Luftraum ist ab elf Uhr komplett frei

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Flugsicherung gibt Luftraum wieder frei.

Langen - Die Flugsicherung gibt den deutschen Luftraum ab elf Uhr wieder frei. Am Morgen waren nur noch einzelne Flughäfen im Osten geschlossen. In München und Frankfurt läuft der Betrieb wieder normal.

Der Ausnahmezustand am deutschen Himmel nähert sich dem Ende. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat den wegen Vulkanasche gesperrten Luftraum über Deutschland weitgehend wieder freigegeben. Das teilte die DFS am Mittwoch in Langen bei Frankfurt mit. Gesperrt waren am Vormittag nur noch die Flughäfen in Dresden, Leipzig, Erfurt und Münster.

Die Flugsicherung rechnete mit einer kompletten Freigabe des Luftraums bis zum Mittag. “Die Wolke hat sich verzogen“, sagte Sprecher Axel Raab der Nachrichtenagentur dpa. Die Behörden hatten auf der Grundlage von Computermodellen des britischen Wetterdienstes den Luftraum über Mitteleuropa von Donnerstag an immer weiter geschlossen, weil sie isländische Vulkanasche als Gefahr sahen. Asche soll Flugzeuge stark beschädigen können und nimmt außerdem die Sicht. Tausende Flüge für Passagiere und Fracht fielen aus, die Schäden gehen in die Milliarden.

Die bisherigen Einnahmeausfälle der Fluglinien wegen der Startverbote belaufen sich nach Schätzungen des Internationalen Flugverbandes IATA auf etwa 1,7 Milliarden Dollar (1,26 Milliarden Euro). Allein für der Zeitraum zwischen dem 17. und 19. April, als die meisten Lufträume geschlossen waren, wurde ein Schaden von 400 Millionen Dollar am Tag errechnet, wie die IATA am Mittwoch in Genf und Berlin mitteilte.

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Der Münchner Flughafen ist wieder uneingeschränkt für den normalen Luftverkehr geöffnet. Die Deutsche Flugsicherung legte die ursprünglich erst für Mittwochmittag vorgesehene Öffnung des Luftraumes über Süddeutschland für den regulären Betrieb nach Instrumentenflugregeln auf 09.00 Uhr vor.

Allerdings sei “mit einer längeren Anlaufphase zu rechnen, in der es noch zu Beeinträchtigungen des planmäßigen Verkehrs kommen dürfte“, teilte der zweitgrößte deutsche Flughafen mit. Ob der Luftraum offenbleibe, hänge auch vom Wetter und dem Vulkan auf Island ab. München wurde am Freitagabend als letzter deutscher Flughafen wegen der Aschewolke gesperrt.

Flughafen Köln/Bonn wieder offen

Der Köln/Bonner Flughafen ist wieder geöffnet. Die Fluggesellschaften könnten ab sofort wieder regulär und ohne eine Sondergenehmigung für Sichtflüge starten und landen, teilte der Flughafen am Mittwoch mit. Dennoch rechnet der Flughafen auch am Mittwoch mit Flugausfällen. Laut Flugplan wären 160 Starts und etwa die gleiche Zahl an Landungen vorgesehen. Der Flughafen Köln/Bonn wird auch von der Luftwaffe für Flüge nach Afghanistan genutzt.

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

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Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel waren am Mittwochmorgen um 9.00 Uhr auch in Deutschlands Nachbarländern wieder Flüge erlaubt. Einschränkungen für den Flugverkehr gab es am Mittwochvormittag in Europa laut Eurocontrol nur noch im Norden Frankreichs, in einem kleinen Bereich zwischen Belgien und den Niederlanden sowie über Österreich. In Nordeuropa blieb der Luftraum über dem Norden Großbritanniens sowie in Schweden gesperrt.

Lufthansa-Chef: Heute rund 500 Flüge

Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber rechnet damit, dass die Fluggesellschaft heute (Mittwoch) rund 500 Flüge durchführen kann. Er sagte am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“: “Die Deutsche Flugsicherung hat bekanntgegeben, dass der Himmel wieder aufgemacht werden soll. Wir werden unser System so weit wie möglich hochfahren.“ Mayrhuber forderte angesichts der nationalen Alleingänge wegen der isländischen Vulkanasche, die Regelungen auf europäischer Ebene zu koordinieren. Der Lufthansa-Chef kritisierte den Deutschen Wetterdienst, der sich “sehr stark auf ein Prognosemodell aus England kapriziert“ habe.

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Dieses Modell sei “nicht in Ordnung“ gewesen, denn es war keine Wolke zu sehen. “Die Durchmischung war so dünn, dass man davon ausgehen musste, dass es keine Gefahr gibt“, sagte Mayrhuber. Die Deutsche Flugsicherung sieht “gute Chancen“, dass bis zum späten Abend alle Lufträume über Deutschland wieder verfügbar sind. Dies teilte die Behörde am Mittwochmorgen mit. Im Laufe des Vormittags würde weiterer Luftraum freigegeben. Damit können Flugzeuge an immer mehr deutschen Airports nach Instrumentenflugregeln starten und landen.

dpa/DAPD

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