Sie waren überfordert

Dieser Kampfhund beißt Mutter und Sohn tot: Muss er jetzt selbst sterben?

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Der Staffordshire-Terrier-Mischling soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus getötet haben.

Ein Kampfhund hat seine Besitzerin und deren Sohn totgebissen, nun ist er im Tierheim. Doch wie geht es für den Terrier weiter? Muss auch er sterben?

Hannover - Er hat seine Besitzerin und deren Sohn totgebissen, jetzt erwartet ihn vielleicht selbst der Tod. „Chico“, wie der Staffordshire-Terrier heißt, sitzt derzeit im Tierheim und wartet das Urteil über sein Schicksal ab.

In der Nacht zu Mittwoch wurden die Leichen einer 52-Jährigen und ihres 27-jährigen Sohnes in einer Wohnung gefunden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll ihr eigener Hund die beiden getötet haben. Eine Obduktion bestätigte diese Vermutung: Die beiden sind an Bisswunden gestorben. Doch wie konnte so etwas passieren?

Wie die Bild berichtet, war der Hund ursprünglich zum Schutz gedacht. Lezime K., Mutter von vier Kindern, lebte von ihrem Mann getrennt. Dieser hatte sie im Jahr 2005 offenbar angegriffen. Er soll die Frau vor ihrer Wohnung mit einem Beil attackiert und verletzt haben, seitdem musste sie im Rollstuhl sitzen. Als ihr Mann frühzeitig aus der Haft entlassen wurde, kaufte sie sich zum Schutz den Staffordshire-Terrier Chico, damals war er noch ein Welpe. 

Doch die Mutter und ihr Sohn sollen mit Hund überfordert gewesen sein. Anwohner sagten zur Bild, sie hätten nur selten jemanden mit dem Hund Spazieren gehen gesehen. Und wenn, konnte Lezimes Sohn ihn kaum halten. Ebenfalls heißt es, dass die Pflegerin der Mutter die Frau nicht einmal in Ruhe duschen konnte. Dazu musste der Hund erst in ein Zimmer gesperrt werden, wo er bellte. 

Was passiert mit Chico?

Aktuell befindet sich der Terrier im Tierheim Hannover. Da die Obduktionsergebnisse am Freitag bestätigten, dass Mutter und Sohn an Bisswunden gestorben sind, könnte Chico tatsächlich eingeschläfert werden. Die Vorsitzende vom Rassehunde-Zucht Verband Deutschland äußerte sich gegenüber derBild

„Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund, der zwei Menschen getötet hat, eingeschläfert wird, ist hoch. Doch meiner Meinung nach sollte er nicht eingeschläfert werden. Er kann nichts dafür. Er gehört in erfahrene Hände, die mit ihm umgehen können. Das Tier hat noch eine Chance verdient! Versagt haben hier die Halter, der Züchter, der so einen Hund an ungeeignete Halter abgegeben hat und die Behörden!“

Ein aggressives Verhalten zeige er in der aktuellen Situation nicht. Der Chef des Tierheims teilte der Bild mit, dass Chico „zurzeit friedlich, eher ängstlich-apathisch“ ist.

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nz

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