Kardinal Meisner verlangt Trennung von Weltbild-Verlag

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Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat ein eine Trennung vom Weltbild-Verlag gefordert.

Köln/Augsburg - Nach dem Ärger um Erotik-Titel beim katholischen Weltbild-Verlag fordert der Kölner Kardinal Joachim Meisner Konsequenzen.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat eine völlige Trennung der Kirche von dem ins Gerede gekommenen katholischen Weltbild-Verlag verlangt. Er bezog sich auf die erotische Literatur, die auch über diesen Verlag zu beziehen ist. “Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen“, sagte Meisner der “Welt am Sonntag“.

Der Weltbild-Verlag mit 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro gehört 12 Diözesen, dem Verband Deutscher Diözesen und der Soldatenseelsorge. Wegen der Debatte um das erotische Angebot trat Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer am Mittwoch zurück. Er ist auch der Finanzchef der Diözese Augsburg. Der Verlag hat betont, im eigenen Sortiment machten die mit dem Stichwort “Erotik“ zu findenden Bücher nur einen Umsatzanteil von weniger als zwei Promille aus.

An diesem Montag soll sich der Rat der Deutschen Bischöfe mit dem Thema befassen. Über den Weltbild-Verlag sagte Meisner: “Wir müssen uns radikal davon trennen. Dafür gibt es für mich keine Alternative.“ Ein so großes Unternehmen lebe von der Expansion und könne gar nicht “ganze Sparten der Druckindustrie“ aussparen, wenn es nicht untergehen wolle. Es sei für Bischöfe nicht angemessen, Eigentümer eines derartigen Großunternehmens zu sein.

dpa

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