Tat sorgte deutschlandweit für Aufsehen

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Könnte Frank N. wieder töten?

Prozessauftakt in Göttingen: Der 52-Jährige, der wegen Doppelmordes angeklagt ist, nahm mit Mundschutz neben seinem Verteidiger Holger Nitz Platz. Auch die Justizwachtmeister trugen wegen der Corona-Krise Mundschutz
+
Prozess um den Mord an zwei Frauen in Göttingen: Der 52-Jährige Frank N., der wegen Doppelmordes angeklagt ist, nahm mit Mundschutz neben seinem Verteidiger Holger Nitz Platz.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Im Prozess gegen Frank N. stellte ein Experte ein ausführliches psychologisches Gutachten vor. 

  • In Göttingen findet ein Prozess wegen Mordes an zwei Frauen statt.
  • Der Angeklagte Frank N. soll im September 2019 die beiden Frauen auf offener Straße getötet haben.
  • Er hatte gestanden - jetzt wird das Motiv der Bluttat deutlich

Update von Dienstag, 15.07.2020, 18.42 Uhr: Göttingen – Im Prozess um den mutmaßlichen Groner Doppelmord, bei dem im September vergangenen Jahres zwei Frauen getötet wurden, stellte am Mittwoch ein Experte das psychiatrische Gutachten vor. Dr. Helge Laubinger, Kasseler Facharzt für Psychiatrie, bejahte bei seinen Ausführungen eine Wiederholungsgefahr bei dem Angeklagten.

Seit März muss sich der 53-jährige Frank N. vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen. Er soll eine 44-Jährige, die sich zuvor von ihm getrennt hatte, getötet haben. Vor Gericht hatte N. die Tat gestanden. Außerdem starb eine 57-Jährige, die dem Opfer helfen wollte. Weitere Zeugen wurden verletzt. Gutachter Dr. Helge Laubinger hatte mehrere Gespräche mit dem Angeklagten im Gefängnis. Der Facharzt berichtete, dass sich N. aber nicht an Einzelheiten der Tat habe erinnern können. Außerdem habe der Angeklagte bei den Gespräche darauf geachtet, „was er sagt und wie er es sagt“. Er sei nur aufgeblüht, wenn er von seiner Leidenschaft Fahrradfahren oder vom Fotografieren gesprochen habe.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Angeklagter plante Morde ausführlich

Der Experte machte klar, dass der Angeklagte aus seiner Sicht planvoll bei der Tat vorgegangen sei. So habe er vor dem tödlichen Angriff in Göttingen etwa eine Stunde auf das spätere Opfer gewartet und „eine günstige Gelegenheit“ abgewartet. Während der Tat sei er noch einmal weggegangen, um eine weitere Flasche mit brennbarer Flüssigkeit zu holen und attackierte andere Zeugen, die dem Opfer helfen wollten. Zudem habe er nach der Tat bei einem Händler für den Verkauf seiner Fahrräder gesorgt.

Außerdem borgte sich N. fremde Handys, um sich auf seiner Flucht bei der Polizei zu melden – damit er nicht geortet werden konnte. Der Angeklagte habe gewusst, was die Tat für seine weitere Zukunft bedeutet. Bei dem Angeklagten diagnostizierte der Facharzt eine leichte Persönlichkeitsstörung. Außerdem habe dieser eine narzisstische Störung. Auf Zurückweisungen und Enttäuschungen reagiere er mit aggressivem Verhalten. So soll N. zum 44-jährigen Opfer gesagt haben: „Ich habe dir gesagt, ich bring dich um, wenn du mich betrügst.“

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Sicherheitsverwahrung nicht wahrscheinlich

Mit Blick auf das Thema Sicherungsverwahrung bejahte der Arzt zwar die Wiederholungsgefahr, sah aber bei Frank N. „keinen Hang zu Straftaten“. Auch andere Kriterien für eine Sicherungsverwahrung sah der Experte nicht erfüllt.

Zu Beginn des Prozesstages in Göttingen hatten die beiden Verteidiger von Frank N. mit einem Antrag versucht, die Zuhörer und die Presse von der Vorstellung des psychiatrischen Gutachtens ausschließen zu lassen. Die Kammer unter Vorsitz von Tobias Jakubetz lehnte dies aber vor allem mit Hinweis auf das große Informationsinteresse der Öffentlichkeit an dem Verfahren ab.
Der Prozess ist nun für vier Wochen unterbrochen und wird am Mittwoch, 12. August, mit den Plädoyers fortgesetzt. Danach könnte das Urteil fallen.

