Pressekonferenz zu Germanwings-Absturz

Vater von Andreas L.:„Wie alle sind wir auf der Suche nach Wahrheit“

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Der Vater des Co-Piloten Andreas L., Günter L. gab am Freitag eine Pressekonferenz.

Berlin - Am 24. März 2015 stürzte der Germanwings-Flug 4U9525 ab. Untersuchungen ergaben, dass der Co-Pilot den Absturz absichtlich herbeigeführt hatte. Am Freitag sprach der Vater von Andreas L.. Hier können Sie die Pressekonferenz im Ticker nachlesen.

  • Am 24. März 2015 stürzte der Germanwings-Flug 4U9525 ab. Es starben 150 Menschen.
  • Co-Pilot Andreas L. soll die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben.
  • Am Freitag, dem zweiten Jahrestag des Unglücks, äußerte sich der Vater des Piloten, Günter L., in einer Pressekonferenz.
  • Günter L. sagte:  "Unser Sohn war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv."
  • Lesen sie hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Presseonferenz.

Germanwings-Absturz: Der Ticker zur Pressekonferenz von Günter L. zum Nachlesen

12:55 Uhr: Die Pressekonferenz ist nun zu Ende. Es wurden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Wie es nun weitergeht, liegt in der Hand der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Günter L. wird aber weiter kämpfen, um die, seiner Meinung nach noch nicht komplett enthüllte Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Ob somit dann die Schuld oder Unschuld seines Sohnes eindeutig bewiesen werden kann, bleibt fraglich.

12:54 Uhr: Die Bundesregierung bestreitet die neu geäußerten Zweifel an den Untersuchungsergebnissen des Flugzeugabsturzes. „Es gibt für uns keinen Anlass, an der Art und den Ergebnissen der Unfalluntersuchungsbehörde zu zweifeln“, so ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

12:34 Uhr: Van Beveren erklärt, dass er noch lange nicht alle zu ermittelnden Fakten dargestellt hat. Diese zunächst zu untersuchen sei aber die Aufgabe der Behörden. Erst dann könne man bestimmte Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen.

12:26 Uhr: Sollten alle Fakten, so wie van Beveren sie aufgeführt hat, tatsächlich zutreffen, ist eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Unfallhergang unvermeidbar. Van Beveren hatte bereits angekündigt, dass dies das Bestreben der Familie L. sei.

Günter L.: „Wir sind auf der Suche nach der Wahrheit“

12:19 Uhr: Eine Journalistin stellt die Frage an Günter L. und van Beveren, ob sie Andreas L. für unschuldig halten. Keiner der beiden möchte sich klar dazu äußern. Günter L. betont aber: „Mit diesem Gutachten sind wir auf der Suche nach der Wahrheit.“ Van Beveren unterstreicht, dass die Beweise in einem Verfahren gegen Andreas L. derzeit nicht für eine Verurteilung reichen würden.

12:12 Uhr: Zeitgleich mit der Pressekonferenz gedenken Freunde und Angehörige der Absturzopfer des tragischen Unglücks.  Der Schulleiter des Halterner Joseph-König-Gymnasiums, Ulrich Wessel, sagte am Freitag: „Wir haben sie nicht vergessen und wir werden sie nicht vergessen. Die Erinnerung hat einen festen Platz an unserer Seite.“
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler einer zehnten Klasse des Gymnasiums war gemeinsam mit zwei Lehrerinnen unter den Opfern des Absturzes.

12:07 Uhr: Nach seinen vollständigen Ausführungen zu verschiedenen Ermittlungsfehlern betont van Beveren, dass es Familie L. keinesfalls um das Reinwaschen ihres Sohnes von der Schuld am Absturz geht. Sondern um die Tatsache, dass es keinen eindeutigen Beweis für die Schuld von Andreas L. gibt. Da dieser nicht mehr die Möglichkeit hat, sich in einem Verfahren selbst verteidigend zu äußern, ist laut van Beveren davon Abstand zu nehmen, Andreas L. als alleinigen und vorsätzlichen Unfallverursacher zu denunzieren.

11:53 Uhr: Van Beveren erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den ermittelnden Staatsanwalts Kumpa. In seinem Bericht fänden sich zwei erhebliche Fehlinformationen. Zum einen, dass L. seit 2008 durchgängig in psychiatrischer Behandlung befand und zum zweiten, dass diese Information von der Lebensgefährtin L.s persönlich stammte. Diese Fehlinformationen habe Kumpa zudem genauso an die Presse weiter getragen.

11:47 Uhr: Schließlich präsentiert van Beveren die Krankenakte von L. Keiner der Ärzte, die L. beruflich bedingt oder privat aufsuchte, haben eine Depression oder psychotische Störung diagnostiziert. Lediglich seine Hausärztin hält in einem Bericht eine leicht Schizophrenie für möglich, ist sich dessen aber keineswegs sicher. Zudem habe ein Tippfehler dazu geführt, dass man von einer vorangegangenen stationären Aufenthalt L.s in einer psychiatrischen Anstalt ausgegangen sei.

11:42 Uhr: Nun geht es um das Wetter zum Zeitpunkt des Unfalls, dass laut den Ermittlungen keine Rolle gespielt haben soll. Van Beveren aber sieht das anders. Turbulenzen könnten für den plötzlich angestrebten Sinkflug der Maschine verantwortlich gewesen sein.

