Gefangene sollen Mithäftlinge misshandelt haben

Schleswig/Kiel - In der Jugendanstalt Schleswig sollen Gefangene mehrere Mithäftlinge misshandelt und sexuell genötigt haben. Es gibt aber keine Vorwürfe gegen Bedienstete, heißt es.

Ein junger Mann habe sich am Sonntag einem Bediensteten anvertraut und gesagt, er werde seit längerem von zwei Mitgefangenen geschlagen und sexuell bedrängt, teilte das Justizministerium am Dienstag in Kiel mit. Ein bereits entlassener Jugendlicher stehe ebenfalls unter Tatverdacht, hieß es. Außerdem sollen zwei weitere Gefangene von den Beschuldigten misshandelt worden sein.

Die Vorfälle sollen sich im sogenannten Wohngruppenvollzug ereignet haben. Dort können sich die Gefangenen in der Freizeit innerhalb eines abgeschlossenen Hauses frei bewegen. In der betroffenen Wohngruppe leben zehn Gefangene, sechs Mitarbeiter des Vollzugsdienstes sind der Gruppe zugewiesen. “Mindestens ein Mitarbeiter ist immer im Hause anwesend“, teilte das Ministerium mit.

“Die vorgeworfenen Taten sollen im Aufenthaltsraum und in Hafträumen passiert sein - und zwar dann, wenn ein Beamter nicht in der Nähe war.“ Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) zeigte sich bestürzt und sagte: “Trotz aller Aufsicht und Sicherheitsmaßnahmen kann man im Jugendvollzug in Wohngruppen Übergriffe niemals ganz ausschließen.“ Es gebe aber keine Vorwürfe gegen Bedienstete der Jugendanstalt wegen mangelnder Aufsicht, betonte der Minister.

dpa

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