Update von Freitag, 03.07.2020, 20.45 Uhr: Einen tieferen Einblick in die Tage vor der Bluttat bekamen die Verfahrensbeteiligten am Freitag am Landgericht Göttingen im Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord in Grone. Es wurden Handychat-Nachrichten verlesen. Darin ging es um die Trennung des späteren Opfers vom Angeklagten Frank N.

Ende September vergangenen Jahres war die 44-Jährige getötet worden. Eine 57-Jährige, die dem Opfer helfen wollte, starb an den Folgen ihrer schweren Verletzungen. Die Polizei war an den Chatverlauf durch die Auswertung des Smartphones des 53-jährigen Angeklagten gekommen. Vorsitzender Richter Tobias Jakubetz trug den über Tage dauernden Verlauf vor, der Mitte September 2019 von dem Telefon protokolliert worden war.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Frank N. versuchte die Beziehung zum Mord-Opfer zu retten

Darin machte die 44-Jährige deutlich, dass sie sich von N. trennte. So heißt es an einer Stelle des umfangreichen Gesprächsverlaufs, als der 53-Jährige etwas über den Beziehungsstatus erfahren wollte: „Gute Nacht, mein Single-Mann.“ Zuvor schreibt sie beispielsweise: „Ich habe sehr schlecht geschlafen, eigentlich gar nicht.“ Und später: „Es muss weitergehen, ich muss stark sein.“

Im Laufe der Chatnachrichten wird zudem immer wieder deutlich, dass der Angeklagte versuchte, die Beziehung irgendwie zu retten: „Ich möchte dich nicht verlieren“, schrieb er der 44-Jährigen unter anderem. Und: „Wenn du möchtest, können wir wieder von vorn anfangen.“ An anderer Stelle textete Frank N.: „Es tut mir so weh, dich zu sehen und dich nicht anfassen zu dürfen.“ Ein paar Tage später, eine knappe Woche vor der Tat, geht es dann nur noch um ausgeliehene Gegenstände sowie Geld, was sich Angeklagter und späteres Opfer gegenseitig schulden. Wenige Tage später ist die 44-Jährige tot.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Weitere Polizisten sagen als Zeugen aus

Um noch mehr über die Zeit vor der Bluttat zu erfahren, hörte das Gericht am Freitag außerdem weitere Polizisten als Zeugen. Ein Beamter traf den Beschuldigten zwei Tage vor der Tat in den späten Abendstunden. Die Polizei war alarmiert worden, weil eine gute Freundin Suizidgefahr bei Frank N. sah. Der habe auf ihn nicht den Eindruck gemacht, dass er Suizid begehe, schilderte der Beamte die Begegnung vor Gericht. N. habe stattdessen einem Gespräch mit einem Arzt in einer psychiatrischen Einrichtung zugestimmt.

Am folgenden Tag, gut 24 Stunden vor der Tat, gab es erneut einen Polizeieinsatz, weil Nachbarn wegen möglicher Suizidabsichten von N. ebenfalls die Polizei gerufen hatten. Ein Polizist sprach mit ihm länger auf der Dienststelle. Auf diesen Beamten wirkte N. ruhig und gelassen, als sei er auf das Gespräch vorbereitet. „Er war von der ersten bis zur letzten Sekunde vollkommen abgeklärt“, sagte der Beamte am Freitag aus. N. wurde daraufhin zu einem erneuten Gespräch in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Keine 24 Stunden später kam es zur Bluttat. Der Prozess wird in der neuen Woche fortgesetzt.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Vorstrafen wegen mehrerer Vergewaltigungen

Der im Mordprozess angeklagte Frank N. hat ein langes Vorstrafenregister, das der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz am Freitag verlas. Vom Land- beziehungsweise vom Amtsgericht Göttingen wurde der 53-Jährige insgesamt dreimal wegen Vergewaltigung sowie wegen versuchter Vergewaltigung in insgesamt fünf Fällen verurteilt.

