Gericht: Schoßhund muss Frauchen wechseln

Marburg - Was für ein Leben für Schoßhündchen Gigi: In der Slowakei geboren, nach Deutschland umgezogen und hier jahrelang Zankapfel in einer Fehde zwischen zwei Frauen. Ein Gericht macht damit Schluss.

Fehde zwischen Frauchen: Das Landgericht Marburg hat ein für alle Mal einen jahrelangen Streit um Schoßhündchen “Gigi“ beendet. Die Richter entschieden in einem unanfechtbaren Beschluss, dass die Chihuahua-Dame ihr Zuhause wechseln muss, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Eine Marburgerin, die das Tier bislang hegte und pflegte, muss es einer Frau aus Siegen in Nordrhein-Westfalen überlassen. Sie ist nach Auffassung der Richter die rechtmäßige Eigentümerin.

Mehrere Gerichte und Staatsanwaltschaften hatten sich mit dem erbitterten Streit befassen müssen. Alle Bemühungen, sich gütlich zu einigen, scheiterten. Die Marburgerin war im vergangenen Dezember schließlich vom Amtsgericht Marburg verurteilt worden, “Gigi“ herauszurücken. Sie legte Berufung ein, die das Landgericht zurückwies. Die Frau ist “am Boden zerstört“, sagte ihr Rechtsanwalt Hans-Berndt Ziegler. “Sie hat eine total enge Beziehung zu dem Hund.“

Diese hätte die Frau aus Siegen auch gerne gehabt. Auf den Hund war sie 2006 in der Slowakei gekommen, wo sie den Chihuahua kaufte. Sie schenkte das Tier ihrer nicht volljährigen Tochter, die es später ihrer Bekannten aus Marburg überließ, obwohl ihr das Tier rechtlich gar nicht gehörte. Die Mutter forderte daher ihre “Gigi“ zurück.

Der Rechtsanwalt der Marburgerin, Hans-Berndt Ziegler, kündigte an, seine Mandantin werde sich gegen die Entscheidung wehren - zur Not mit einer Verfassungsbeschwerde. Er hielt den Beschluss für tierfeindlich. Das Gericht betrachte “Gigi“ als Sache, erklärte er. Zudem habe es ein tierpsychologisches Gutachten nicht beachtet, wonach dem Hündchen schwerer Schaden drohe, wenn es sein Frauchen wechseln müsse.

Rechtsanwalt Ziegler sieht kein Problem darin, dass der Gerichtsbeschluss unanfechtbar ist. “Keine Regel ohne Ausnahme“, betonte er. Er prüfe deshalb eine Rüge beim Landgericht oder den Gang nach Karlsruhe zum Verfassungsgericht. Er werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, “dass der Hund friedlich in Marburg verstirbt“. “Gigi“ ist vier Jahre alt, Chihuahuas werden Ziegler zufolge höchstens acht. “Ich strebe also eine biologische Lösung an“, sagte er.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare