Früherer Leiter der Odenwaldschule ist tot

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Gerold Becker, Gründer der Odenwaldschule, ist tot.

Heppenheim - Gerold Becker, der frühere Leiter der südhessischen Odenwaldschule, ist tot. Er war Dreh- und Angelpunkt des Missbrauchsskandal an dem Internat. Antworten stehen allerdings noch aus.

Becker sei in der Nacht zum Donnerstag in Berlin nach schwerer Krankheit gestorben, sagte Schulvorstandssprecher Johannes von Dohnanyi am Freitag in Heppenheim. Der 1936 geborene Becker, der das renommierte Privatinternat bis 1985 leitete, stand im Mittelpunkt des Missbrauchsskandals an dem Elite-Internat. An diesem Wochenende feiert die Schule ihr 100-jähriges Bestehen.

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Die Odenwaldschule bedauere, dass Becker nicht mehr die Gelegenheit gehabt habe, sich zu erklären und drängende Fragen der vom Missbrauch Betroffenen zu beantworten, sagte Dohnanyi. “Wir hätten ihn gerne noch einmal gesprochen.“ Becker soll 17 Jungen im Internat missbraucht haben. In einem Brief an die Schulleitung hatte er im März sexuelle Verfehlungen zugegeben und sich dafür entschuldigt. Direkt gesprochen habe er aber mit den Opfern nie, sagte Dohnanyi. Staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Becker waren wegen Verjährung eingestellt worden.

Beckers Tod sei eine Zäsur, sagte Dohnanyi. Für die Odenwaldschule beginne nun eine neue Ära. Unvermindert werde weiter an der Aufklärung der Missbrauchsfälle gearbeitet. Nach einem Zwischenbericht, der am Donnerstag vorgelegt worden war, wurden an der Odenwaldschule zwischen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 1990er Jahre rund 50 Schüler missbraucht, vor allem Jungen. Verfahren gegen fünf ehemalige Lehrer waren wegen Verjährung im Juni eingestellt worden.

dpa

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