Heftige Unwetter: Zwei Tote durch Blitzeinschlag

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Regelrecht mit Regen überschüttet hat eine abziehende Kaltfront ganze Regionen in Deutschland.

Frankfurt - Regelrecht mit Regen überschüttet hat eine abziehende Kaltfront ganze Regionen in Deutschland. In wenigen Stunden kam so viel Wasser vom Himmel wie sonst in ein bis zwei Monaten.

Das erklärte der Deutsche Wetterdienst am Dienstag . Zwei Männer starben bei Blitzeinschlägen, nachdem sie Schutz unter Bäumen gesucht hatten. In Schwerin traf es einen 60-jährigen Mann, der am Montagabend gegen 20.40 Uhr zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Schwägerin vor dem Platzregen unter eine Linde beim Schloss geflüchtet war. In der Nähe schlug ein Blitz ein, der den 60-Jährigen tödlich verletzte. Die 60-jährige Ehefrau und die Schwägerin wurden ohne äußerliche Verletzungen zur vorsorglichen Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. Sie sollen dort wegen möglicher vom Stromstoß verursachten Kreislaufstörungen zwei Tage zur Beobachtung bleiben. Das Ehepaar und die Verwandte aus Banzkow im brandenburgischen Landkreis Parchim hatten die Bundesgartenschau besucht.

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In Schriesheim nördlich von Heidelberg suchte ein 35-jähriger Radfahrer am Montagabend unter einem Nussbaum Schutz vor dem Unwetter und wurde offenbar vom Blitz getroffen. Eine Obduktion soll die genauen Todesumstände klären. Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen aber nicht vor, teilte die Polizei mit. Die Leiche des Mannes wurde am Dienstagmorgen von einem Anwohner gefunden.

In Gaiberg im Rhein-Neckar-Kreis setzte ein Blitzeinschlag am Montagabend den Dachstuhl eines zweistöckigen Wohnhauses in Brand. Dabei entstand nach Angaben der Heidelberger Polizei rund 80.000 Euro Sachschaden.

270 Feuerwehreinsätze

In Hessen setzten heftige Regenfälle zahlreiche Keller und Unterführungen unter Wasser. Die Feuerwehren in Frankfurt und dem benachbarten Offenbach rückten zu insgesamt knapp 270 Einsätzen aus. “Es war ein bisschen Land unter“, sagte ein Mitarbeiter der Leitstelle in Offenbach . Dort musste die Feuerwehr mehrere Fahrer aus ihren Autos befreien, die auf überfluteten Straßen stecken geblieben waren.

Bis zu 77 Liter Regen pro Quadratmeter kamen laut DWD in Günzburg (Bayern) herunter. Im Vogtland und im hessischen Vogelsbergkreis wurden ebenfalls überdurchschnittlich hohe Wassermengen, nämlich jeweils 58 Liter pro Quadratmeter, gemessen. Die Meteorologin Christina Speicher wies darauf hin, dass die jährlichen Mittelwerte in großen Teilen Deutschlands zwischen 350 und 750 Liter pro Quadratmeter liegen. Von daher seien Regenmengen von 30 bis 50 Litern pro Stunde außergewöhnlich.

“In den nächsten Tagen können jedoch die Feuerwehren und die Wasserpumpen erst mal Pause machen“, sagte Speicher. Zwar könnten immer mal wieder kurze Gewitter auftreten, die Regenmengen wären dann aber deutlich geringer als in den vergangenen Tagen. Von Westen her werden feuchte und eher kühle Luftmassen in den Norden transportiert. Dort müsse mit Regen oder kurzen Schauern gerechnet werden. Die Luft hat nur 19 bis 23 Grad. In Küstennähe und im nördlichen Mittelgebirgsraum können starke, teils auch stürmische Windböen auftreten. Der Süden Deutschlands hat es besser: Ein Hochkeil sorgt dort für freundlicheres Wetter mit Tageshöchsttemperaturen bis 26 Grad.

ap

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