Dabei erhielt er Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten, fünf Jahren sowie sechs Jahren. Hinzu kommen kleinere Vorstrafen. So erhielt er beispielsweise zwei Monate Haft, weil er sich nach einer Flucht aus der Haft massiv gegen die Festnahme durch Polizeibeamte gewehrt hatte. Die Polizisten mussten dabei die Schusswaffe einsetzen.

Im Vorfeld der Verurteilungen wurde er immer wieder von psychiatrischen Sachverständigen untersucht. So sei er nicht in der Lage, Gefühle zu zeigen. In einem Urteil, das verlesen wurde, wird davon berichtet, dass eine Therapeutin die Behandlung abgebrochen habe, weil er weniger an der Therapie und mehr an der Therapeutin selbst interessiert gewesen sein soll.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Angeklagter taucht für anderthalb Tage ab

Update von Dienstag, 30.06.2020, 18.15 Uhr: Eine Studentin und ihr Partner gaben den entscheidenden Hinweis. Sie brachten die Polizei auf die Spur des Angeklagten Frank N. Das wurde am Dienstag im Prozess um den mutmaßlichen Groner Doppelmord vor dem Landgericht Göttingen deutlich.

Nach der Bluttat in dem Göttinger Stadtteil, bei der eine 44-Jährige getötet und eine 57-Jährige später an den Folgen ihrer Verletzungen starb, war der 53-Jährige für anderthalb Tage abgetaucht. Die Polizei suchte mit Hochdruck nach ihm. Die Studentin war mit ihrem Partner einen Tag nach der Tat in den späten Abendstunden in der Nähe des Verwaltungsgerichts an der Berliner Straße in Göttingen unterwegs, als sie den mutmaßlichen Täter am Aufgang zum Wall sahen. Beide kannten ihn, denn er wohnte im gleichen Haus wie sie.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Angeklagter wehrte sich heftig

Das Paar alarmierte die Polizei Göttingen. Beide folgten Frank N. mit Abstand über die Reitstallstraße in Richtung Weender Straße. Schließlich überwältigten zwei Beamte den Gesuchten, der sich dabei heftig wehrte. Am Ende brachten sie ihn zu Boden und konnten ihn festnehmen. Eine ganze Traube von Menschen beobachtete das Geschehen, eine ganze Reihe von Leuten filme. Schließlich sagte einer der Umstehenden: „Das ist der Mörder von Grone.“ Der Festgenommene selbst sprach von „Misshandlung“.

Zuvor schilderte die junge Zeugin ihre Begegnungen mit dem Angeklagten. Sie beschrieb ihn als offenen und hilfsbereiten Nachbarn, der gern von sich selbst geredet habe. Näheren Kontakt mit Frank N. gab es durch Hunde, die sie gemeinsam ausführten. Doch dann geriet dessen Leben aus dem Tritt, wurde bei der Vernehmung am Dienstag in Göttingen deutlich. Im September vergangenen Jahres hatte sich das spätere 44-jährige Opfer von N. getrennt.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Angeklagter war nie aggressiv

So ging die Studentin wenige Tage vor der Tat davon aus, dass der Angeklagte Suizid-Absichten hatte. So habe N. davon gesprochen, dass er das Finanzielle geregelt habe und sich einen Plan überlegt hatte. Deshalb riefen beide auch die Polizei Göttingen. Mit Blick auf die Bluttat machte die Zeugin deutlich, dass sie nie aggressives Verhalten bei N. beobachtet hatte.

Um die Zeit vor der Bluttat ging es auch bei einer zweiten Vernehmung. Die Lehrerin hatte nach eigenen Angaben eine „Kumpel-Freundschaft“ mit dem Angeklagten. Auch sie schilderte ihn als freundlich und hilfsbereit, gleichzeitig sei er aber auch prahlerisch mit Blick auf seine sportlichen Erfolge gewesen. Die Zeugin kannte auch das spätere 44-jährige Opfer. Sie war dabei, als der Angeklagte ein paar Tage vor der Tat auf dem Balkon des Opfers randalierte. Der Vorfall habe ihren Blick auf den Angeklagten verändert. „Das war nicht der Mann, den ich kannte“, erzählte sie von einem „starren, kühlen Blick“, den der Angeklagte gehabt habe.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: „Habe es nicht ertragen“

Auch diese Zeugin ging von Suizid-Absichten von N. nach der Trennung aus. Auch sie alarmierte die Polizei Göttingen. Am Tattag hörte die Zeugin mehrfach von Frank N.: So schickte er ihr unmittelbar nach der Bluttat eine Nachricht: „Ich habe die größte Scheiße meines Lebens gebaut.“

Auf die Frage der Zeugin, warum er die 44-Jährige umgebracht habe, antwortete der 53-Jährige: „Weil ich es nicht ertragen kann, dass sie einen anderen hat“, hieß es am Dienstag das Motiv der Bluttat betreffend. Der Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts wird noch in dieser Woche fortgesetzt.

