Experten warnen vor zeitungsfreien Zonen

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In den USA bereits Realität: Regionen ohne lokale Tageszeitung.

Düsseldorf - In Deutschland drohen nach Ansicht von Medienexperten wie in den USA Regionen ohne lokale Tageszeitung.

War früher die Vielfalt und der “Ein-Zeitungs-Kreis“ das Problem, sei nun der “Kein-Zeitungs-Kreis“ die Gefahr, sagte Prof. Günther Rager vom Dortmunder Institut für Journalistik am Dienstag bei einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag.

Auch Zeitungsforscher Horst Röper vom Formatt-Institut sieht die Gefahr einer “zügigen Abnahme der Zeitungsdichte“. Derzeit sei bereits der Rückzug aus unrentablen, meist ländlichen Gebieten zu beobachten. “Das erfolgt gerade in großem Maße beim WAZ-Konzern“, sagte Röper.

Dabei seien bislang die Tageszeitungen die einzigen gewesen, die flächendeckend eine lokale, journalistische Infrastruktur unterhalten haben. Davon habe die gesamte Medienindustrie profitiert.

“Die Entwertung der Inhalte ist dramatisch“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der nordrhein-westfälischen Zeitungsverleger, Uwe Becker. Das “wegbrechende Print-Geschäft“ könne durch das Internet keineswegs aufgewogen werden. Ursache sei die “Kostenlos-Mentalität“ im Internet . Im Internet sei eine “Kannibalisierung“ journalistischer Leistung zu beobachten. Bis heute fehle ein originäres Leistungsschutzrecht für Presseverlage.

dpa

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