Haft für ungeschützten Sex trotz HIV-Infektion

Kiel - Ein Mann, der mit mehreren Frauen ungeschützten Sex hatte, obwohl er HIV positiv ist, muss in Haft. Er verabredete sich mit den Frauen per Internet und verschwieg seine Krankheit.

Ein 47-Jähriger Aids-Kranker, der beim ungeschützten Sex zwei Frauen mit HIV infiziert und mindestens fünf weitere Frauen gefährdet haben soll, muss für fünf Jahre in Haft. Das Kieler Landgericht verurteilte den Mann am Montag wegen zweifacher vollendeter und fünffacher gefährlicher Körperverletzung.

Der gelernte Maler hatte die Frauen über das Internet kennengelernt und schon beim ersten Treffen mit ihnen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Er wird auf Anordnung des Gerichts in der Psychiatrie untergebracht. Das Gericht billigte ihm wegen massiver Hirnschädigungen und einer Persönlichkeitsstörung erheblich verminderte Schuldfähigkeit zu.

Der Mann habe es von Januar 2008 bis September 2009 auf Sex als “wesentlichem Lebenszweck“ angelegt und den Frauen seine Aids- Erkrankung verschwiegen, sagte der Vorsitzende Oliver William.

Der 47-Jährige kam in Haft, nachdem eine der beiden infizierten Frauen ihn anzeigte. Sie kam damals nach ungeschütztem Sex mit dem Angeklagten mit schweren Krankheits-Symptomen ins Krankenhaus. Der Aids-Virus war bereits nachweisbar, so das Gericht. Eine zweite Infizierte, die von einer Bekannten vergeblich vor ungeschütztem Sex mit dem Angeklagten gewarnt worden war, erlitt Nierenversagen und war sogar zeitweilig gelähmt.

dpa

Kommentare