Mord an zwei Frauen in Göttingen: Angeklagter will Geld an Angehörige zahlen

Im Prozess ließ der 53-jährige Angeklagte am Dienstag eine Erklärung durch seinen Anwalt verlesen. Darin übernimmt Frank N. die volle Verantwortung und bietet den Hinterbliebenen der Opfer und den beiden Verletzten Geldbeträge an. Eine Angehörige des 44-jährigen Opfers soll 40.000 Euro erhalten. Die Hinterbliebenen des 57-jährigen Opfers sollen 12.000 Euro bekommen. An die beiden Verletzten will N. 6000 beziehungsweise 3000 Euro zahlen.

Update vom Montag, 25.05.2020, 19.49 Uhr: Im Prozess um einen mutmaßlichen Doppelmord Ende September vergangenen Jahres im Grone, ein Ortsteil von Göttingen, wurde am Montag (25.05.2020) ein Kriminaltechniker als Zeuge vernommen. 

Der Beamte berichtete vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen von seiner Ermittlungsarbeit nach dem Doppelmord. Der Techniker betonte, dass bei seiner Arbeit zahlreiche Handys von Schaulustigen auf ihn und seine Kollegen gerichtet waren. 

Schon bei einem früheren Prozesstag hatte ein Beamter berichtet, dass viele Passanten ihre Handys für Videos und Fotos nutzten. Eine erste Leichenschau vor Ort war erst möglich, als die Feuerwehr mit Planen einen Sichtschutz aufbaute, so der Zeuge am Montag. 

Göttingen: Doppelmord an zwei Frauen -  Angeklagte schlug mit Feuerlöscher auf Freundin ein

Der Kriminaltechniker und seine Kollegen sicherten mehr als zwei Dutzend Spuren und Gegenstände rund um den weitläufigen Tatort im Bereich Zollstock in Göttingen. Bei den Untersuchungen fanden die Mitarbeiter der Polizei unter anderem eine Trinkflasche, in der sich eine brennbare Flüssigkeit befand. Der Angeklagte Frank N. soll damit das 44-jährige Opfer bespritzt und angezündet haben. 

Außerdem stellten die Techniker einen Feuerlöscher sicher, mit dem Zeugen des Vorfalls der 44-Jährigen zu Hilfe eilten und löschten. Der Angeklagte schaffte es, den Feuerlöscher in seine Gewalt zu bekommen. Der Angeklagte soll dann damit auf seine frühere Lebensgefährtin eingeschlagen haben. 

Nach Aussagen des Technikers weist der beschädigte und ausgelöste Feuerlöscher eine etwa faustgroße Einwölbung auf. Außerdem wurde zum Teil stark verbrannte Kleidung sichergestellt.

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Ermittler fertige Spezialaufnahmen mit 3D-Kamera an

Um das Geschehen besser dokumentieren zu können, wurden Spezialaufnahmen mit einer 3D-Kamera gemacht. Das Gerät stand zum Zeitpunkt der Tat in Nienburg und wurde von den Autobahnpolizeidienststellen Hildesheim und Göttingen auf schnellstem Wege nach Südniedersachsen geschafft. 

Diese Aufnahmen können nur mit einer speziellen Software ausgewertet werden. Außerdem machte noch im Laufe des Nachmittags ein Polizeihubschrauber Übersichtsaufnahmen aus der Luft von dem Tatort. Schwierig wurde die Arbeit für die Spurensucher zudem durch den Regen, der im Laufe des Nachmittags einsetzte. Die Beweisstücke wurden von der Polizei zum Teil in Göttingen und außerdem beim Landeskriminalamt in Göttingen untersucht

Göttingen: Mord an zwei Frau - Zeugen belasten Angeklagten schwer

Update vom Samstag, 09.05.2020, 11.46 Uhr: In dem Prozess um den Doppelmord von Grone, in dem der 53-jährige Frank N. angeklagt ist, ging es am Freitag vor dem Göttinger Landgericht weiter. Dort sagten zwei Zeugen aus.