11:39 Uhr: Van Beveren bemängelt weiterhin, dass ihm zugespielte Informationen, dass es vor dem Absturz bereits technische Probleme am Flugzeug gegeben habe , nicht weiter von den zuständigen Ermittlern verfolgt wurden.

Fluggutachter entlastet Andreas L. mit seinen Ergebnissen

11:32 Uhr: Van Beveren spricht von Fehlern bei der Erstellung des Flugtüchtigkeits-Gutachtens der Unfallmaschine. Dieses sei erst wenige Tage vor dem Absturz nicht vorschriftsmäßig verlängert worden. Somit ist zweifelhaft, ob die Maschine am Tag des Absturzes überhaupt hätte abheben dürfen.

11:25 Uhr: Van Beveren betont, dass zum Zeitpunkt, als man Andreas L. bereits die Schuld für den Absturz gab, noch nicht feststand, wer tatsächlich im Cockpit gesessen hatte. Die Aussagen der französischen Polizei seinen konjunktivisch gewesen. Zudem hätten interne Ermittlungen später ergeben, dass man zwar nachweisen konnte, das L. zum Zeitpunkt des Absturzes noch am Leben war, nicht jedoch ob er bei Bewusstsein war. Dennoch hätte die deutsche Staatsanwaltschaft schließlich nur noch gegen Andreas L. ermittelt und die Presse den Verdacht durch ihre Berichterstattung weiter geschürt.

11:18 Uhr: Van Beveren spricht von seinem Erstaunen, dass man bereits nach zwei Tagen von der Schuld des Co-Piloten sprach. Flugunfälle seien oft jahrelang, teilweise niemals aufklärbar. Dieses Erstaunen habe dazu geführt, dass er sich intensiver mit dem Germanwings-Unglück beschäftigte.

11:16 Uhr: Fluggutachter Tim van Beveren ergreift nun das Wort.

11:14 Uhr: Andreas Behr, als Anwalt für Medienrecht eingeschaltet, verliest einige Punkte, die einen fairen und respektvollen Umgang der Presse mit der Familie des vermeintlichen Täters und allen weiteren Vorgängen sichern soll. 

11:10 Uhr: Frank Palmer, der Anwalt der Familie L., ergreift das Wort. Er betont ebenfalls, dass aus einem vergangenen Gespräch mit der ermittelnden Staatsanwaltschaft hervorgegangen ist, dass zum Zeitpunkt des Absturzes keine Depression bei Andreas L. vorlag, auf die seine Absturz- und Suizidpläne zurückzuführen sein könnten.

11:07 Uhr: Dann kommt noch einmal der Satz, der Günter L. offensichtlich sehr am Herzen liegt: "Unser Sohn war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv." Er spricht ihn bestimmt, mit fester Stimme.

11:06 Uhr: L. beschreibt den Schmerz seiner Familie als besonderen Schmerz. Er und seine Familie müssten mit schlimmen Diffamierungen und Anfeindungen leben. L. betont, dass sein Sohn zum Zeitpunkt des Absturzes seine Depressionen bereits lange überwunden hatte und dass es somit keinen Grund für suizidale Absichten gegeben habe. Keiner der Ärzte, die sein Sohn im Jahr vor dem Absturz aufsuchte, habe bei diesem eine Depression erkannt oder diagnostiziert, so L. 

11:03 Uhr: Günter L. begründet die Wahl des Zeitpunkts für die Pressekonferenz. Er hofft damit auf die maximale Aufmerksamkeit, die er sich für diese Konferenz gewünscht hat. Er spricht von seinem eigenen Schmerz, den er ebenso wie alle anderen Angehörigen der Opfer empfinde. Dennoch möchte er in der Konferenz Abstand nehmen von der alleinigen Schuld seines Sohnes an dem Absturz.

10:59 Uhr: Anwesend sind Günter L., der Vater von Andreas L., Pressesprecher Hans Joachim Rüdel, zudem der Anwalt der Familie, ein Medienrechtsvertreter und der Fluggutachter Tim van Beveren, der die neuesten Erkenntnisse über den Absturz vorstellen wird.

10:45 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt mit einer Verspätung von 15 Minuten.

10:43 Uhr: Im Vorhinein hatte die geplante Pressekonferenz von Günter L. laut Medienberichten für enormen Unmut bei den Angehörigen der Absturz-Opfer gesorgt. Sie empfinden den Auftritt, vor allem den dafür gewählten Zeitpunkt, als geschmacklos. Zudem sind sie verärgert, dass sie nicht zu der Veranstaltung zugelassen sind.

Genau zwei Jahre ist es nun her, dass der Germanwings-Flug 4U9525 mit 144 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern in den französischen Alpen abstürzte. Alle 150 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Die beauftragte Untersuchungskommission kam später zu dem Ergebnis, dass der Co-Pilot Andreas L. den Absturz absichtlich herbeiführte und so einen erweiterten Suizid beging. Die Tat soll lange im Voraus geplant gewesen sein.

Nun gibt der Vater des Co-Piloten, Günter L., eine Pressekonferenz in Berlin. Er glaubt, dass man seinem Sohn die Schuld unberechtigt zuschieben möchte und plant, seine Theorien zum Unfall zu erläutern. Wir berichten im Live-Ticker über die Pressekonferenz.

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