel) in 63 Zoos.

dpa

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