Dem Angeklagten werden zweifacher Mord und zweifache Körperverletzung vorgeworfen. Die Tat hatte sich am 26. September 2019 auf offener Straße im Göttinger Stadtteil Grone ereignet.

 Frank N. hatte seine ehemalige, damals 44 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin angegriffen, mit Benzin überschüttet, angezündet und mit einem Messer auf sie eingestochen. Eine Kollegin, die der Frau helfen wollte, wurde ebenfalls von dem 53-Jährigen schwer verletzt. Sie starb an den Folgen der Verletzungen im Krankenhaus. 

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Zeugin hatte noch versucht Frank N. abzulenken

Eine Zeugin, die an jenem 26. September am Tatort war, sagte vor Gericht aus. Sie tritt zudem als Nebenklägerin auf. Auch sie war leicht verletzt worden. Sie hatte noch versucht, Frank N. abzulenken, als der immer wieder auf seine am Boden liegende Ex-Partnerin einstach, wie ein Justizsprecher sagte.

Als weiterer Zeuge sagte am Freitag ein Pizzeriabetreiber aus, der an jenem 26. September ebenfalls Schreie gehört und eine brennende Frau gesehen hatte. Aufgrund seiner Beobachtungen hatte er den Eindruck, dass die Tat wie geplant gewirkt habe. 

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Täter will sich an nichts erinnern können

Der Angeklagte hatte sich kürzlich zu der Tat bekannt. Er habe es nicht glauben und verarbeiten können, dass sich die 44-Jährige von ihm getrennt hatte. Er könne sich an Details der Tat nicht erinnern.

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Überraschende Wende im Prozess

Erstmeldung vom Mittwoch, 15.04.2020, 12.44 Uhr: Im Prozess um den Mord an zwei Frauen in Göttingen-Grone hat der Angeklagte Frank N. am Mittwoch (15.04.2020) vor dem Landgericht Göttingen ein Geständnis abgelegt. In einer von seinem Verteidiger Holger Nitz verlesenen Einlassung erklärte er, dass er die „Verantwortung für die von mir angerichtete unvorstellbare Katastrophe“ übernehmen wolle. 

An das eigentliche Tatgeschehen könne er sich allerdings nicht erinnern. Der 53-jährige Frank N. ist angeklagt, Ende September vergangenen Jahres seine ehemalige Lebensgefährtin mit einer brennbaren Flüssigkeit bespritzt und in Brand gesetzt zu haben. Anschließend habe er sie durch zahlreiche Messerstiche so schwer verletzt, dass sie noch am Tatort verstarb. 

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Frank N. wollte sich selbst umbringen

Als eine Kollegin der 44-Jährigen zu Hilfe eilen wollte, habe er auch diese angegriffen. Die 57-Jährige starb später im Krankenhaus in Göttingen. Der Angeklagte gab an, dass er sich aus Verzweiflung über das Ende der Beziehung eigentlich selbst habe umbringen wollen.

Deshalb habe er Benzin gekauft, um sich damit zu übergießen und anzuzünden. Er sei seit April 2017 mit der 44-Jährigen zusammen gewesen und hätte „nie erwartet“, dass die Beziehung scheitern könnte. 

Göttingen: Mord an zwei Frauen - Angeklagter Frank N. gesteht Tat vor Gericht

„Ich habe bis heute keine Erklärung dafür, warum ich meine ursprüngliche Überlegung, mich selbst zu töten, nicht umgesetzt habe“, heißt es in seiner Einlassung zu dem Mord an den beiden Frauen in Göttingen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 53-Jährige seine Ex-Partnerin töten wollte. Er habe nicht akzeptieren wollen, dass sich die 44-Jährige einige Zeit zuvor von ihm getrennt hatte und möglicherweise eine neue Beziehung zu einem anderen Mann eingehen wollte.

Die Tat von Frank N. in Göttingen im Herbst 2019 sorgte deutschlandweit für Aufregung. Er soll in Göttingen im Stadtteil Grone zwei Frauen auf offener Straße ermordet haben. Beim Prozessauftakt in Göttingen gegen Frank N. galten wegen Corona erhöhte Sicherheitsbestimmungen. (Thomas Kopietz und Bernd Schlegel)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion