Drama in Mönchengladbach

Jugendlicher lebt jahrelang auf Bäumen - jetzt ist er tot

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Fundort einer Leiche in Mönchengladbach

Mönchengladbach - Ein Jugendlicher ist in einem Baum in Mönchengladbach tot aufgefunden worden. Es handelt sich vermutlich um einen jungen Mann mit traurigem Hintergrund.

Ein 59-Jähriger Spaziergänger entdeckte Ende April auf einem Privatgrundstück eine Leiche in einem Baum. Die Feuerwehr musste zahlreiche Äste absägen, um den jungen Mann aus dem Astwerk zu befreien - so berichtete RP Online. Nach der ersten Obduktion können die Beamten ein Fremdverschulden ausschließen. Doch wie kam es dazu, dass der Jugendliche einsam auf einem Baum starb?

Hinweise verdichten sich, dass es sich bei ihm um einen 17-Jährigen handelt, der in der Gegend wegen seiner traurigen Familiengeschichte schon bekannt war.

Rückblick: Rund drei Jahre zuvor hatte er sich schützend vor seine Mutter gestellt, als diese von seinem Vater mit einem Messer angegriffen wurde. Der damals 14-Jährige konnte blutüberströmt auf die Straße fliehen, doch die Mutter starb. Sein Vater wurde anschließend unter anderem wegen Totschlags und versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis beging er dann Selbstmord.

Der Junge kam nach dem schrecklichen Vorfall in eine Jugendeinrichtung. Doch dort hielt er es offenbar nicht aus, da ihn geschlossene Räume ängstigten. „Er kletterte auf Bäume, übernachtete auf Dächern“, berichtete laut RP Online ein Stadtsprecher.

Auch die Betreuung durch einen Streetworker lehnte der Jugendliche ab. Schließlich wurde er nach mehreren Straftaten zu einer Haftstrafe verurteilt. Doch auch der Auflage sich in psychiatrische Behandlung zu begeben, kam er nicht nach. Zuletzt sollte er in Sicherheitsverwahrung genommen werden, doch der 17-Jährige war nirgends zu finden - bis man den Toten im Baum entdeckte.

Anwohner waren sich schnell sicher, dass es sich bei ihm um den Jugendlichen handelte. Auch die Polizei räumte ein, dass die Wahrscheinlichkeit „hoch“ sei.

fk

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