Freispruch für Lieferant der Sauerlandgruppe

Verden - Ein Händler, der verdächtigt worden war, der Sauerlandgruppe Chemikalien für Sprengsätzen geliefert zu haben, wurde von diesem Vorwurf freigesprochen. Verurteilt wurde er trotzdem.

Der Chemie-Lieferant der terroristischen Sauerland-Gruppe ist von dem Vorwurf freigesprochen worden, bewusst Chemikalien für Sprengstoff an die Islamisten geliefert zu haben. Der Chemikalienhändler aus dem niedersächsischen Hodenhagen habe die geplante Verwendung der Stoffe nicht erkennen müssen, stellte das Verdener Landgericht am Mittwoch in seinem Urteil fest, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Verden hatte dem Mann unter anderem vorgeworfen, den im März 2010 verurteilten Mitgliedern der Sauerlandgruppen 585 Kilogramm Wasserstoffperoxid geliefert zu haben. Das Landgericht konnte aber keinen Vorsatz erkennen.

Die Bilder vom Terrorprozess gegen die Sauerlandgruppe

Die Bilder vom Terrorprozess gegen die Sauerlandgruppe

Auch ein Sachverständiger erklärte, der Chemikalienhändler habe nicht erkennen müssen, wozu seine Lieferungen verwandt werden sollten. Beispielsweise hätten zur Herstellung von Sprengstoff noch andere Chemikalien gefehlt. Der Mann wurde aber wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt, zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung. Über seinen Handel vertrieb er illegal Stoffe, aus denen sich Betäubungsmittel herstellen ließen. Die vier islamistischen Terroristen der Sauerlandgruppe hatten den größten Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik geplant. Sie wurden mit Strafen bis zu zwölf Jahren Haft bestraft. Sie hatten in Deutschland Autobomben-Anschläge auf US-Soldaten in Discos, Kasernen und Flughäfen geplant. Dabei sollten mindestens 150 amerikanische Militärangehörige sterben.

DAPD

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